Linda Mühlberger und Schulleiter Christian Gronauer präsentieren die Urkunde.Foto: Vögele Foto: Schwarzwälder Bote

Bildung: Lehrkooperationen mit Studenten aus Afrika, Asien und Lateinamerika / Nachhaltige Lernerlebnisse

Oberndorf/Sulz. Die Beruflichen Schulen Oberndorf/Sulz (BOS) wurden für ihr besonderes Engagement im Bereich Globales Lernen als "Grenzenlos-Schule" ausgezeichnet. Leitbild und Selbstverständnis, Organisation und Qualifikation sowie das Bildungsangebot erfüllen und fördern die Kriterien und Ziele des globalen Lernens, somit wurde vom World University Service (WUS) den BOS als fünfter Schule in Baden-Württemberg das Zertifikat verliehen.

In seiner Begrüßung zeigte Schulleiter Christian Gronauer auf, dass die Arbeit heute vermehrt den Blick über die Grenzen lenken muss. So wurde 2020 das Projekt "Grenzenlos" an den BOS gestartet. Auslöser war eine Sammelaktion von Handys zu Recyclingzwecken, hervorgegangen aus einer Unterrichtseinheit zum Thema "Erz- und Goldabbau im Kongo". Fragen wurden aufgeworfen – von den schlechten Lebensbedingungen der Arbeiter bis hin zu unseren hohen Preisen für die Geräte. Was liegt dazwischen? Was können wir tun? Die Betroffenheit bewog seither 170 Schüler, sich mit zehn Nachhaltigkeitsthemen zu befassen. Dazu nahm Lehrerin Linda Mühlberger an einer "Grenzenlos"-Fortbildung zum globalen Lernen teil. Gemeinsam mit Julia Rasch, Ulrike Schmidt und Kristina Simon führte sie in ihrem Unterricht Lehrkooperationen mit Studierenden aus Afrika, Asien und Lateinamerika zu den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen durch.

Rüstzeug für die Zukunft

"Mehr denn je sind Handwerk und Industrie heute von globalen Lieferketten und einem internationalen Austausch geprägt. Die Schüler erhalten durch dieses Projekt auch das Rüstzeug für die spätere berufliche Tätigkeit und werden so zu Botschaftern für globale Nachhaltigkeit in unseren Betrieben und Unternehmen", so Staatsministerin Theresa Schopper in ihrem Grußwort anlässlich der Auszeichnung.

"Wir sind mitverantwortlich dafür, unter welchen Bedingungen die Produkte, die wir täglich konsumieren, woanders produziert werden. Es ist großartig, dass sich die BOS mit diesem wichtigen Thema beschäftigt. Die Schüler, verwurzelt in der Heimat, werden weltläufig", ergänzt CDU-Bundestagsabgeordneter Volker Kauder.

Ingo Noack und Achim Beule vom Ministerium für Kultus und Sport sehen durch das Projekt "Grenzenlos" die Jugendlichen gut auf die Zukunft vorbereitet. Der Perspektivenwechsel lässt neue Wege gehen und eine neue Normalität entwickeln. Beule sah die Auszeichnung als Standort für weitere Aktivitäten und ermutigte zum Weitermachen.

Die Bürgermeister Hermann Acker (Oberndorf) und Gerd Hieber (Sulz) gratulierten den BOS, freuten sich über das Engagement und die mehr als verdiente Auszeichnung. Gratulationen kamen auch von Gerald Kramer, Kämmerer des Landkreises Rottweil, sowie Nessan Nazar vom Regierungspräsidium Freiburg. Schulleiter Christian Gronauer nahm die Auszeichnung in Form einer Urkunde und einer Plakette durch Kambiz Ghawami (WUS) mit Freude entgegen. Mit ihrem Engagement leiste die Schule einen unverzichtbaren Beitrag, um die Schüler fit zu machen für die Globalisierung, betonte Ghawami.

Interesse auf allen Ebenen

Die Schüler der BOS präsentierten gemeinsam mit Isabella Quintana die Ergebnisse der Lehrkooperation zum Thema "Ressourcen: Kohle aus Kolumbien" und mit Hamadou Ngoei zum Thema "Fairtrade im Einzelhandel".

Initiatorin Linda Mühlberger bedankte sich an dieser Stelle bei allen Begleitern des Projekts, das auf so viel Interesse auf allen Ebenen der Schule gestoßen war. Dank kam auch von den Schülern selbst – und zwar für beeindruckende und nachhaltige Lernerlebnisse.

Die Grenzenlos-Aktiven im Projekt sind Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika, die an deutschen Hochschulen eingeschrieben sind und sich ehrenamtlich für die Agenda 2030 an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg engagieren. Durch sie erleben die Schüler unter anderem die Sichtweisen und Auswirkungen von der anderen Seite her.

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