Petra Kreis, im Trauerbereich des Pforzheimer Kinderhospizes tätig (links), bekam den Spendenscheck von Farrokh Fajazi überreicht. Foto: Bittigkoffer Foto: Schwarzwälder Bote

Soziales: Internationale Frauengruppe unterstützt Kinder- und Jugendhospizdienst Pforzheim und Enzkreis mit Spende

Um die Internationale Frauengruppe in Gechingen ist es in letzter Zeit still geworden –­ wegen Corona und einer Erkrankung ihrer treibenden Kraft Farrokh Fajazi. Das heißt aber nicht, dass die Frauen nicht trotzdem aktiv sind wie jüngst für die "Sterneninsel", den Kinder- und Jugendhospizdienst Pforzheim und Enzkreis.

Gechingen/Pforzheim. "Die Arbeit im Hospiz ist voller Herzlichkeit. Betroffenen wird nicht nur beim Sterben geholfen, sondern es gibt Hilfestellung für das Leben", sagt Fajazi. Kinder und Jugendlichen mit ihren Angehörigen würde Mut und Kraft für das letzte Stück des gemeinsamen Lebens gegeben, berichtet die Sprecherin der Frauengruppe von ihrem Besuch, der sie tief beeindruckt und die ersten Tage danach nicht mehr losgelassen hat.

Individuelle Bedürfnisse stehen im Vordergrund

"Es ist uns ein Anliegen, dabei zu helfen, dem Leben nicht nur Tage zu geben, sondern den Tagen erlebbares Leben", lautet der Leitspruch des "Sterneninsel"-Teams von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Sie bieten individuelle Hilfe, abgestimmt auf die Bedürfnisse der Familie, an. Für Familien und Angehörige bedeute die Diagnose einer schweren und unheilbaren Erkrankung, dass sie oft jahrelang mit dem Wissen leben müssten, dass das kranke Kind, der kranke Jugendliche niemals erwachsen oder dass ein Elternteil sterben werde. "Wir begleiten und unterstützen betroffene Familien, in denen ein Kind, ein Jugendlicher oder ein Elternteil lebensbedrohlich oder lebensverkürzend erkrankt ist, unabhängig von Religion und Weltanschauung. Auch nach dem Tod sind wir für diese Familien da. Darüber hinaus begleiten wir Kinder und Jugendliche in ihrer Trauer, unabhängig davon, wer verstorben ist", heißt es vonseiten des Trägervereins. Man wolle Berührungsängste abbauen, um zu einem offenen Umgang der Gesellschaft mit dem Thema Sterben, Tod und Trauer im Besonderen von Kindern und Jugendlichen zu gelangen. "Wir setzen uns zudem dafür ein, dass jedem Sterbenden und seiner Familie eine umfassende Palliativ-Versorgung zur Verfügung steht", heißt es von den Mitarbeitern weiter.

Genau für diese Arbeit wollen die Mitglieder der Internationalen Gruppe aus Gechingen einen kleinen Beitrag leisten. Für den jüngsten Krämermarkt in der Gäugemeinde haben die Frauen erneut ihre heiß begehrten Kuchen, unter anderem belegt mit Äpfeln und Zwetschgen, unter die Leute gebracht und damit fast 360 Euro erlöst. "Wir hatten noch etwas Geld in der Kasse und haben den Betrag auf 500 Euro aufgestockt", berichtet Fajazi. Im Hospiz werde gemeinsam gebastelt und ge­backen oder Ausflüge unternommen. Dafür könne die Spende Verwendung finden.

In der Internationalen Frauengruppe Gechingen stehen der alltägliche Zusammenhalt und Austausch von Frauen mit internationalen Wurzeln, die im Großraum Gechingen leben, im Vordergrund. Etwa 40 Frauen aus Polen, der Türkei, aus Tschechien, dem Iran, aus Italien und Spanien, aus Russland, Afghanistan, aus Serbien, dem Kosovo, aus Schweden und auch aus Deutschland treffen sich eigentlich regelmäßig. Die Aktivitäten der 2008 ins Leben gerufenen Gruppe bestehen aus gemütlichen Kaffeetreffen, Ausflügen, Theaterbesuchen und Verkaufsaktionen wie beim Krämermarkt, bei denen Spenden gesammelt werden.

"Wegen Corona leben wir in einer schwierigen, komischen Zeit, wollen aber trotzdem helfen", sagt Fajazi auch im Namen ihrer Mitstreiterinnen. Derzeit würden die Gruppenmitglieder sich nicht treffen, aber viel telefonieren und so habe man auch die jüngste Verkaufsaktion organisiert. Sie sei allen dankbar, die die Gruppe bei ihren Vorhaben unterstützen.