Um Ruhezeiten einhalten zu können müssen Lkw-Fahrer auch abseits der Autobahnen nach Parkraum suchen. Foto: dpa/Thomas Frey

Der Rastplatz Tuningen in Richtung Süden wird ab dem 18. März erweitert. Doch der Parkdruck für Lkw-Fahrer wird immer größer.

Die A 81 gilt als eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen und viele Kilometer und einige Rastplätze liegen auf den Gemarkungen von Tuningen und Bad Dürrheim – die angespannte Situation bei den Rastplätzen für Lkw-Fahrer führt nun zum Ausbau des Tuninger Parkplatzes an der A 81.

 

Die Rastplätze Räthisgraben und auf angrenzender Gemarkung Unterhölzer Wald sind ausgebaut. Räthisgraben (Fahrtrichtung Nord), verfügt über 48 Lkw-Stellplätze und WC-Anlage, Unterhölzer Wald über 26 Lkw-Stellplätze und eine WC-Anlage.

50 Stellplätze

Der Parkplatz Tuningen wird von zwölf auf 50 Lkw-Stellplätze erweitert, zusätzlich gibt es 31 Stellplätze für Autos und Wohnmobile, so die Mitteilung der Autobahn GmbH. Dieser Rastplatz sei bereits seit Jahren nicht mehr nutzbar. Im Zuge des Ausbaus bekommt er auch einen neuen Namen: Rastplatz Haldenwald.

Die Lkw-Fahrer müssen jedoch auch oft von der Autobahn runter, um sich – zur Einhaltung der Ruhezeiten – einen Rastplatz zu suchen.

Plus 46 Prozent bis 2051

Philipp Hilsenbek, Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik bei der IHK begrüßt den Ausbau des Rastplatzes durch die Autobahn GmbH. Er führt aus: Die Verkehrsprognose des Bundes geht bis ins Jahr 2051 von 46 Prozent mehr Güterverkehr aus. „Tuningen ist ein gutes Zeichen, wahrscheinlich aber nicht genug.“ Denn das Verkehrswachstum werde sich auch entlang der A 81 abspielen. „Der Ausbau Tuningen kann nur der Anfang sein.“ Die Situation für Lkw-Fahrer stuft die IHK heute schon als grenzwertig ein. „Spediteure und Fahrer leiden unter dem Nichtvorhandenensein von Parkplätzen.“

Hilsenbek geht auf die Auswirkungen ein, vor allem für die Fahrer und für das Umland der Autobahn. Erhält ein Lkw Fahrer keinen Rastplatz, wirke sich das auf Lenk- und Ruhezeiten aus. Kann er diese Ruhezeiten nicht einhalten, verstoße er gegen Bestimmungen und sei haftbar. Muss er er zur Parkplatzsuche von der Autobahn abfahren, nehme der Verkehr im Umland und auch in den Innenstädten zu.

Gäubahn außen vor

Auf der einen Seite gibt es das prognostizierte Wachstum, auf der anderen Seite sieht man bei verschiedenen politischen Parteien die Notwendigkeit mehr Güter auf die Schiene zu bringen. Aber: „Die Gäubahn ist hier nicht wettbewerbsfähig“, ist die klare Aussage des Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik. Und er geht noch einen Schritt weiter. Es bräuchte dringend einen Ausbau der Infrastruktur links und rechts der Autobahn sowie eine Ertüchtigung der Parkplätze.

Fehlende Stromtankstellen

Über die Zieldefinition, den Güterverkehrs zu elektrifizieren, wundere man sich bei der IHK ebenfalls. „Wer sich das wünscht, muss an Parkplätzen und Raststätten Stromtankstellen bauen, dies erkennen wir entlang der A 81 nur unzureichend“, so Hilsenbek.

Städte und Gemeinden spüren diesen Parkplatzdruck, so ist fast täglich zu beobachten, wie sich die beiden Parkplätze an der vierspurigen B 27/33 zwischen Bad Dürrheim und Donaueschingen gegen Abend füllen. Und manch einer muss auch in den Straßen von Industriegebieten oder auf freien Firmenparkplätzen seine Ruhezeit nehmen.