In der Gemeinde Zimmern gibt es noch 86 Adressen, die zu den „grauen Flecken“ zählen. Foto: Weisser

Zimmern setzt bei der Glasfaserversorgung nun auf eine gemeinsame Ausbaustrategie mit dem Landkreis – das Angebot des Unternehmens Deutsche Glasfaser ist mangels Interesse vom Tisch.

Chance vertan: Das Unternehmen Deutsche Glasfaser hätte die Haushalte der Gesamtgemeinde mit einem kostenlosen Glasfaseranschluss versorgt, sofern mindestens ein Drittel zu diesem Anbieter gewechselt wäre. Diese Vorgabe wurde bis zum Stichtag 16. Dezember 2023 nicht erreicht. Die bereits unterschriebenen Verträge würden nun hinfällig, erklärte Bürgermeisterin Carmen Merz im Gemeinderat.

 

In Zimmern kommt nun der Landkreis wieder ins Spiel. In der jüngsten Sitzung verständigten sich die Ratsmitglieder darauf, für den Ausbau der noch bestehenden „grauen Flecken“ (Adressen mit Anschlussgeschwindigkeiten bis 100 Mbit/s) die Hilfe des Landratsamts in Anspruch zu nehmen. Mit dem Landkreis soll ein öffentlich-rechtlicher Vertrag geschlossen werden. Dieser stellt für die Kommunen die Förderanträge.

Bisherige Zusammenarbeit war gut

Die bisherige Zusammenarbeit mit dem Landkreis in puncto Breitbandversorgung sei gut gewesen, meinte die Bürgermeisterin. Stefan Wiest, im Landratsamt für den Breitbandausbau zuständig, erläuterte dem Gremium das weitere Vorgehen beim FTTB-Ausbau (Glasfaserkabel bis ins Haus verlegt) der bisher unterversorgten Adressen in der Gemeinde. Vorab erinnerte er an die bisherigen Breitband-Aktivitäten des Landkreises. So seien in den Jahren 2016 bis 2018 kreisweit alle Städte und Gemeinden über den sogenannten FTTC-Ausbau (Glasfaser bis zum Netzverteiler) an das Netz angeschlossen worden.

In jedem Ort gebe es seitdem mindestens einen Netzverteiler. Die Bandbreiten am Hausanschluss habe man aufgrund der kürzeren Kupferleitungen damit deutlich steigern können, ohne dass die Haushalte in neue Techniken hätten investieren müssen. Das sei die Grundlage für den begonnen FTTB-Ausbau. Im nächsten Schritt hätten alle förderfähigen Schulen im Kreis Rottweil, deren Träger es wollten, einen leistungsfähigen Glasfaseranschluss bekommen.

Strategie für „graue Flecken“ in Planung

Seit 2021 laufe der Glasfaserausbau der „weißen Flecken“ (Hausanschlüsse mit einer Downloadgeschwindigkeit von weniger als 30 Mbit/s) und der Gewerbegebiete. Nunmehr sei die Strategie für den Ausbau der „Grauen Flecken“ in Planung.

Die bundeseinheitliche Analyse weise im Landkreis Rottweil einen potenziellen eigenwirtschaftlichen Ausbau von 84 Prozent aus. 16 Prozent wären demnach nicht eigenwirtschaftlich an das Glasfasernetz anzuschließen, weil die Hausanschlusskosten an das Glasfasernetz für die Unternehmen zu unwirtschaftlich wären. Zimmern habe – so Wiest – „ein hohes Potenzial an eigenwirtschaftlichem Ausbau“, die Gemeinde sei allgemein gut versorgt. Jedoch seien 86 förderfähige Punkte festgestellt worden. Diese Hausanschlüsse wären förderfähig, der Anschluss an das Glasfasernetz damit kostenlos, aber nur sofern ein Tarifvertrag abgeschlossen werde.

Die Gemeinde wird, das wurde beschlossen, bei Berücksichtigung der Förderung den erforderlichen Eigenanteil (Wirtschaftlichkeitslücke) tragen. Die erforderlichen Haushaltsmittel – sie wurden für den Kernort und die drei Ortsteile auf 375 000 Euro geschätzt – sollen im mittelfristigen Finanzplan der Gemeinde eingeplant werden.