Das Schild für Tempo 50 wird es an der Ringstraße wohl in absehbarer Zeit nicht mehr geben. Die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer soll bis zum Kreisverkehr am Stadtbahnhof verlängert werden. Foto: Breitenreuter

Die Stadtverwaltung Freudenstadt will innerhalb des Lärmaktionsplans die Geschwindigkeitsbeschränkung in der Innenstadt ausweiten. Ein entsprechender Vorschlag für den Gemeinderat liegt vor.

Freudenstadt - Die Fortschreibung der Lärmaktionsplanung stand auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Dienstag, die wegen den hohen Inzidenzzahlen der Corona-Pandemie verschoben wurden. Seit dem Erlass der Umgebungslärmrichtlinie der Europäischen Union im Jahr 2005 ist die Stadt verpflichtet, einen Lärmaktionsplan für den Straßenverkehr aufzustellen. Dies geschah im Oktober 2017, als nach einer Analyse der Lärmsituation auf Freudenstadts Straßen zahlreiche Maßnahmen beschlossen und umgesetzt wurden.

Hauptbestandteil der ersten Stufe der Lärmaktionsplanung war Tempo 30 in der Innenstadt. Auf sämtlichen Straßen, die den Marktplatz queren, gilt seit der großen Sanierung die reduzierte Geschwindigkeit, ebenso auf einigen Abschnitten in der Peripherie. Auch der Bau des Kreisverkehrs am Promenadeplatz und der Radweg nach Dietersweiler zählten zu den Maßnahmen. Jetzt liegt die Fortschreibung der Lärmaktionsplanung vom Ingenieurbüro Koehler & Leutwein mit zahlreichen Berechnungen, Analysen und Kartierungen vor. Auf dieser Grundlage macht die Verwaltung nun Vorschläge für weitere Maßnahmen.

Im Mittelpunkt steht dabei wieder Tempo 30. So soll zum Beispiel auf der Bundesstraße 462 vom Ortseingang bis zur Gärtnerstraße Tempo 30, das bisher nur nachts gilt, auch tagsüber eingeführt werden. Tempo 30 soll ferner in Zukunft auf der Ulanenstraße zwischen Murgtal- und Hirschkopfstraße gelten sowie auf der Moosstraße zwischen Ring- und Hirschkopfstraße und auf der Hirschkopfstraße zwischen Ringstraße und Martin-Luther-Straße.

Verwundert ist mancher Autofahrer bislang, dass auf der Martin-Luther-Straße zwischen der Jakobstraße und Ringstraße nach Tempo 30 auf dem Marktplatz mit 50 Stundenkilometern weitergefahren werden darf. Ebenso auf dem kurzen Abschnitt der Ringstraße zwischen Dammstraße und Kreisverkehr (Moosstraße). Das soll sich mit der zweiten Stufe der Lärmaktionsplanung ändern. Die genannten Bereiche sollen ebenso auf Tempo 30 reduziert werden.

Ebenfalls runter vom Gas müssen die Autofahrer auf der Hirschkopfstraße zwischen Ringstraße und Martin-Luther-Straße und auf der Straßburger Straße ab Hartranftstraße bis zum Wölperwiesenweg bei der Bäßlerbrücke. Verlängert werden soll auch der Tempo-30-Bereich auf der Stuttgarter Straße von der Einmündung Bahnhofstraße bis zur Falkenstraße. Das neue Konzept für den öffentlichen Nahverkehr, das derzeit für den Landkreis und den Nationalpark erstellt wird, soll ebenfalls ein Bestandteil der Lärmaktionsplanung sein.

Tunnel soll Lärmweiter verringern

Durch die Verbesserung der Radinfrastruktur soll das Radeln zu einer möglichen Alternative auf Kurzstrecken werden. Angedacht ist dazu eine Rad- und Fußwegverbindung zwischen Dietersweiler und Aach im Zuge des Ausbaus der Kreisstraße 4744, ein Schutzstreifen für Radler beziehungsweise ein gemeinsamer Geh- und Radweg auf der Bahnhofstraße von der Hohenrieder Straße bis zum Hauptbahnhof und ein Radweg nach Christophstal. Durch den Tunnelbau zwischen den Bundesstraßen 462 und 28 erhofft sich die Stadt, dass sich die Lärmsituation in der Kernstadt weiter deutlich verbessert.

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