Nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit legen die Nagolder in den zweiten 45 Minuten los wie die Feuerwehr – und den Grundstein zum Sieg.
Ohne die erkrankten Marco Quiskamp, Faruk Inanc und Matthias Rauser ging der VfL Nagold in das Heimspiel gegen den VfB Bösingen.
Die Nagolder erwischten einen Start nach Maß und gingen bereits in der siebten Minute mit 1:0 in Front. Bösingens Steffen Kramer lief in die Hacken von Jan Beifuß, und den fälligen, absolut berechtigten Elfmeter verwandelte Laurenziu-Gheorghita Biemel sicher.
Ansonsten war dem Nagolder Spiel in der ersten Hälfte die Verunsicherung nach den Niederlagen gegen den VfL Sindelfingen (0:2), die SV Böblingen und den SV Zimmern (0:2) anzusehen, denn Bösingen erwies sich im weiteren Verlauf der ersten Hälfte als die um einen Tick bessere Elf, die aber kaum einmal gefährlich vor das gegnerische Tor kam – genauso wie die Nagolder, die ansonsten zu keiner großen Möglichkeit kamen.
Armin Rezepagic weckt sie Spieler auf
Bei der besten Möglichkeit des VfB zischte das Leder knapp am Kasten vorbei. „In der Halbzeit haben wir die Spieler aufgeweckt und der jungen Mannschaft die Angst genommen“, gibt der Nagolder Trainer Armin Redzepagić Einblick in seine Pausenansprache, die offenbar Wirkung zeigte.
„Zu schnell für die Bösinger“
„Wir sind aus der Kabine rausgekommen wie die Feuerwehr und haben im weiteren Verlauf zu schnell für die Bösinger gespielt“, meinte Redzepagić nach der Begegnung. Der VfL spielte sich gefällig durch die gegnerischen Reihen, baute seine Angriffe immer wieder über die Außenpositionen auf und wurde für seine Bemühungen mit zwei Treffern in der ersten Viertelstunde des zweiten Durchgangs belohnt.
Zweimal das gleiche Muster
Sowohl das 2:0 durch Berk Özhan als auch das 3:0 durch Jan Beifuß fielen nach dem selben Muster. Jeweils tankten sich die Nagolder über außen durch und bedienten per Querpass den Torschützen im Zentrum . Auch im weiteren Verlauf ging es ständig hin und her, und in der 61. Minute verkürzte Marius Müller mit einem Weitschuss aus 30 Metern auf 1:3.
Bösingen wirft alles nach vorn
Die Hausherren berappelten sich aber schnell wieder und legten in der 66. Minute ein Kontertor von Christos Thomaidis nach. Im Anschluss warf Bösingen alles nach vorne und versuchte, das Unmögliche möglich zu machen. Vehement rannten die Gäste an, und in der 80. Minute verkürzte Torsten Müller auf 2:4.
Zwei weitere gute Möglichkeiten wurden zudem von Bösingen herausgespielt, sodass unter Umständen in der Schlussphase auch mehr für die Bewegungssportler möglich gewesen wäre. Allerdings brachte das Anrennen des VfB auch einige defensive Lücken mit sich, die einige Nagolder Kontermöglichkeiten ermöglichten, die aber von den Gastgebern nicht genutzt wurden. „Mit unserer Leistung in der zweiten Halbzeit war ich zufrieden“, so Redzepagić.
VfL Nagold - VfB Bösingen 4:2 (1:0)
VfL Nagold: Laurent Bajraktari; Nick Schweizer, Admir Osmicic (73. Tobias Essig), Frederic Fleischle (66. Marius Hogg), Berk Özhan (58. Christos Thomaidis), Laurenziu-Gheorghita Biemel, Fabian Mücke, Serach von Nordheim, Burak Tastan, Philipp Schäuble (57. Perparim Halimi), Jan Beifuß (70. Jürgen Schechinger).
VfB Bösingen: Patrick Knöpfle; Christoph Halder, Fabian Schmid (78. Leon Schlosser), Noah Kimmich, Steffen Kramer (69. Felix Flaig), Razvan-Adrian Dobricean, Flavio Ippolito (60. Torsten Müller), Andreas Griesser, Marvin Schlosser (60. Benedikt Bantle), Marius Müller, Benedikt Jochem (46. Julian Schneider).
Tore: 1:0 Laurenziu-Gheorghita Biemel (7.) , 2:0 Berk Özhan (55.), 3:0 Jan Beifuß (57.), 3:1 Marius Müller (61.), 4:1 Christos Thomaidis (66.), 4:2 Torsten Müller (80.).
Schiedsrichter: Nils Temme (Tübingen).
Zuschauer: 112.