Eine Schlingnatter Foto: Pixabay/makamuki0

Burladingen nimmt an der Biotopverbundplanung des Zollernalbkreises teil. Damit sollen gefährdete Arten beschützt und erhalten werden.

Mit vier Enthaltungen hat der Gemeinderat Burladingen beschlossen, an der Biotopverbundplanung des Zollernalbkreises teilzunehmen, die dann zentral beim Landratsamt zusammenläuft.

 

Das Ziel dabei ist, Biotope miteinander zu verbinden und so Arten zu erhalten und zu schützen. Pascal Abel, Biotopverbundbotschafter beim Landratsamt Zollernalb, erklärte dem Gremium, warum dies wichtig ist. „Wir leben in einer Zeit einer schweren Biodiversitätskrise.“

Viele Biotope sind von einander abgeschnitten

Momentan seien viele Biotope von einander abgeschnitten, das heißt, auch die Tiere leben nur auf sprichwörtlichen „Inseln“, die durch menschengemachte Siedlungen und Landwirtschaft voneinander getrennt sind.

Auch ist eine Wiederbesiedlung von Gebieten mit bestimmten Arten und die Sicherung und Wiederherstellung von ökologischen Wechselbeziehungen ein Ziel des Biotopverbunds. Aber dafür müssen die Arten erst einmal einen Weg haben, um überhaupt zu einem Siedlungsgebiet zu kommen.

Aber es geht auch um eine Auffrischung des jeweiligen Genpools einer Population: „Weniger mobile Arten können die durch uns geschaffenen Barrieren nicht überwinden, bleiben in ihrer kleinen Insel und werden genetisch verkümmern“, erklärt Abel. Als Beispiele nennt er die Feldlerche, die Schlingnatter, den Dünen-Sandlaufkäfer und den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, ein Schmetterling.

Burladingen profitiert von Fördermitteln

Allein für die Konzepterstellung kann Burladingen bis zu 90 Prozent Förderung erhalten, 70 Prozent sind dann für die jeweiligen Umsetzungen möglich. Die Planungen zu Anfang kosten voraussichtlich 200 000 Euro. Die Stadt zahle am Ende nur 20 000 Euro.

Für die Biotopverbundplanung werden Daten über Artvorkommen erhoben und aktualisiert. Es wird eine Zielartenliste erstellt, welche Tiere besonders geschützt und gefördert werden sollen.

Dabei gibt es auch „Schirmarten“. Dies sind Arten, deren Förderung anderen ebenfalls zugute kommt, so dass diese quasi automatisch mitgefördert werden. Zudem werden Steckbriefe für einzelne Maßnahmen erstellt.

Vorteil für die beteiligten Kommunen

Bei den Prozessen ist zudem vorgeschrieben, dass die Öffentlichkeit beteiligt wird. Verschiedene Interessensgruppen müssen eingeladen werden, etwa Naturschutzverbände oder Landwirte.

Neben der Verbindung der Biotope, etwa durch Grünstreifen, Amphibientunnel oder Wildtierkorridore, sollen auch die Biotope selbst gepflegt werden. Dazu gehört die Pflege von Streuobstwiesen oder auch Gewässerpflege. Gerade Gewässer sind auch Verbindungswege für Arten.

Die zentral gesteuerte Verbindung im Landratsamt ist für die beteiligten Kommunen von Vorteil. Sie haben ein Steuerungsinstrument, wenn bei Bauprojekten Biotop- und Umweltangelegenheiten berücksichtigt werden sollen und müssen.

Stadtrat Joachim Steyer (AfD) merkte an, dass früher wesentlich mehr gespritzt worden sei. Heute sei die Umwelt und Luft verhältnismäßig sauber. Ob schon einmal darüber nachgedacht wurde, dass die Funkmasten, die es vor 20 Jahren nicht gab, für das aufgekommene Insektensterben verantwortlich sein könnten? Abel antwortete hierauf: Ein Zusammenhang zwischen Funk und Artensterben sei ihm nicht bekannt.