Klimaerwärmung und andere Faktoren wie die Ausbreitung des Bibers wirken sich auf die Gewässer in St. Georgen aus. Jüngst haben sich Vertreter von Stadt und Landratsamt getroffen und Maßnahmen zum Gewässerschutz vor Ort besprochen.
Vertreter von Stadt und Landratsamt trafen sich. Bei dem Ortstermin dabei war Bauamtsleiter Alexander Tröndle. Diese Gewässerschau, so berichtet er unserer Redaktion, finde alle fünf Jahre statt. Im besonderen Blick stünden dabei Gewässerabschnitte, „bei denen vielleicht was im Argen liegt“.
So führte die Besichtigung dieses mal zu einem Bereich der Brigach bei Peterzell in der Nähe des Bahnübergangs, wo ein Biber „einen großen Bau“ habe. Das zeige sich auch an einem Rückstau des Gewässers und einer dadurch verlangsamten Fließgeschwindigkeit, sagt Tröndle.
Die Folgen seien, gerade angesichts heißer und trockener Sommer, eine starke Erwärmung des Flusses auf bis zu 28 Grad, was vielen im Wasser lebenden Organismen schade.
Tröndle erwähnt beispielhaft die Bachforelle, die bislang einen geringeren Schutzstatus als der Biber habe. Über kurz oder lang müsse die Politik aber überlegen, wie mit dem Konflikt umzugehen sei.
Keine natürlichen Feinde
Der Biber habe keine natürlichen Feinde. „Irgendwann sind die ganzen Gewässer von Bibern besiedelt“, mutmaßt Tröndle. Das könnte zur Bedrohung anderer Wasserlebewesen führen, eben der Bachforelle. „Sie braucht kühles Wasser.“
Praktikable Maßnahmen
Bei der aktuellen Gewässerschau ging es vor allem darum, praktikable Maßnahmen festzulegen. Damit der Fluss nicht der prallen Sonne ausgesetzt ist, wurde eine mögliche Beschattung durch Bepflanzungen des Gewässerrandstreifens mit wasserliebenden Gewächsen wie Weiden und Schwarzerlen besprochen. Die Umsetzung werde mit Hilfe des Bauhofs erledigt und in diesem Jahr begonnen, so Tröndle im Gespräch mit unserer Redaktion.
Größere Maßnahme angesprochen
Aber auch eine größere Maßnahme wurde bei der Gewässerschau angesprochen. So soll ein Gewässerabschnitt der Brigach zwischen den Unternehmen Kaspar und J. G. Weisser voraussichtlich in den kommenden drei Jahren renaturiert werden. Der Fluss soll einen natürlicheren, mäandernden Verlauf erhalten. Mit diesem Vorhaben könnten Ökopunkte gesammelt werden, die als Ausgleich für bauliche Eingriffe anderswo genutzt werden können. Ein Renaturierungsplan werde noch erarbeitet und mit den Behörden abgestimmt. Angesichts des Umfangs der Maßnahme sei auch der Gemeinderat mit im Boot.