Das ist ein Schlag für Rottweil: Mitten in der Stadt schließt eine beliebte Bar mit Außengastronomie, und auch ein Modeladen gibt auf. Die Bedingungen seien einfach zu schwierig, heißt es. Doch es gibt auch einen Lichtblick.
In Rottweils Innenstadt tut sich wieder etwas. Allerdings leider nicht nur Positives. Kaufzurückhaltung und Personalmangel setzen den Einzelhändlern und Gastronomen in der Innenstadt mehr und mehr zu.
In der Stadt ist es ruhig geworden
Ende des Monats schließt die Modeboutique „PurpurRot“ oberhalb des Schwarzen Tores. „Es ist eine schwierige Zeit, und es ist hier in der Stadt sehr ruhig geworden“, sagt Inhaberin Sabine Reiff auf Anfrage. Reiff betreibt die kleine Boutique seit nunmehr 23 Jahren. Eigentlich habe sie sich vorgenommen erst im nächsten Jahr altersbedingt aufzuhören, „doch jetzt ist es eben etwas früher als geplant“.
Zu wenige Geschäfte
Viele ihrer Stammkunden würden nicht mehr nach Rottweil fahren, da es zu wenige Geschäfte gebe, dass sich der Besuch lohne, bedauert sie. Zu den anderen Ladenbesitzern rings rum habe sie immer eine gute Freundschaft gepflegt und es sei immer ein schönes Miteinander gewesen. Doch nun sei es Zeit aufzuhören. Der Räumungsverkauf läuft bereits.
Auch im „SoLuna“, der beliebten Tapas-Bar in der Unteren Hauptstraße, gehen zum Jahresende die Lichter aus. „Ich höre wegen des Personalmangels auf und wegen der Doppelbelastung seit acht Jahren. Ich kann das nicht mehr,“ sagt Andrea Brylla.
Leicht falle ihr der Abschied nicht. „Dieses Jahr war ein Jahr, in dem viele schwerwiegende Entscheidungen zu treffen waren. Letztlich konnten wir einige schwere Situationen nicht lösen. Der Mangel an Personal bleibt bestehen und die laufenden Kosten steigen“, schreibt Andrea Brylla in den sozialen Netzwerken und bedankt sich samt Team für die „langjährige Treue“ ihrer Gäste. „Ohne Euch hätten wir das nie soweit geschafft“. Am 23. Dezember öffnet das „SoLuna“ zum letzten Mal.
Aber es gibt aber auch gute Nachrichten. Beim Edeka-Kreisel am Nägelelsgraben wird es spätestens zum Ende des Jahres eine gastronomische Neueröffnung geben. Mit seinem kulinarischen Angebot möchte der Inhaber frischen Wind nach Rottweil bringen.
Das „Mundwerk“ kündigt sich an
Näheres über das „Mundwerk“ wird aber noch nicht verraten. Momentan wird noch fertig eingerichtet und alles für die Eröffnung vorbereitet. Man darf also gespannt sein.“
Veränderungen gibt es offenbar auch beim „Schwarzen Baron“ in der Hochmaiengasse. Hier wird ab November ein neuer Pächter gesucht.
Hürden für viele zu hoch
Innenstadtmanagerin Kerstin Ohnmacht bedauert die Schließungen, betont aber, dass sie im Rahmen des Ladenflächenmanagements regelmäßig Rundgänge mit Interessenten und Gründern durchführe, um aufzuzeigen, welche Möglichkeiten Rottweil biete. Allerdings ist immer wieder von Eigentümern, aber auch von potenziellen Gründern zu hören, dass die Hürden und Auflagen von Seiten der Verwaltung für Gründer so hoch seien, dass viele von ihrer Geschäftsidee wieder Abstand nehmen würden.