Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Großprojekt der Hesse-Bahn P&R-Parkhaus in Calw kostet 3,5 Millionen Euro

Von
Das Parkhaus sieht von oben gesehen beinahe aus wie eine Ohrmuschel. Foto: Visualisierung: baldauf architekten und stadtplaner gmbh

Die Hans-Ulrich Bay-Brücke ist fertig. Nun beschäftigte sich der Calwer Bau- und Umweltausschuss (BUA) mit dem nächsten Großprojekt der Hesse-Bahn im Stadtgebiet. Denn in direkter Nachbarschaft des blauen Bogens soll das Parkhaus der Heumadener Park & Ride-Anlage entstehen. Die für die Projektsteuerung zuständige Beate Gerstenlauer präsentierte den Stand der Planung. Mehr dazu erfahren Sie im (SB+)-Artikel.

Calw-Heumaden - Schon 2016 entschied sich der Aufsichtsrat der Stadtwerke Calw für den Vorschlag des Architekturbüros Baldauf aus Stuttgart. Dieser Wettbewerb wurde vom Böblinger Architekturbüro Kuhn Decker, für welches Gerstenlauer arbeitet, organisiert. Sie betreut das Projekt auch weiterhin.

Das Parkhaus wird zwischen dem Bahndamm und der Stuttgarter Straße errichtet. Die Zufahrt für Autos ist über di­e Breite Heerstraße und die Unterführung geplant, durch welche die Stuttgarter Straße früher einmal verlief. Links dieser Unterführung, von der Bauknecht-Kreuzung aus gesehen, beginnt das Parkhaus. Mit einer leichten Kurve, die sich zu einer Spitzkehre verengt, windet sich das Gebäude in den Hang. In der Draufsicht erinnert die Form etwas an eine Ohrmuschel.

In Blauton streichen

Das Parkhaus sei "schlicht", wie Gerstenlauer befand. Es gliedere sich gut in die Topografie ein. Es sei später hauptsächlich das Dach zu sehen, welches mit Kies, Pflanzen und einer Photovoltaik-Anlage versehen werden soll. Gerstenlauer sprach von einem "grünen Charakter". Die von der Stuttgarter Straße aus sichtbaren Mauern des Gebäudes würden mit Buntsandstein verkleidet, um eine Verbindung zur Umgebung herzustellen. Aus dem Dach heraus ragt ein kleiner Turm, in welchem sich die Haustechnik befände. Oberbürgermeister Florian Kling schlug gleich vor, dass man diesen im selben Blauton wie die Brücke streichen könnte.

136 Autos finden in der Anlage Platz. In einem zweiten Bauabschnitt könnten noch 22 weitere Stellplätze ergänzt werden. Und zwar am Ende der Fahrbahn, erklärte Gerstenlauer. Diese Zufahrt werde eine sechsprozentige Steigung haben. Die meisten Stellplätze seien überdacht. Lediglich eine Reihe im Einfahrtsbereich sei unter freiem Himmel.

Um das Parkhaus herum führe ein "Panoramaweg", wie ihn die Projektsteuerin nannte. Dieser führe um das Parkhaus herum auf den Bahnsteig. Von dem Weg selbst führe eine Verbindung zu der Bushaltestelle und der Fußgängerampel an der Stuttgarter Straße. Es würden aber auch kürzere, dann nicht barrierefreie Wege zum Bahnsteig gebaut.

Man arbeite, erläuterte Gerstenlauer, auf einem schwierigen Baugrund. Das habe sich schon beim Bau der Brücke gezeigt. Der alte Bahndamm habe eine schlechte Stabilität. Um für das Parkhaus ein solides Fundament zu setzen, müssten Pfähle bis zu acht Metern tief in die Erde getrieben werden. Mit diesen Überlegungen und den bürokratischen Hürden habe man sich die vergangenen Jahre beschäftigt.

