Alexander Höllwarth (rechts) schneidet zur Premiere im Beisein von Bürgermeister Fritz Link eine speziell angefertigte Torte an. Foto: Stephan Hübner

Auf großes Interesse stieß die erste Vernissage der Galerie K3, die in den Räumen des ehemaligen Vereins „Kunstkultur Königsfeld“ in der Königsfelder Gartenstraße angesiedelt ist. Gezeigt werden unter dem Titel „Beflügelt“ Werke des 2023 verstorbenen Künstlers Jochen Winckler.

Der Galerist Alexander Höllwarth begrüßte die Gäste. „Was der Verschönerung des Daseins dient ist wichtig“, so Bürgermeister Fritz Link in einem Grußwort. Kunst sei so alt wie die Menschheit, ihre Bedeutung habe erheblich zugenommen, seitdem Menschen Zeit für Muße haben. Heute messe man den Entwicklungsstand einer Kultur auch daran, wie viel Aufwand sie für schöne Nutzlosigkeiten des Daseins aufwende.

 

Im Namen des Kunst- und Kulturorts Königsfeld sei er erfreut, dass sich Höllwarth habe beflügeln lassen, ein neues Kapitel im Buch seines Lebens aufzuschlagen. Der studierte Betriebswirt mache als selbstständiger Galerist sein individuelles Faible für Kunst zur Berufung.

Getreu dem Zitat, dass Kunst Brot und Wein des Lebens seien, überreichte Link diese Gaben als Geschenk, erinnerte so daran, dass die Galerie Höllwarth auch dem Broterwerb dienen soll.

Neues Kapitel künstlerischen Schaffens

Damit werde ein neues Kapitel in der Geschichte künstlerischen Schaffens in Königsfeld aufgeschlagen. Link erinnerte an das 100-jährige Bestehen der Geistigen Nothilfe, die 20-jährige Geschichte des Königsfelder Quadrats und den zehn Jahre aktiven Verein Kunstkultur unter Leitung von Manfred Molicki.

Großformatige Werke beeindrucken in der Galerie. Foto: Stephan Hübner

Kunst sei eine unverzichtbare Form zwischenmenschlicher Kommunikation, schaffe als individuelle Sprache eigene, subjektive Wirklichkeit. Was Kunst sei, bestimmten nicht Denkschulen, sondern Betrachter, Genießer und Erwerber von Kunst.

Jochen Winckler steht bei der Ausstellung im Fokus. Foto: Stephan Hübner

Galerie auf Basis einer Kunsthandlung

Künstler müssten daher Marketing betreiben. Hier schließe sich der Kreis zur Galerie, die Königsfeld auf Basis einer Kunsthandlung in die Zukunft führen wolle. Darum habe der Gemeinderat 2023 beschlossen, die von diesem gewünschte Ladenöffnung an Sonn- und Feiertagen zu ermöglichen. Somit kann die Galerie sonntags von 13 bis 16 Uhr öffnen und Kunst verkaufen. Ausgenommen davon sind Adventssonntage, Feiertage im Dezember sowie Oster- und Pfingstsonntag. Diese Regelung gilt Link zufolge für alle Verkaufsstellen mit „Waren, die für Kur-, Erholungs- und Ausflugsorte kennzeichnend sind“.

Gitarrist Anton Schueler begleitet die gut besuchte Vernissage in der Galerie K3 musikalisch. Foto: Stephan Hübner

Emsiger Fleiß mit Lötkolben und Zange

Link ging auf den 1938 in Bresslau geborenen Künstler Jochen Winckler ein, bescheinigte ihm „fast eine Besessenheit von Präzision und emsigen Fleiß mit Lötkolben und Zange“. Seine Reduktion aufs Wesentliche entspreche dessen Motto: „Radikale Einfachheit in der Kunst bringt Ordnung in das Chaos des Lebens“. Die Werke in archaischer Formensprache wirkten wie eine Hommage an die Weiblichkeit. Link erinnerte an die lebensgroßen Figuren Wincklers, die als Dauerausstellung in der Vitrine am Albert-Schweitzer-Haus stehen. Musikalisch begleitet wurde die Vernissage durch Anton Schueler.

Werke von Jochen Winckler sind in der Galerie zu sehen. Foto: Stephan Hübner

Geöffnet ist die Galerie mittwochs bis freitags von 13 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 16 Uhr, sonntags von 13 bis 16 Uhr. Die Finissage findet am 3. März von 13 bis 16 Uhr statt.