Hannah Seeger ist am 1. August gesund und munter im Calwer Krankenhaus geboren worden. Ihre Namensvetterin auch. Foto: Seeger

Im Calwer Krankenhaus kommen am 1. August zwei Mädchen im Abstand von 15 Minuten auf die Welt. Beide tragen den gleichen Vornamen. Doch das ist bei Weitem noch nicht alles, was sie gemeinsam haben.

Wie viele Zufälle auf einmal kann es wohl geben? Das fragt man sich, wenn man die Geschichte der Familie Seeger aus Deckenpfronn hört.

 

Am 31. Juli setzen bei Lisa Seeger die Wehen ein. Eigentlich, so erzählt ihr Ehemann Oliver Seeger im Gespräch mit unserer Redaktion, hatten die beiden vor, ihr gemeinsames Kind im Krankenhaus in Böblingen zur Welt zu bringen. Dort aber wurden sie „freundlich abgewiesen“, erzählt er. Schon alles voll.

Der werdende Vater wurde etwas nervös. Sollen sie nun nach Herrenberg? Oder nach Calw? Schließlich entschied sich das Paar dazu, ins Krankenhaus nach Calw zu fahren. Dort angekommen war die Mitarbeiterin am Empfang schon dabei, die Namenskettchen vorzubereiten für die Babys, die in den kommenden Stunden das Licht der Welt erblicken sollten.

„Da waren wir das erste Mal verdutzt“, so Oliver Seeger. Denn die Dame hielt ihnen nach der Anmeldung bereits ein fertiges Kettchen mit dem Namen „Hanna“ hin. Nur einen kleinen Fehler gab es: Die Seegers wollten ihre Tochter Hannah nennen, mit „H“ am Ende. Das einzige andere Paar, das neben den Seegers zu diesem Zeitpunkt im Calwer Krankenhaus war, erwartete also auch ein Mädchen namens Hanna.

Doch das ist bei Weitem noch nicht der einzige Zufall. Als Lisa Seeger und ihr Mann den Kreißsaal bezogen hatten, kam eine Krankenpflegerin hinein: „Frau Seeger, sind Sie so weit?“, fragte sie. Doch die Pflegerin meinte nicht Lisa Seeger. Die andere Frau, das andere Paar, das zeitgleich im Kreißsaal war, trug ebenfalls den Nachnamen Seeger. „Das hat für lustige Stimmung gesorgt“, sagt Oliver Seeger.

So etwas hat die Hebamme noch nie erlebt

Nun, da das Eis gebrochen war, kamen die werdenden Eltern im Laufe der Nacht miteinander ins Gespräch. Und dabei stellten sich weitere Gemeinsamkeiten heraus. So sind beide Frauen, die in den Wehen lagen, 1989 geboren, beide werdende Väter 1990. Und beide „Hannas“ hätten eigentlich schon am 27. Juli ihren errechneten Geburtstermin gehabt.

Im Abstand von nur 15 Minuten erblickten die Mädchen dann am 1. August das Licht der Welt. Hannah Seeger um 1.08 Uhr. Gesund und munter. „Das einzige Alleinstellungsmerkmal ist das ’H’ im Namen“, lacht Oliver Seeger, der stolze Papa.

Schnell sprach sich die kuriose Geschichte im Krankenhaus herum. Eine Hebamme, so erzählt Oliver Seeger, sei seit 30 Jahren in diesem Beruf tätig. Doch so etwas habe sie nach eigener Aussage noch nicht erlebt – so viele Zufälle auf einmal. Ebenso die Mitarbeiterin am Empfang des Krankenhauses.

Ein paar Tage nach der Geburt ging das Ehepaar auf das Standesamt, um sein Kind anzumelden. Die Hoffnung des Paars war, dass vielleicht in der Zwischenzeit weitere Kinder auf die Welt gekommen waren , sodass die beiden Mädchen im Geburtenregister nicht direkt untereinander stehen, erklärt Seeger. Doch nichts da – Hanna Seeger und Hannah Seeger sind nun auch offiziell eng miteinander verbunden.

Die Familie aus Deckenpfronn kann die Kuriosität der Situation kaum fassen – zumal es ja eigentlich nicht einmal beabsichtigt gewesen war, ins Krankenhaus in Calw zu gehen. Doch nun haben sie eben eine ganz besondere Geschichte zu erzählen. Die sicher auch die kleine Hannah eines Tages zum Lächeln bringen wird.