So sieht es künftig aus: Pulvertürmle-Chef Michael Widlowski-Küfer gibt sein Lokal in der Gerberstraße Ende April auf und ergänzt ab Mai die Küchencrew im Ott (von links): Küchenchef Markus Gschleier, Michael Widlowski-Küfer, Ott-Chef Domenico Wittkopf und Benjamin Bossert. Foto: Huber

Vom alten zu seinem neuen Arbeitsplatz ist es gerade mal eine Zigarettenpause weit: Pulvertürmle-Chef Michael Widlowski-Küfer schließt sein Lokal einen Monat früher als geplant und ergänzt ab Mai die Küchen-Crew im Ott.

Während Küchenchef Markus Gschleier schon seit ein paar Stunden in der Küche Vorbereitungen für die Menüs trifft, sitzen Ott-Chef Domenico Wittkopf und Benjamin Bossert noch gemütlich bei einer Tasse Kaffee.

 

Dann geht die Tür an diesem Vormittag schwungvoll auf und Michael Widlowski-Küfer schneit in das Lokal an der Färberstraße herein. Ab Mai wird er die Holztüre regelmäßig öffnen.

Was Widlowski-Küfer bereits seit den Wintermonaten 2022/2023 durch den Kopf ging, machte er dann im Februar klar. „Aus wirtschaftlichen Gründen“ zieht er sich zurück, das Pulvertürmle gehört in einer guten Woche der Vergangenheit an. Einen Monat früher als geplant beendet der Küchenchef nach 14 Jahren seine Pulvertürmle-Zeit und wandert von der Gerber- in die Färberstraße. Das Kapitel endet am 30. April. Das Haus soll zum Verkauf stehen.

Zwei im Tor vom FC 08 Villingen

Und damit kommt Domenico Wittkopf nicht nur eine „Mega-Ergänzung“ ins Haus, sondern ein Altbekannter. Widlowski-Küfer, Jahrgang 1972, und Ott-Chef Wittkopf, kennen sich seit Jugendtagen. „Wie haben beide beim FC 08 Villingen Fußball gespielt“, erzählen sie. „Und standen beide im Tor, waren schon Konkurrenz“, erinnern sich die alten Nullachter an jene Torhüter-Tage.

Doch nicht nur auf dem grünen Rasen liefen sich die Beiden über den Weg, sondern auch Jahre später bei der Arbeit. Bis zu seiner Selbstständigkeit im Jahre 2009 arbeitete Widlowski-Küfer im Ott und ergänzte seit 2006 für zwei Jahre die Küchencrew.

14 Jahre später und ab Mai will „der Koch aus Leidenschaft“ nun das Team um Küchenchef Markus Gschleier ergänzen. Und auch künftig soll das auf der Karte stehen, mit was sich das Lokal schon seit längerer Zeit einen Namen gemacht hat: regionale, frische Küche. „Auch wenn es sich noch nicht bei allen Gästen herumgesprochen hat, dass wir längst keine reine Kneipe mehr sind, sondern ein Restaurant“, so Wittkopf und Bossert.

Bauchgefühl hat schließlich ja gesagt

Was wird aus dem Team im Pulvertürmle? Manche der acht Beschäftigten, darunter auch Aushilfen, verlassen die Gastronomie. Bei ein paar wenigen, so Widlowski-Küter, könnte es sein, dass auch sie ins Ott umziehen. „Das entscheidet sich in den nächsten Tagen“, so der Ott-Chef.

Was dagegen schon längst entschieden ist: Ab Mai können Pulvertürmle-Gäste ihre bereits ausgestellten Gutscheine im Ott einlösen, zwei Monate lang und damit einschließlich bis Ende Juni. „Das ist ein feiner Zug von euch“, so Widlowski-Küfer. Und auch die Reservierungen werden einfach umgebucht auf den neuen Arbeitsplatz.

Die Entscheidung, die Straßen zu wechseln, fügt Widlowski-Küfer hinzu, sei recht schnell gefallen. Ein paar Nächte habe er darüber geschlafen, „dann hat mein Bauchgefühl ’ja’ gesagt“.

Mittagstisch startet ab Mitte Mai

Und noch in einer anderen Hinsicht werden die Uhren neu gestellt: Ab Mitte Mai wird das Ott wieder das anbieten, was vor wenigen Jahren noch Standard war und aus Personalnöten heraus eingestellt wurde: der Mittagstisch. Los geht es am 15. Mai, jeweils von 11.30 bis 14.30 Uhr. Danach gilt wieder die normale Karte.

Der Gedanke, auch mittags wieder einzudecken, war Wittkopf und seinem Team gekommen, weil sich der Löwen und eben auch das Pulvertürmle aus der Gastro-Landschaft verabschieden. „Und die Nachfrage gerade nach regionaler Küche ist einfach da“, so Wittkopf.

Personell schon von Widlowski-Küfers baldigen Einstieg gut aufgestellt, knüpft das Ott in der Färberstraße damit an eine frühere Tradition an. Zusätzlich solle auch das Catering-Geschäft etwas ausgebaut werden.