Die Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach will sich vier Grundstücke in Bad Rippoldsau sichern. Dem folgte der Gemeinderat nun. Dort sollen die Johanniter-Unfallhilfe und die Feuerwache Platz finden. ELR-Fördermittel wurden bereits beantragt.
Der Kauf von vier Flurstücken in Bad Rippoldsau soll der Stärkung der Infrastruktur in dem Ortsteil den Boden bereiten. Der Beschluss wurde in der Gemeinderatssitzung am Dienstag mehrheitlich gefasst. Der Bürgersaal war proppenvoll mit Angehörigen der Feuerwehr, Johannitern und interessierten Einwohnern.
Mit dem Erwerb der Grundstücke sollen der Verbleib der Johanniter-Unfallhilfe im Ort und der Neubau einer Feuerwache der Abteilung Bad Rippoldsau gesichert werden.
Im Einzelnen geht es um den Parkplatz und die alte Abfüllanlage der Peterstaler Mineralquellen in der Fürstenbergstraße. Weiter im Gesamtpaket enthalten sind die Villa Sommerberg und das Verwaltungsgebäude.
Mehrere Sondersitzungen und viele Diskussionen
Die Johanniter-Unfallhilfe beabsichtigt, nach dem Abriss der alten Sprudelei und bedarfsgerechten Neuvermessungen, den Ankauf des Teilgrundstücks. Hierdurch entsteht laut Bürgermeister Bernhard Waidele eine Kofinanzierung zum vorherigen Erwerb durch die Gemeinde. Der Gesamtpreis für die Grundstücke ist dem Gemeinderat bekannt, wurde jedoch öffentlich nicht genannt.
„Das ist eine einmalige Chance für die Entwicklung des Ortsteils Bad Rippoldsau,“ warb der Bürgermeister um Zustimmung. Der Beschlussfassung voraus gingen seinen Worten nach mehrere Sondersitzungen und viele Diskussionen.
Knapp werdende Ressource Wasser
Gemeinderat Franz Günter (FWV) befürwortete den Kauf trotz einiger Bedenken. Eine Ablehnung würde seiner Meinung nach den Entwicklungsprozess der Gemeinde „um Welten zurückwerfen“.
Ratskollege Kurt Schmieder (CDU) hielt den Kauf ebenfalls für notwendig, auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit im Flächenverbrauch. Zudem gelange die Gemeinde in den Besitz von zwei Mineralquellen – ein nicht zu unterschätzender Faktor in Zeiten des Klimawandels und der infolgedessen knapp werdenden Ressource Wasser. Seiner Ansicht nach werden die Fördermittel Knackpunkt des Unterfangens sein.
Gemeinderätin äußert ihr Unverständnis
Bruno Armbruster (CDU) sprach sich insbesondere gegen den Kauf der „Schrottimmobilie“ Sommerbergvilla aus. Außerdem monierte er, dass der Eigentümer Dror Adam sich im Gemeinderat nicht einmal habe blicken lassen. Viola Künstle (CDU) votierte ebenfalls mit „Nein“, weil ihrer Meinung nach die Gemeinde mit Teilen des Kurparks eine kostengünstigere Alternative hätte.
Die Kaufverhandlungen insgesamt merkwürdig fand Jasmin Kern (FWV), und weshalb der Preis nicht genannt werden soll, sei ihr unverständlich. „Im Haushalt sind 510 000 Euro eingestellt, und die Abbruchkosten für zwei Gebäude kann sich auch jeder ausrechnen“, so Kern. Außerdem habe sich der Preis in den vergangenen Wochen um 20 Prozent erhöht, entschlüpfte es Silvia Lehmann (FWV).
Zur ELR-Schwerpunktgemeinde ernannt
Nach mehrfachem Aufruf von Waidele nach einer Abstimmung wurde bei vier Gegenstimmen beschlossen, die Grundstücke zu erwerben, und die Verwaltung ermächtigt, die notariellen Verträge vorzubereiten und abzuschließen. Zum Grunderwerb und Abriss der Abfüllanlage der Peterstaler Mineralquellen wurden von der jüngst zur Schwerpunktgemeinde ernannten Kommune bereits Förderungen beim Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) beantragt. Auch für die beiden dort geplanten Projekte sollen Förderkulissen abgerufen werden.