Der Fluss Argen spielt eine große Rolle in der Konzeption der Landesgartenschau. Foto: tarjapruess

Die Landesgartenschau (LGS) in Wangen soll der Stadt im Allgäu 164 Tage lang ein Sommerfest bescheren. Los geht’s am 26. April. Insgesamt stehen bis Oktober 2000 Veranstaltungen auf dem Programm.

In Wangen ist entlang der Oberen Argen ein abwechslungsreicher Park entstanden. Industrie, Allgäuer Lebensart, nachhaltige Bauweisen und Gartenfreuden treffen sich dort.

 

Vom 26. April bis zum 6. Oktober erwarten die LGS-Geschäftsführer Karl-Eugen Ebertshäuser und Edith Heppeler ungefähr eine halbe Million Besucherinnen und Besucher. Dabei soll neben zahlreichen Inspirationen für den Garten auch die Allgäuer Lebensart nicht zu kurz kommen.

Grüne Hügel

So sind typische Bauerngärten zu sehen, und die Landwirtschaft ist stark vertreten, was Edith Heppeler besonders freut. Im gesamten Gelände erinnern grüne Hügel an die Wiesen des Allgäus.

„Ursprünglich war hier alles eben“, sagt Heppeler. Doch Material, das im Fluss abgetragen wurde, um die Argen breiter und nahbarer zu machen, hat man im Gelände zu Hügeln aufgeschichtet: knapp 50 000 Kubikmeter Boden. Nun flanieren die Besucher an der Argen entlang, die Wege gesäumt von einer Hügellandschaft. Typisch Allgäu eben.

Füße kühlen

Der Fluss spielt eine große Rolle im Konzept und zieht sich wie ein blaues Band durch das Gelände. „Er schafft eine unglaublich schöne Atmosphäre“, schwärmt die LGS-Geschäftsführerin Heppeler, die zuletzt die Überlinger Landesgartenschau geleitet hat.

Die einst stark kanalisierte Argen wurde revitalisiert, Fische haben Ruhezonen und Fischtreppen erhalten. An mehreren Stellen gelangt man direkt ans Wasser und kann an heißen Sommertagen auch mal die Füße abkühlen lassen.

Am südlichen Ende des Gartenschaugeländes liegt die Argenwiese, ein Treffpunkt zum Ausspannen auf Liegestühlen, mit Strandbar und wilden Gärten. Am Rand oberhalb der Argenwiesen ist ein Aussichtsturm in innovativer Holzbauweise entstanden, der den Blick auf die Allgäuer Alpen sowie auf das Gartenschaugelände freigibt. Ein weiteres spektakuläres Bauwerk ist der Holz-Naturfaser-Pavillon. Als Baumaterial wurde Flachs verwendet – eine Verbindung zum Allgäu. Die blau blühende Pflanze wurde dort früher häufig angebaut „und passt zum blauen Allgäu“, findet Ebertshäuser. Beide Bauwerke wurden von Instituten der Universität Stuttgart geplant.

Schaufenster fürs Publikum

Auf der gegenüberliegenden Uferseite befindet sich das Erba-Areal. Es wurde als Teil eines neuen Stadtteils konzipiert. Die alten Industriegebäude, die einst eine Baumwollspinnerei beherbergt hatten, wurden behutsam saniert. Wohnen und Arbeiten, Kunst, Kultur und Handwerk finden hier gleichermaßen statt. Ergänzt wird das Areal durch Neubauten in Holzhybridbauweise. „Während der Gartenschau wird dort weitergebaut“, erklärt Karl-Eugen Ebertshäuser. Das Publikum kann durch eigens geschaffene Schaufenster zusehen. So könne man zeigen, wie die Gartenschau zur Stadtentwicklung beitrage. Das sei inzwischen ein wichtiger Aspekt, sagt der erfahrene Gartenschau-Planer, der unter anderen die Schauen in Schwäbisch Gmünd und im Remstal federführend begleitete.

Themenspielplätze

Als „Riesenchance für die Stadt Wangen“ bezeichnet Ebertshäuser den Wohnbau, der durch den neu geschaffenen Park – durch den auch der Donau-Bodensee-Radweg führt – eine grüne Verbindung bis zur Innenstadt erhält. Dort wurde im Zuge der Landesgartenschau auch der bestehende Stadtgarten aufgehübscht.

Ein Sportpark im nördlichen Bereich beherbergt unter anderem ein Beachvolleyballfeld, ein Basketballfeld und einen Tanzboden. Kinder können sich auf vier Themenspielplätzen austoben oder ihre Kugeln in einer der Murmelbahnen kullern lassen.

„Wir haben auch viel Allgäu im Programm“, betont Edith Heppeler, die vom vielfältigen Engagement der Vereine, Initiativen und Ehrenamtlichen begeistert ist. Insgesamt 2000 Veranstaltungen stehen bis Oktober auf dem Programm. „Da steckt viel Herzblut drin.“

Und selbstredend geht es um die Blumenschauen. Neben den Schaugärten präsentieren Friedhofsgärtner ihre Ideen für eine zeitgemäße Grabgestaltung. Auf 3500 Quadratmetern Fläche im Argenpark erstreckt sich in wellenförmigen Bändern der sogenannte Wechselflor. Ungefähr 69 000 Pflanzen wurzeln hier – immer jahreszeitlich passend.