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Fußball WFV-Strukturreform: 1-4-12-Modell ist die Empfehlung

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Steffen Jäger, Vizepräsident des WFV. Foto: Schuon

Seit November 2018 wird beim württembergischen Fußballverband (WFV) intensiv an einem neuen Herren-Spielsystem gearbeitet, nun hat die zuständige Kommission ihren Abschlussbericht samt Empfehlungen veröffentlicht und den Vereinen vorgestellt.

Basiert die Ligapyramide des WFV seit den 1970er-Jahren auf einem System mit einer Verbandsliga, vier Landesligen und 16 Bezirksligen, soll es nach Vorschlag der Kommission künftig nur noch vier Landesligen und zwölf Bezirksligen geben (Modell 1-4-12). Die Bezirke sollen dafür neu zugeschnitten und auch die Landesligen im Vergleich zu den bisherigen Vorschlägen neu strukturiert werden.

Zukunft soll attraktiver werden

"Nötig werden die Veränderungen, um auch in Zukunft einen attraktiven Spielbetrieb gewährleisten zu können", sagte Steffen Jäger, Vorsitzender der Kommission Verbandsstruktur und Vizepräsident des WFV. Denn das aktuelle Spielsystem sei nicht mehr zukunftsfähig. Die Mannschaftszahlen der Amateurvereine seien seit Jahren stark rückläufig. Besonders im Jugendspielbetrieb sei diese Entwicklung besonders eklatant und werde sich bald noch stärker als bisher auf den Aktivenspielbetrieb auswirken. Zudem seien die Bezirke in ihrer Mannschaftsstärke unterschiedlich groß. Nehmen im Bezirk Zollern in der Saison 2019/2020 nur 83 Mannschaften am Spielbetrieb teil, sind es im stärksten Bezirk des WFV, in Ostwürttemberg, 213. "Eine Ausgeglichenheit ist so natürlich nicht gegeben. Auch hier wird der Veränderungsbedarf deutlich", sagte Jäger.

Mehr als 20 verschiedene Modelle habe die Kommission insgesamt untersucht, sagte Harald Müller, mit Jäger Vorsitzender der Kommission und Vorsitzender des Verbandsspielausschuss des WFV. Am Ende habe man sich auf eine Variante des 1-4-12-Modells mehrheitlich geeinigt. Ebenfalls eine Möglichkeit sei ein 1-3-9-Modell, das aber nur neun, und damit noch größere Bezirke, und drei weitläufigere Landesliga-Gebiete vorsieht, erklärte Müller.

Als Grundlage aller Modelle habe man sich auf ein idealtypisches Spielsystem für die Bezirke geeinigt. Dieses sieht eine Bezirksliga mit 16 Mannschaften vor, darunter zwei bis drei Kreisligen A mit je 16 Mannschaften und vier bis neun Kreisligen B mit je 14 Mannschaften. Daraus ergebe sich ein Rahmen pro Bezirk von 104 bis 190 Mannschaften.

Bezirke angepasst

Als kleinste Einheit der neuen Modelle wurden die bisher bestehenden 39 Schiedsrichtergruppen genommen. Sie gliedern sich in der Regel innerhalb der Grenzen der Kreisligen A, die damit weitestgehend erhalten bleiben, wodurch "weiterhin wohnortnah" gespielt werden könne, wie es im Abschlussbericht heißt. Davon ausgehend wurden die Bezirke neu angepasst, wobei auch hier versucht worden sei, bestehende Strukturen zu erhalten, aber auch die Mannschaftszahlen auszugleichen, wie Müller erklärte.

Für die Fußballer der Region bringt die Reform aber Veränderungen mit sich: Zum einen soll der Bezirk Böblingen/Calw geteilt werden. Während der Böblinger Teil mit dem bisherigen Bezirk Stuttgart zu einer Einheit verschmilzt, wird der Calwer Teil mit dem bisherigen Bezirk Nördlicher Schwarzwald verbunden. Zum anderen wird es auch für die Vereine der bisherigen Bezirke Schwarzwald und Zollern spätestens ab der Bezirksliga weitere Fahrtwege geben. Auch sie werden zu einem gemeinsamen Bezirk zusammengelegt. Diese Maßnahmen waren schon in den Vorschlägen, die Ende vergangenen Jahres vorgestellt wurden, vorgesehen. Neu ist nun die Aufteilung der Landesligen. Die Vereine der beiden neu zusammengestellten Bezirke werden zusammen mit denen des Bezirks Alb, der wie bislang bestehen bleibt, eine Landesliga bilden. Hierbei sei die Verkehrsinfrastruktur stärker als zuvor berücksichtigt worden und so "kürzere Anfahrtszeiten auf Ebene der Landesligen zu erwarten", heißt es im Kommissionsbericht.

"Hohe Transparenz"

Nach "zwei intensiven Jahren mit hoher Transparenz" zeigten sich die Verantwortlichen mit den Ergebnissen zufrieden. In mehreren Regionalkonferenzen seien die Vereine mit einbezogen worden und Jäger ist sich sicher, "eine zukunftsfähige Struktur vorgestellt zu haben".

Der Abschlussbericht liegt nun bei den WFV-Gremien, die für den Verbandstag am 8. Mai 2021 Beschlussvorschläge ausarbeiten werden. Dort werden die Vereine über die Zukunft ihres Verbands entscheiden. Für die Umsetzung der neuen Struktur – sollten die Vorschläge angenommen werden – empfiehlt die Kommission einen "geordneten Prozess über mehrere Jahre hinweg".

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