Der ehemalige VfB-Kapitän Gonzalo Castro ist weiterhin auf der Suche nach einem neuen Verein. Foto: Baumann

Neben den Ex-Bayern-Stars Franck Ribéry und Jérôme Boateng ist auch der einstige VfB-Kapitän Gonzalo Castro aktuell vereinslos. Doch anders als ehemalige Zweit- und Drittligaspieler ohne Job haben sie nicht den großen finanziellen Druck.

Stuttgart - Ein großer Garten mit einer top-gepflegten Rasenfläche in einem mondänen Stadtteil wie Grünwald im Süden Münchens, das ist schon eine feine Sache. Das haben sich dieser Tage auch die beiden Ex-Bayern-Stars Franck Ribéry und Jérôme Boateng gedacht. Also hat das Duo kurzerhand eine intensive Trainingseinheit mit Fußball und ohne auf Ribérys Grundstück verlegt. „Wir haben alles rausgefeuert“, zeigte sich Boateng hinterher in den sozialen Netzwerken mit dem Geleisteten sehr zufrieden.

 

Und es kam sogar noch besser: Weil Ribéry und Boateng zwar noch immer vereinslos sind, der FC Bayern seine alten Helden aber offenbar nicht so schnell vergisst, kamen die beiden in den Genuss eines Freundschaftsdienstes ihres Ex-Clubs. Also durften der Außenstürmer und der Innenverteidiger auf einem Nebenplatz an der Säbener Straße unter Anleitung von FCB-Fitnesstrainers Holger Broich unter anderem intensive Läufe absolvieren.

Boateng steht in Kontakt mit dem FC Sevilla

Während der 2014er-Weltmeister Jérôme Boateng mit dem FC Sevilla in Verbindung gebracht wird und eine weitere Spur zu Manchester United offenbar erkaltet ist, ranken sich um Ribéry nach zwei Jahren beim AC Florenz bislang kaum Transfergerüchte. Doch klar ist, dass auch Ribéry noch einen neuen Verein finden wird. Selbst mit 38 Jahren. Die Frage ist nur, in welcher Liga?

„Es ist nicht so, dass auf dem Spielermarkt keine Nachfrage besteht“, sagt Ulf Baranowsky, der Geschäftsführer des Vereins für Vertragsfußballer (VDV), der auch in diesem Jahr wieder ein Sommercamp für vereinslose Fußballer durchführt: „Für ehemalige Topspieler besteht dabei nur die Frage, ob sie sich künftig auch auf ein anderes Gehaltsniveau einlassen. Den großen finanziellen Druck haben sie ja nicht. Die meisten haben ja schon für ihre Enkel ausgesorgt.“

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Wie eigentlich jeden Sommer stehen auch diesmal wieder prominente Namen auf der Liste der vereinslosen Spieler – daran hat Corona nichts zum Guten, aber auch nichts zum Schlechten verändert. So findet sich neben Ribéry und Boateng, dem weiteren Rio-Weltmeister Shkodran Mustafi, neben Max Meyer oder Ibrahima Traoré (einst VfB, zuletzt Gladbach) auch der Name des Stuttgarter Ex-Kapitäns Gonzalo Castro.

Castro, inzwischen 34 Jahre alt, hatte beim VfB keinen neuen Vertrag mehr bekommen, worüber sich der Mittelfeldspieler „sehr enttäuscht“ gezeigt hatte. Klar ist, dass der Mittelfeldspieler gerne noch einmal in Spanien, dem Geburtsland seiner Eltern, spielen würde. Doch auch hier stellt sich die Frage: zu welchem Preis?

„Für die Jungs in unserem Sommercamp ist die Lage dagegen komplett anders. Sie müssen so schnell wie möglich wieder bei einem Verein unterkommen, weil sie weniger finanzielle Reserven haben“, sagt Ulf Baranowsky zu dem VDV-Sommercamp-Team, das wie in den drei Jahren zuvor wieder von Peter Neururer trainiert wird. Dabei handelt es sich beim Gros der vereinslosen Spieler, die sich in Duisburg fit halten und im Testspiel gegen den Regionalligisten Bonner SC zuletzt 1:1 spielten, um Profis aus der zweiten oder dritten Liga.

Vereinlose Spieler können bis Januar 2022 wechseln

Bis Ende August läuft in Deutschland generell für alle noch wechselwilligen Fußballer die so genannte Transferperiode 1. Wobei sich vereinslose Spieler noch bis zum Ende der Periode 2, also bis Ende Januar 2022, einem neuen Club anschließen dürfen. „Je länger ein Spieler allerdings vereinslos ist“, das weiß Ulf Baranowsky aus Erfahrung, „umso schwieriger wird es für ihn, einen gelungenen Neustart hinzulegen.“