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Glatten Nahwärme und Glasfaser im Doppel?

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Gemeinsam informierten Rolf Pfeifer von Endura Kommunal, Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer und Lukas Winkler vom Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband (von links) über eine Energiegenossenschaft Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Die Ernergiegenossenschaft zur Nahwärmeversorgung wird konkreter. Der Informationsabend der Gemeinde Glatten war jedenfalls gut besucht. Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer hat nach eigenen Worten einen Traum: eine Gründung noch vor Weihnachten.

Glatten. Zahlreiche Bürger waren ins Hotel Schwanen gekommen, um mehr über die Gründung einer Bürgergenossenschaft und den Aufbau eines Wärmenetzes zu erfahren. Bürgermeister Pfeiffer war erfreut über den großen Zuspruch seitens der Bevölkerung und hofft auf eine rasche Realisierung.

Rolf Pfeifer von der Beratungsfirma Endura Kommunal in Freiburg referierte zunächst über das in Glatten geplante Wärmenetz. Er gab die Ergebnisse zu den Untersuchungen über den Energieverbrauch bekannt. Laut Pfeifer war die Rücklaufquote "gut". Aus den Untersuchungen ging auch hervor, dass sich 71 Prozent der Haushalte für einen Kombianschluss, sprich Nahwärme und Glasfaser in einem Zug, interessieren. Pfeifer erklärte in diesem Zusammenhang, dass eine Nahwärmeversorgung dann sinnvoll sei, wenn sich möglichst viele Haushalte anschließen.

Eine zu errichtende Heizzentrale könnte mit Hackschnitzeln oder Ölkessel funktionieren, möglicherweise auch kombiniert mit Solarthermie, sagte Pfeifer. Die erste Idee hierzu, die Firma Woodward L’Orange mit einem Blockheizkraft zu versorgen, scheiterte daran, dass keine Erdgasleitung in diesem Bereich vorhanden sei. In einer zweiten Idee beschäftigte man sich mit dem Thema "Mikronetze" und Standortsuche für eine Heizzentrale. Als idealen Standort benannte Rolf Pfeifer den Bereich beim Schuppen der Firma Weigold (alte Wasserversorgung), die weit oben liegt. Der Standort befinde sich außerhalb des Orts im Wald. Er sei nicht sichtbar, und die Abgase würden nach oben steigen.

In einem ersten Schritt würde sich ein Nahwärmestrang von dort oben Richtung Ort und Lombachstraße ziehen. In diesem ersten Bauabschnitt könnte auch die Firma Woodward L’Orange anschließen, ohne die es laut Pfeifer nicht funktionieren würde. Die Kosten für ein solches, zwei Kilometer langes Nahwärmenetz lägen bei 450 bis 500 Euro je laufenden Meter. Die Gesamtinvestitionen würden etwa bei zwei Millionen liegen, an Fördermitteln könnte die Gemeinde mit rund 230 000 Euro rechnen. An Eigenkapital müsste die Gemeinde eine weitere Viertelmillion bereitstellen. Dabei ließen sich 40 Wohn- und Gewerbegebäude mit Nahwärme versorgen.

Bürgermeister Pfeifer will vom Heizöl weg und ist offen für Systeme mit Nahwärme. Allerdings sei der genannte Standort noch nicht rechtlich geprüft, obwohl er den idealen Punkt zum Einstieg darstelle. Die zentrale Lage bei den Großabnehmern, so Bürgermeister Pfeifer, sei günstig, um alle, auch Privatabnehmer, zu versorgen. Dabei könne man gleich auch die Leerrohre für Glasfaser mitverlegen.

Rolf Pfeifer erläuterte beispielhaft, dass durch den Betreiber eines solches Nahwärmenetzes ein Tarif gefunden werden müsste, den der Endverbraucher zahlen könne und der für den Betreiber interessant sei. Aufgrund seiner Grobkalkulation könnten die Anschlusskosten einmalig bei etwa 5950 Euro liegen, die Anschlussleistung pro Kilowatt läge bei 59,50 Euro und der Arbeitspreis pro Kilowatt gelieferter Wärme könnte bei 8,33 Cent je Kilowattstunde liegen.

Bei Vollkostenvergleich die günstigste Lösung

Darüber hinaus legte Pfeifer einen Vollkostenvergleich über 20 Jahre vor, wonach Nahwärme am günstigsten wäre, vor Heizöl und Solarthermie. Die Gründung einer Bürger-Energiegenossenschaft und damit die Übernahme eines Ehrenamts in diesem Bereich könnte sich jeder dritte Einwohner von Glatten vorstellen.

In einem zweiten Vortrag informierte Lukas Winkler vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband Stuttgart über den Aufbau einer Energiegenossenschaft, mit der die Bürger aktiv eingebunden werden. Er erklärte die Erfordernisse für eine Gründung, Finanzierung über Genossenschaftsanteile ebenso wie die Herausforderungen durch ehrenamtliche Strukturen als ein Geschäftsmodell.

Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer zeigte sich im Anschluss an die Diskussions- und Fragerunde begeistert darüber, dass großes Interesse an der Übernahme von Ehrenämtern vorliegt, wenn die Genossenschaft kommt. Sein Traum ist es, die Energiegenossenschaft noch vor Weihnachten zu gründen.

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