Christos Thomaidis wird der Held für den Tabellenvierten beim TSV Ehningen, der nach 25 Minuten in Führung gegangen war.
Mit Nico Graf für Fabian Mücke sowie Tobias Essig für Matthias Rauser und Nick Schweizer für Marco Quiskamp hatte Armin Redzepagic gleich drei Änderungen im Vergleich zum erfolgreichen Heimstart gegen den SV Croatia Reutlingen vorgenommen.
Nico Graf lässt sich den Ball abluchsen
Dennoch kam seine Elf besser ins Spiel, hatte zwei, drei gute Möglichkeiten, geriet jedoch nach 25 Minuten in Rückstand, als sich Nico Graf den Ball abluchsen ließ. Nagold blieb trotz des Rückstands die agilere Mannschaft, hatte mehr Spielanteile und Ballkontrolle und kam dementsprechend immer wieder gefährlich vor den Kasten von Mustafa Görkem. Es dauerte jedoch gut eine halbe Stunde, ehe Perparim Halimi einen Angriff über die linke Seite mit einem platzierten Flachschuss zum 1:1-Ausgleich abschließen konnte.
Im zweiten Abschnitt bot sich den gut 150 Zuschauern ein gänzlich anderes Bild. Die Ehninger agierten jetzt aggressiver, wirkten gedanklich schneller und sicherten sich immer öfter die zweiten Bälle. Nagold wurde aus seiner Offensivrolle plötzlich zum Nachlaufen gezwungen. Armin Redzepagic wurde zusehends unzufriedener, was nicht nur an der Zahl der Ehninger Chancen lag: „Wir haben das Spiel komplett aus der Hand gegeben.“
Lars Jäger knapp vorbei, Lenny Zipperle frei vor Mogler, der Nagolder Keeper kurz danach im Nachfassen gegen Akyüz – die Ehninger Führung lag in der Luft. Da blieb sie auch, weil Schiedsrichter Kadir Yagic den von den Ehningern Fans geforderten Elfmeter (62.) nicht gab.
Mustafa Görkem nur einmal gefordert
Auf der Gegenseite war Mustafa Görkem mit Ausnahme einer Fußabwehr (66.) beschäftigungslos, auch danach tat sich vor seinem Kasten nicht viel – bis zur 84. Minute, als der eingewechselte Faruc Inanc eine Einwurf zu Johanes Fleischle brachte, der sich toll am Strafraum durchsetzte, nach innen passte, wo Christos Thomaidis an der Sechzehnerlinie flach und präzise zum 2:1 (85.) einlochte.
Heikle Szene am Strafraum
Ein stürmisch umjubeltes Tor aus dem Nichts, dem kurz zuvor eine kritische Situation vorausgegangen war, als Faruk Inanc auf der Strafraumlinie von den Beinen geholt wurde. Der Unparteiische verlegte den Tatort nach außerhalb, der Freistoß brachte nichts ein. In der sechsminütigen Nachspielzeit hatte Jan Beifuß noch die Chance zum 3:1, legte sich jedoch den Ball zu weit vor.
Trainerstimmen
Elvir Adrovic (TSV Ehningen): „Diese Niederlage war unnötig, obwohl wir nur schwer ins Spiel gekommen sind und anfänglich wenig Zugriff hatten. Die zweite Halbzeit geht klar an uns, bis zum 1:2 war alles gut, mit Ausnahme der Chancenverwertung. Unsere Schüsse aus der zweiten Reihe kamen zu zentral. Lenny Zipperle kann das zweite Tor machen. Wenn wir den Elfmeter bekommen, können wir in Führung gehen, und dann geht das Spiel anders aus.“
Armin Redzepagic (VfL Nagold): „Wir sind gut reingekommen, hätten in Führung gehen müssen, haben im zweiten Abschnitt jedoch den Faden verloren. Dennoch ist der Sieg in Summe verdient. Wir haben sicherlich schon bessere Spiele abgeliefert und sind dann leer ausgegangen. Heute haben wir am Ende gewonnen und nehmen die drei Punkte gerne mit.“
TSV Ehnngen – VfL Nagold 1:2 (1:1)
VfL Nagold: Joel Mogler (Tor) – Frederic Fleischle (84. Nikita Müller), Admir Osmicic, Nico Graf, Nick Schweizer, Perparim Halimi, Nico Graf, Johannes Fleische, Laurenziu Biemel (84. Faruk Inanc), Elias Bürkle, Tobias Essig (70. Philipp Schäuble), Christos Thomaidis (90. Jan Beifuß).
Tore: 1:0 Gökhan Akyüz (25.), 1:1 Perparim Halimi (35.), 1:2 Christos Thomaidis (85.).
Schiedsrichter: Kadir Yagci (Seitingne-Oberflacht); Jonas Clemens, Claudius Strobel.
Zuschauer: 120.