Am Ende sollen alle Oberndorfer einen Anschlussbekommen, der hohes Tempo bei Datenübertragung erlaubt. Foto: dpa/Sina Schuldt

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates ging es um den weiteren Glasfaserausbau und die Ausbaustrategie der grauen Flecken. Davon profitieren Anwohner an 1731 Adressen.

Seit 2015 verfolgt der Landkreis Rottweil eine einheitliche Breitbandstrategie in Zusammenarbeit mit allen Städten und Gemeinden. Dies führte zur schrittweisen Umsetzung und Weiterentwicklung des Glasfaserausbaus.

 

Mehrere Projekte des Glasfaserausbau wurden bereits umgesetzt. So wurden von 2016 bis 2018 alle Städte und Gemeinden durch den FTTC-Ausbau ans Glasfasernetz angeschlossen. FTTC steht für „Fiber To The Curb“. Hier endet die Glasfaser am Verteilerkasten am Straßenrand, während das letzte Stück bis zum Haus mit Kupferkabeln erfolgt.

Nach Abschluss des FTTC-Ausbaus im Frühjahr 2018 wurden förderfähige Schulen im Landkreis mit FTTB-Anschlüssen ausgestattet. Dies bedeutet, dass die Glasfaser bis zum Gebäude verlegt wurde.

Weiße Flecken an 4800 Adressen schon bedacht

Im Jahr 2021 wurde die Telekom mit dem Ausbau unterversorgter Haushalte und förderfähiger Gewerbegebiete beauftragt. Der Ausbau dieser Gebiete, der sogenannten weißen Flecken bezieht sich auf Standorte, an denen es keinen oder nur sehr begrenzten Zugang zum Internet gibt. Der Ausbau ist bis Ende 2024 geplant und betrifft 4800 Adressen in Oberndorf.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates ging es nun um die Ausbaustrategie der so genannten grauen Flecken. „Graue Flecken sind alle Adresspunkte, die bisher über keinen Glasfaser- oder Kabelanschluss verfügen“, erklärt Andrea Schmider, Pressereferentin des Landratsamts Rottweil auf Anfrage.

Laut heutigem Konzeptionsstand gebe es in Oberndorf 1731 solcher grauer Flecken. „24 davon sind im Außenbereich und 1707 im überplanten Innenbereich“, sagt Andrea Schmider weiter.

Diese Adressen sind förderfähig nach der Gigabitrichtlinie des Bundes. Die grauen Flecken sollen nun in einem Förderantrag berücksichtigt werden, um alle unwirtschaftlichen Gebiete einzubeziehen.

Zu der Förderung erklärt Schmider: „Wir haben als Landkreis beim Bund einen Antrag auf Förderung zum Ausbau der grauen Flecken gestellt. Wir planen, konzipieren, stellen Anträge, führen Gespräche und beauftragen Vergabeverfahren für alle Kommunen im Rahmen des vierten Kreisprojektes.“ So müsse nicht jede Kommune für sich all diese Aufgaben erledigen. Um diese Unterstützung leisten zu können, benötigt das Landratsamt jedoch von den betreffenden Kommunen jeweils eine Aufgabenübertragung in Form eines Kooperationsvertrages.“

Mehr Informationen gewünscht

Die Verwaltung schlägt vor, den Landkreis mit dem Ausbau der grauen Flecken im Wirtschaftlichkeitslückenmodell zu beauftragen, um den Förderantrag noch in diesem Jahr zu stellen.

Die Kommunen übernehmen den Eigenanteil der Wirtschaftlichkeitslücke für Adressen im Innenbereich und planen die benötigten Mittel im mittelfristigen Finanzplan der Jahre 2025 bis 2030 ein.

Bevor der Rat diesem Vorschlag einstimmig zustimmte, wünschte Ruth Hunds (SPD) sich mehr Informationen, wo genau sich die grauen Flecken befinden und wie es voran gehen solle. Bürgermeister Mattias Winter nahm die Anregung auf und werde schauen, ob man einen Vortag in die nächsten Sitzungen miteinbauen könne.