Die Ära des Vereins Kunstkultur ist zu Ende, doch in der Gartenstraße sollen Kunstinteressierte weiter auf ihre Kosten kommen: Alexander Höllwarth macht sich mit seiner Galerie K3 selbstständig – und das als absoluter Quereinsteiger.
Alexander Höllwarth ist ein bisschen aufgeregt, freut sich aber schon riesig – und vor allem hat er noch alle Hände voll zu tun. Denn nun, kurz vor der Eröffnung der Galerie K3 im ehemaligen Kunstraum in der Königsfelder Gartenstraße, muss jeder Handgriff sitzen.
Die Räume bieten bereits jetzt einen Vorgeschmack auf das, was die Besucher ab dem Wochenende erwarten wird. Im ehemaligen Ausstellungsraum des Vereins Kunstkultur, der sich zum Ende des vergangenen Jahres aufgelöst hatte, sind die Werke eines alten Bekannten zu sehen: Der Nachlass von Jochen Winckler steht bei der ersten Ausstellung der neuen Galerie im Vordergrund.
Es wird zwar Höllwarths erste Ausstellung als Galerist – sowohl in Königsfeld wie auch allgemein – sein, aber längst nicht die erste Ausstellung, die er in den Räumen in der Gartenstraße erlebt. Denn hier war der 44-Jährige in den vergangenen Jahren, nachdem er vor etwa sieben Jahren in den Verein Kunstkultur eingetreten war, immer wieder zu Gast. „Seitdem habe ich fast keine Ausstellung verpasst“, sagt Höllwarth, der durch den Verein überhaupt erst zur Kunst kam.
„Absoluter Quereinsteiger“
Denn beruflich ging es für ihn zunächst in eine andere Richtung: Höllwarth studierte Betriebswirtschaftslehre in Stuttgart und arbeitete zwischen 2003 und 2023 in verschiedenen Unternehmen im technischen Vertrieb, als Key-Account-Manager und in diversen Leitungsfunktionen.
Sein Interesse für die Kunst, geweckt durch den Königsfelder Verein, blieb zunächst privat – das änderte sich erst 2023, als Kunstkultur vor dem Aus stand. Die Frage, wie es in den Räumen in der Gartenstraße weitergehen könnte, stand im Raum – und gleichzeitig suchte Höllwarth nach einer beruflichen Veränderung. Die Idee einer Kunstgalerie in Königsfeld war geboren – und nach reiflicher Überlegung wagte Höllwarth den Schritt in die Selbstständigkeit.
„Ich bin also ein absoluter Quereinsteiger“, sagt Höllwarth. Das sei in der Kunstszene zwar selten, durch seine bisherige berufliche Tätigkeit habe er aber durchaus Fähigkeiten, die er auch als Galerist gut gebrauchen könne – vor allem in den Bereichen Verkauf und Marketing. Daher ist Höllwarth guter Dinge – und wird darin durch die bisherige Resonanz bestätigt, wie er sagt. So seien schon zahlreiche Anmeldungen eingegangen – sowohl aus der Region als auch von weiter her, etwa aus Dresden, Karlsruhe und der Schweiz.
Ein gewisses Risiko bleibt
Trotz seiner guten Stimmung im Hinblick auf das Wochenende ist sich Höllwarth bewusst, dass seine Entscheidung auch ein gewisses Risiko birgt – „gerade in dieser Zeit“. Denn als Galerist muss er von den Kunstverkäufen leben können – und dafür, wie stark das Angebot angenommen wird, gibt es quasi keine Vergleichswerte.
Dennoch ist Höllwarth optimistisch: Die Räume in der Gartenstraße seien durch den Verein Kunstkultur als Ort der Kunst bekannt. Er hofft nun, die in Königsfeld vorhandene Kunstbegeisterung weiter ausbauen zu können und Künstlern eine Plattform zu bieten, um ihre Werke auszustellen und zu verkaufen.
Anderer Ansatz und neuer Weg
Durch seinen Quereinstieg in die Kunstbranche, „meinen sicherlich etwas anderen Ansatz und meinen eigenen Weg“ will er nicht nur bisherige Kunstinteressierte ansprechen, sondern auch bei den Menschen das Interesse an Kunst wecken, die sich bislang noch nicht wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt haben, betont der Galerist. Denn Höllwarth ist überzeugt: Kunst ist wertvoll und für die Gesellschaft von großer Bedeutung.
Der Startschuss zur ersten Ausstellung fällt
Vernissage
Offiziell eröffnet wird die Galerie – ebenso wie die Ausstellung am kommenden Samstag, 24. Februar. Von 11 bis 16 Uhr ist an diesem Tag geöffnet. Die Veranstaltung, bei der auch Bürgermeister Fritz Link ein Grußwort spricht, wird musikalisch umrahmt. Zudem finden Führungen zu einem weiteren Ausstellungsort statt. Bereits am Abend zuvor ist eine VIP-Eröffnung der neuen Ausstellung vorgesehen.
Finissage
Bereits am Sonntag, 3. März, endet die Sonderausstellung mit Werken von Jochen Winckler. Von 13 bis 16 Uhr findet die Finissage statt.
Danach
Die nächste Ausstellung in der Galerie steht auch schon im Terminkalender: Ab 6. April werden Werke der Künstlerin Danielle Zimmermann gezeigt und angeboten. Für Höllwarth eine ganz besondere Ausstellung: Immerhin habe diese Künstlerin entscheidend zu seiner Kunstbegeisterung beigetragen. Diese Ausstellung wird dann sechs Wochen dauern. Auch ein entsprechendes Rahmenprogramm wird es geben.