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Geislingen Die Namen erinnern an den Ersten Weltkrieg

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Diese vier gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs waren in einem gemeinsamen Grab auf dem Geislinger Friedhof bestattet. Die lange Zeit verschollene und wieder gefundene Namenstafel wird am Sonntag enthüllt. Foto: Hertle Foto: Schwarzwälder Bote

Fast sieben Jahrzehnte lang ist sie unbeachtet in einem Schuppen am Rand des Geislinger Friedhofs gelegen, nun bekommt die Tafel mit Namen von vier gefallenen Geislinger Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg wieder einen würdigen Platz.

Geislingen. Den Anstoß dafür, dass die schlichte Bronzetafel nun im Rahmen der Gedenkfeier am Volkstrauertag wieder aufgestellt und enthüllt wird, hat Stadtarchivar Alfons Koch gegeben. Koch hatte nach Geislinger Soldaten geforscht, die im Ersten Weltkrieg gefallen waren, und war dazu auch auf Soldatenfriedhöfe in Flandern gereist. Vor einem Jahr hatte Koch dazu eine Ausstellung mit Bildern der gefallenen Geislinger und Dokumenten aus Archiven präsentiert. 300 Männer aus Geislingen waren 1914 einberufen worden, 65 sind bis 1918 gefallen.

Eine Sache ist ihm aufgefallen: Während die meisten Gefallenen aus Geislingen auf Friedhöfen in Belgien oder Frankreich bestattet sind, wurden zehn von ihnen, die in deutschen Lazaretten starben, nach Geislingen überführt und dort auf dem Friedhof in Gräbern der Familien beigesetzt. Sechs sind namentlich bekannt. Sie stehen auf einer Liste, die die Gemeinde auf Anfrage des württembergischen Innenministeriums 1924 aufstellte – komplett mit Namen und Bezeichnung der Grabstellen mit Reihe und Nummer.

Vier Namen tauchen auch in der Pfarrchronik auf, die Koch ebenfalls durchforstete. Als 1936 die Ruhezeit der Gräber mit den sterblichen Überresten der Soldaten endete und die Verwaltung diese nicht verlängern wollte, taten sich nach den Recherchen von Koch vier Familien zusammen und richteten ein Sammelgrab ein, komplett mit einer Tafel mit den Namen Fidel (oder Fidelis) Schmid, Jakob Gulde, Josef Hauser und Karl Brobeil. Von ihnen existieren auch Nachrufe.

"Das Sammelgrab muss Mitte der 1950er-Jahre noch existiert haben", sagt Koch. 1976 indessen, als der Sohn des Gefallenen, Anton Hauser, sich an den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wandte und diese an die Gemeinde, war das Grab nicht mehr vorhanden. In einem Aktenvermerk äußerte laut Koch der damalige Bürgermeister Siegfried Ginter Verwunderung, dass für die Bronzetafel kein Platz gefunden worden sei. Ein Denkmal für die Gefallenen beider Weltkriege befindet sich heute an der St.-Ulrichs-Kirche.

Doch Alfons Koch forschte weiter nach und bekam einen Tipp, er möge doch in dem Schuppen am Zaun des Friedhofsgeländes nachsehen. Er ging mit dem Bestatter Brobeil dorthin, und Koch fand die Tafel in einer Ecke am Boden. Er überzeugte die Stadtverwaltung, dass die Namen einen würdigen Platz haben müssten. Nun wird ein abgeschrägter Sockel neben Gräbern von Soldaten des Zweiten Weltkriegs aufgestellt, auf dem die Tafel angebracht wird – ungefähr dort, wo sich das Vierergrab befand.

  Im Rahmen der Feier zum Volkstrauertag am kommenden Sonntag ab 14 Uhr wird diese Tafel enthüllt. Der Archivar präsentiert auch eine Informationsschrift über die vier Gefallenen und den Hintergrund.

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