Ahmet und Ümmühan Özütürk aus Ebingen feiern am 17. Januar Goldene Hochzeit.
Ahmet und Ümmühan Özütürk stammen beide aus Tavas im Südwesten der Türkei, wo sie gemeinsam aufwuchsen und zur Schule gingen. Sie sind praktisch gleich alt; sie wurde am 4. Januar, er am am 2. April 1955 geboren. Nach seiner Schulzeit begann Ahmet Özütürk eine Schneiderlehre, die er aber nicht abschloss, weil sein älterer Bruder den 16-Jährigen 1971 zu sich nach Deutschland, genauer: nach Sigmaringendorf holte. Dort fand der junge Mann Arbeit bei der Sigmaringer Firma Steidle und war danach mehr als zwei Jahrzehnte lang als Kranführer für sie tätig. Später wechselte er den Arbeitgeber – er ging zu Tego Metall in Krauchenwies – behielt allerdings den luftigen Arbeitsplatz bei. In den letzten Jahren seines Berufslebens verdiente er sein Geld als Trockenbauer.
Seine Frau Ümmühan, geborene Ebcim, ist in Tavas in derselben Straße aufgewachsen wie Ahmet Özütürk. „Sie war meine Jugendliebe“, sagt er. Am 17. Januar 1974 heirateten sie in der Türkei; zwei Jahre später holte er sie nach Deutschland, wo drei Kinder zur Welt kamen: Ümit 1978, Deger 1979 und Aylin 1987.
Täglich sieben Kilometer zu Fuß – bei Wind und Wetter
Ümmühan Özütürk kümmerte sich um die Kinder und führte den Haushalt; außerdem arbeitete sie 15 Jahre als Näherin für die Firma Ströbele in Sigmaringendorf. Ein schwerer Schicksalsschlag traf das Paar 2001: Sohn Ümit kam bei einem Autounfall ums Leben.
Seit 2010 wohnen Ahmet und Ümmühan Özütürk in Ebingen. Die beiden sind sehr religiös; der Tag beginnt für sie mit dem Morgengebet und einer Koranlesung; erst danach wird gefrühstückt. Die beiden sind sehr aktiv; täglich laufen sie sieben Kilometer, immer dieselbe Strecke, und das bei Wind und Wetter. Beide arbeiten gerne im Garten und besuchen regelmäßig den Sohn in Rastatt und die Tochter in Bregenz – Enkel haben sie auch, drei an der Zahl.
Wie geht es den Özütürks nach 50 Ehejahren? Sie strahlen und bekennen unisono: Doch, sie würden einander sofort wieder heiraten.