Einen ungewöhnlichen und zugleich explosivem Fund hatten Dachdecker am Montag in Villingen gemacht. Doch wie gefährlich waren Granate und Geschoss? Und wie kamen sie unter das Dach?
Einen Tag nach der Alarmstimmung im Villinger Riet deutet nichts mehr darauf hin, welch explosiven Fund Dachdecker dort am Montag gemacht hatten: Auf dem Dachfirst lag eine Granate. Zwar ohne Zünder, aber deshalb nicht minder gefährlich, wie Polizeisprecher Jörg Kluge zu berichten weiß.
„Die war detonierfähig“, so Kluge. Die Beamten gehen davon aus, dass sie aus dem Zweiten Weltkrieg stammt. Das war jedoch nicht der einzige Fund. Denn unter dem Dach fanden die hinzualarmierten Spezialisten des Landeskriminalamts, die sich um die Kampfmittelbeseitigung kümmern, noch mehr Sprengstoff: ein Explosionsgeschoss, das zu einer Kanone des französischen Rüstungsbetriebs Hotchkiss passte. Datiert auf den Ersten Weltkrieg. „Dabei handelt es sich um ein Projektil, das verschossen wird, um Panzer zu brechen“, weiß Kluge. Auch dieser Fund sei gefährlich gewesen.
Deshalb interessieren sich die ermittelnden Beamten auch dafür, wie die beiden Kriegswaffen dort hingekommen sind und vor allem von wem sie stammen. Klar war, dass Granate und Geschoss dort schon länger gelegen haben müssen, das sei anhand des Staubgrads deutlich geworden.
Suche nach ehemaligen Bewohnern
„Vermutlich hat jemand versucht, sie unbemerkt unter dem Dach zu deponieren“, zeigt Kluge eine Möglichkeit auf. Auf diese Weise habe man sich der korrekten Entsorgung entledigt. Nun versucht die Polizei herauszufinden, wer in dem Mehrfamilienhaus in der Vergangenheit gewohnt hat.
Den Besitzer zu finden sei aber sicherlich keine leichte Aufgabe, räumt Kluge ein. In Frage kommen würde dann möglicherweise der Vorwurf eines Sprengstoff- und Waffenbesitzes – dazu müssten die beiden explosiven Gegenstände aber nochmals genau überprüft werden.
Immer mal wieder Funde
Entsprechende Funde würden derweil immer mal wieder vorkommen. Auf dem Kasernen-Areal in Villingen entdeckten beispielsweise Bauarbeiter eine Munitionskiste, „es liegt viel Schrott in der Erde, wenn gebaggert wird, findet man da immer wieder was“, so Kluge. Ähnlich sei es bei Abrissarbeiten.
Dass die Handwerker umgehend die Polizei alarmiert haben, sei im Übrigen der einzig richtige Weg gewesen. „Finger weg von solchen Kriegswaffen“, macht der Polizeisprecher deutlich. Denn selbst die Beamten wüssten bei solchen Funden oftmals die Gefährlichkeit nicht einzuschätzen. „Die Zünder können lädiert und trotzdem gefährlich sein.“