Beim Asphaltieren eines Abschnitts der Nusplinger Ortsdurchfahrt hat die beauftragte Firma die vorgeschriebenen Parameter nicht erfüllt. Foto: dpa/Stefan Sauer

Gute Nachrichten gab es in der jüngsten Sitzung des Nusplinger Gemeinderats: Laut Bauleiter Andreas Musen fallen die Baukosten für die Sanierung des ersten und zweiten Bauabschnitts der Nusplinger Ortsdurchfahrt rund eine halbe Million Euro günstiger aus.

„Ich freu mich sakrisch“, erklärte Andreas Musen im Gemeinderat, der die Nachricht von der hohen Ersparnis bei der Sanierung der Ortsdurchfahrt gegenüber der Kostenschätzung gleichwohl nüchtern zur Kenntnis nahm. Es sei damit immer noch teurer als anfangs geplant, gab Michael Schlude zu bedenken.

 

Dennoch ließ sich Andreas Musen „nicht die Sahne vom Kuchen nehmen“, wie er betonte. Für den ersten Bauabschnitt sprach er bei den reinen Baukosten von einer Einsparung in Höhe von insgesamt 229 000 Euro für die Gemeinde.

Der Asphalt der Nusplinger Ortsdurchfahrt ist nicht so dicht, wie er sein sollte

Für den zweiten Bauabschnitt könne man durchaus mit mindestens derselben Ersparnis rechnen. Der letzte Teil der Arbeiten soll dann im Juni beginnen und maximal acht Wochen dauern. „Die Baufirma will eigentlich vor den Handwerkerferien fertig sein“, konkretisierte Bauleiter Musen den Zeitraum.

Probleme habe es allerdings bei den Asphaltuntersuchungen im Bauabschnitt zwei gegeben, die im Rahmen der Qualitätssicherung grundsätzlich vorgenommen werden, erklärt Musen, um zu schauen, ob die Zusammensetzung des Asphalts den gesetzlichen Vorgaben entspricht.

Dabei habe sich ergeben, dass beim Verdichtungsgrad die Toleranz unterschritten wurde – zwar nicht massiv, aber daraus ergebe sich eine Überschreitung beim Hohlraumgehalt.

Kostenminderung und Untersuchungen werden der Firmal in Rechnung gestellt

An beiden Standorten der Probebohrung sei dasselbe Ergebnis aufgetreten. Daher müsse nun im Mai nochmals geprüft werden, auf welchen Bereich sich diese Abweichungen erstrecken. „Da haben wir zu tun, um die genaue Fläche einzukreisen“, erklärte Musen. Optisch sei dies am Belag nicht zu erkennen.

Letztlich führe das Nicht-Einhalten der vorgegeben Werte zu einer Minderung der Kosten, die dann der ausführenden Firma abgezogen werden können. Auch die Untersuchungen müsse die Baufirma bezahlen. Andreas Musen beruhigte die Gemeinderäte jedoch insoweit, als dass dies alles keine Auswirkungen auf die Festigkeit oder die Griffigkeit des Belags habe. Das Regelwerk im Bau verlange jedoch das genaue Einhalten der Richtwerte. Sobald er nach der Prüfung genaue Ergebnisse habe, will Musen sie dem Gremium präsentieren.

Großer Appell: „Die Kanäle müssen regelmäßig gewartet werden!“

„Delikat“ ist laut Andreas Musen auch das Thema Kalkablagerungen im Kanal – und „eine echte Herausforderung“: „Die Kanäle müssen unbedingt regelmäßig gewartet werden“, forderte er. So sei der Kanal Rauzenbach derart verkalkt gewesen, dass die Fachfirma beim Ausfräsen viel zu tun hatte.

Selbst mit 2000 bar Druck habe sich zunächst kaum etwas von der Ablagerung entfernen lassen. Erst entgegen der Fließrichtung des Wassers. Rund zwei Drittel des Durchmessers seien zum Teil dicht gewesen. Bürgermeister Jörg Alisch bestätigte: „Da kann man echt fast zugucken, wie die Kalkablagerungen wachsen.“