Der Gemeinderat stimmt über die Neugestaltung des Sitzungssaals ab. Foto: Hezel

Soll der Sitzungssaal ein reiner Sitzungssaal bleiben? Wie sinnvoll ist die Möglichkeit einer flexiblen Nutzung? Diese Fragen stellte sich der Oberndorfer Gemeinderat.

Bürgermeister Matthias Winter verwies darauf, dass der Sitzungssaal im Oberndorfer Rathaus bereits 50 Jahre alt ist. Renovierungsbedarf, vor allem was die technische Ausstattung angeht, sei vorhanden.

 

Ein Haushaltsbetrag in Höhe von 40 000 Euro ist in den Haushalt eingestellt. Der Sperrvermerk darauf muss zur Verwendung des Betrags für die Neugestaltung des Sitzungssaals aufgehoben werden. Darüber galt es im Gemeinderat abzustimmen. Weiterhin war in der Beschlussvorlage vorgesehen, einen Innenarchitekten zu beauftragen, zwei Vorentwürfe zu verfassen. Einen für die Neugestaltung des Raums als reinen Sitzungssaal und einen zweiten für die Nutzung als multifunktionaler Raum.

Nur das Notwendigste

Die Frage nach einem möglichen Mehrzweckraum sorgte auch im Gemeinderat für reichlich Diskussion. Dieter Rinker (FWV) hinterfragte die Gründe für die Erwägung der Gestaltung eines multifunktionalen Raums. Stefan Franz (CDU) stimmte Rinker zu. Er schlug vor, den Gemeinderat über die Notwendigkeit der Planung eines Mehrzwecksaals abstimmen zu lassen.

Erster Beigeordneter Lothar Kopf berichtete von einer kontroversen Diskussion im Ausschuss. Dabei habe sich die Mehrheit für den Vorschlag der FWV ausgesprochen, eine Möblierung zu prüfen, die flexibel genutzt werden kann. Ruth Hunds (SPD) erklärte, ihre Fraktion sei schon in der Ausschusssitzung der Meinung gewesen, dass kein neues Mobiliar notwendig ist und es ausreicht, in die Erneuerung von Technik und Fußboden zu investieren. Günter Danner (SPD) sprach sich ebenfalls dafür aus, die Neugestaltung auf das Notwendigste zu beschränken.

Keine Mehrheit

Sabine Jaud (FWV) hingegen verwies darauf, dass die Möblierung zum Teil auch mit der technischen Ausstattung verbunden und damit ein Teil davon sei. Thomas Hartmann (FWV) gab an, ebenfalls eine flexible Gestaltung zu befürworten. Bürgermeister Winter hakte ein. Es sei klar, dass kein Veranstaltungsraum benötigt wird. Doch gelte es, den Anforderungen an einen modernen Tagungs- und Sitzungssaal zu entsprechen. Winter wies zudem darauf hin, dass der Saal schon für größere Workshops genutzt worden sei und sprach sich für eine flexible Gestaltung aus.

Schließlich beantragte Rinker, den Beschlussvorschlag aufzutrennen, ob ein Innenarchitekt mit der Planung eines reinen Sitzungssaals oder eines Mehrzwecksaals beauftragt werden soll. In einer ersten Abstimmung entschied der Gemeinderat zunächst einstimmig, den Sperrvermerk zur Neugestaltung aufzuheben. Keine Mehrheit fand der Beschlussvorschlag, einen Innenarchitekten mit der Planung eines reinen Sitzungssaals und eines multifunktionalen Raums zu beauftragen. Ebenso keine Mehrheit fand der neue Vorschlag, einen Innenarchitekten lediglich für die Planung eines Sitzungssaals zu beauftragen. Ruth Hunds erklärte ihre Ablehnung dazu damit, dass es aus ihrer Sicht keine Planung durch einen Innenarchitekten braucht. Winter betonte allerdings die Notwendigkeit zur fachlichen Begutachtung des Vorhabens, zumal es bei der geplanten Neugestaltung einiges zu beachten gebe, unter anderem, dass das Gebäude unter Denkmalschutz stehe. Auch Fernwärme und Brandschutz seien Themen, erklärte der Bürgermeister.

Später entscheiden

Wolfgang Hauser (CDU) schlug vor, über die Planung von zwei Entwürfen, einen mit neuen Möbel und einen für die Beibehaltung der alten Möbel, abzustimmen. Dann könne entschieden werden, ob eine neue Möblierung im preislichen Rahmen liegt. Dieser Beschlussvorschlag wurde mit zwei Gegenstimmen angenommen.

Hans Häckel (SPD) merkte gegenüber unserer Redaktion noch an, dass keineswegs nur über 40 000 Euro diskutiert wurde. Dies seien lediglich die für die Planung veranschlagten Kosten. Es gehe um deutlich über mindestens 200 000 Euro.