Das Gärtnern in Gemeinschaft kommt immer mehr in Mode. Die fleißigen Gärtnerinnen des Rottweiler Gemeinschaftsgartens haben viele Tipps für alle parat, die im eigenen Garten oder auf Balkon und Terrasse Gemüse und Kräuter anbauen möchten.
Gärtnern liegt im Trend. Doch wer eine vierköpfige Familie mit Obst, Kartoffeln und Gemüse selbst versorgen möchte, der braucht mindestens 500 Quadratmeter Nutzfläche im Garten und muss zudem gut 230 Stunden Arbeit in den Garten investieren. Da ist bei vielen der Selbstversorgertraum schnell ausgeträumt.
Doch es gibt Alternativen: Gemeinschaftsgärten. Freilich reicht die Ernte in einem solchen nicht aus, um die mitarbeitenden Familien komplett mit Obst und Gemüse einzudecken, doch kann man einen großen Teil des Bedarfs abdecken, weiß Janina Niefer vom Rottweiler Gemeinschaftsgarten am Nägelesgraben.
Viele Familien engagieren sich
Hier ist nahezu jeden Tag irgendjemand am Werkeln, mal allein, mal in Gemeinschaft. Ja, ganze Familien engagieren sich, was Janina Niefer besonders freut. „Man kann auch eine ganze Menge voneinander lernen“, schildert sie einen Vorteil des gemeinschaftlichen Gärtnerns. Ein weiterer sei, dass man nicht jeden Tag selbst nach dem Garten schauen und gießen müsse. „Das bietet vor allem in Urlaubszeiten, oder in Zeiten vieler Termine Vorteile. „Das gemeinsame Tun macht eine Menge Spaß und wir ergänzen uns in ganz unterschiedlichen Disziplinen“, sind sich die Frauen einig, die heute im Garten die Beete auf Vordermann bringen, Unkraut jäten und den Boden durcharbeiten.
Radieschen und Tomaten gehen immer
Doch ist das Gärtnern wirklich so einfach? „Naja, es gibt immer etwas, das nichts wird“, geben die Frauen zu, haben aber eine ganze Liste parat, was man am besten wie pflanzen kann – mit Gelinggarantie. Auch ganz ohne Garten. „Radieschen gehen immer und sind auch etwas für Ungeduldige, da man hier nicht lange warten muss“, weiß eine der Gärtnerinnen.
„Vor allem Kräuter, Paprika, Pflücksalat oder auch Chili und Tomaten lassen sich herrlich auf dem Balkon oder im Blumentopf ziehen“, ergänzt eine andere. Da Tomaten keinen direkten Regen mögen, lieben sie das Freiland ohnehin nicht. Ein geschützter Platz auf dem Balkon sorgt für wahre Erntepracht. „Auch Rote Beete kann man gut im Hochbeet pflanzen“, lautet ein weiterer Tipp. Und welches sind die besten Samen? „Biosaatgut. Die Pflanzen sind dann meist sehr robust“, weiß Janina Niefer. „Aber auch Pflanzentauschbörsen eignen sich prächtig, um Neues auszuprobieren“, rät eine der Gärtnerinnen.
Tipps gegen Schnecken
Und gibt es einen Tipp, was bei Schneckenplage und Ungezieferbefall zu tun ist? „Aber ja: am besten Schneckeneier bereits im Herbst absammeln. Man muss hier auch unter Steinen und Brettern nachschauen. Oder einen Schneckenzaun verwenden“, so der Rat. Und das Läusethema regle sich im Freiland meist von alleine. „Man muss nur Geduld haben, bis sich die Nützlinge einstellen“, sagt eine der Frauen abschließend.