Baubeginn im Sommer

Baubeginn ist laut der Projektsteuerin im Sommer kommenden Jahres. Eine Verkehrseinschränkung in der Breiten Heerstraße oder der Stuttgarter Straße werde es nicht geben, da man lediglich auf der eigenen Fläche baue. Dreieinhalb Millionen Euro wird das Projekt kosten, wie OB Kling im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten verriet. Die Kosten trägt die Stadt aber nur indirekt. Denn bezahlt wird das Projekt von den Stadtwerken Calw. Zudem hofft der OB auf weitere finanzielle Mittel durch das Landesgemeindeverkehrs­finanzierungsgesetz, da es sich um einen sogenannten "multimodalen Verkehrsknotenpunkt" handele.

Die Stadträte des BUA zeigten sich begeistert von dem Vorhaben. Irmhild Mannsfeld (Neue Liste Calw) war vor allem von der Architektur des Gebäudes überzeugt. Normalerweise seien Parkhäuser quadratisch und eckig, nicht so das geplante Projekt. "Ich freue mich darauf", war ihr Fazit. Auch Adrian Hettwer (Gemeinsam für Calw) befand das Parkhaus als "architektonisch ganz toll". Einzig die Parkplatzzahl erschien ihm als zu gering, wenn man bedenke, dass ganz Heumaden und Stammheim diesen Haltepunkt nutzen werden. Er schlug vor, eine Erweiterung gleich mit zu bauen oder am besten noch ein Stockwerk draufzusetzen. Gerstenlauer verwies auf ein Gutachten, welches diesen Parkbedarf ergeben habe. Ein mehrstöckiges Gebäude an dieser Stelle wäre optisch "ein echter Klopper", meinte sie. OB Kling verwies zudem auf den finanziellen Rahmen. Mehr als das geplante Projekt sei nicht machbar. Auch deshalb, weil sich eine P&R-Anlage nie über Gebühren refinanzieren würde. "Wir werden damit Verluste schreiben", stellte er klar. Nach der Parkplatzgröße erkundigte sich Thomas Zizmann (Freie Wähler). Er verwies auf die Abmessungen von den beliebten SUVs. Gerstenlauer konnte ihn beruhigen. Die Parkplätze seien mit 2,6 auf fünf Metern größer als von der Norm gefordert. Man habe die Maße auch mit unterschiedlichen Autotypen getestet und als ausreichend befunden. Zudem seien manche Parkplätze sogar größer, was sich aus der Anordnung in der Kurve des Parkhauses ergebe.

Die Parkplatzzahl empfand auch Dieter Kömpf (FW) als knapp. Aber es gebe ja die Möglichkeit, mit dem Fahrrad zu kommen. Dafür müssten allerdings die Fahrradwege von Heumaden und Stammheim aus zum Haltepunkt gut sein. Außerdem sah er bei dem gesamten Projekt ein Kostenproblem.

Räder abstellen

Für Fahrradfahrer soll ein eigenes Parkhaus auf dem Telekomareal an der Breite Heerstraße entstehen, wie Gerstenlauer noch kurz erklärte. Ein offensichtliches Problem sei jedoch, wie die Radler, besonders aus der Stammheimer Richtung, diese Abstellmöglichkeit erreichen sollen. Denn der Zugang zum "Panoramaweg" von der Südseite führt über eine Treppe. Die Angelegenheit sei ihm bekannt, wie OB Kling auf Nachfrage des Schwarzwälder Boten erklärte. Als Lösung stellte er eine Abstellmöglichkeit für Räder in der Nähe der Bushaltestelle an der Stuttgarter Straße in ­Aussicht.

Der BUA sprach sich schließlich einstimmig für die Änderung des Flächennutzungsplans für das betreffende Areal aus, welche für die Umsetzung des Projekts notwendig ist. Auch wenn der Baubeginn erst im kommenden Sommer sein soll, könnten erste Maßnahmen schon früher beginnen, wie Kling erklärte. Die Beräumung des Areals beispielsweise könne schon in diesem Winter ­beginnen.

Artikel bewerten
6
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.