Der Torschütze zur 1:0-Führung der Gechinger, Dominik Gräber (in Weiß), bleibt in dieser Szene Kopfballsieger. Foto: Kraushaar

Was für ein Lebenszeichen des Landesliga-Schlusslichts! Bei den starken Bösingern spielten die Sportfreunde Gechingen furios auf.

„In Bösingen etwas zu holen ist fast unmöglich, hier haben schon ganz andere Mannschaften als wir verloren.“ Der kleine mitgereiste Anhang der Sportfreunde Gechingen blickte mit einiger Skepsis dem Anpfiff an den Bruckäckern entgegen.

 

Am Strafraum brennt’s

Zurecht: Bösingen begann aggressiv, spielte konsequent nach vorn, und nach wenigen Minuten strich ein Schuss und dann noch ein Kopfball am Kasten von Tim Schuldt vorbei.

„Das Spiel wird über die Zweikampfintensität und die Laufbereitschaft entschieden“, lautete die Prognose von SFG-Coach Balazs Venter im Vorfeld. Und genau da setzte seine Elf an. Gechingen „bearbeitete“ den VfB Bösingen schon beim Spielaufbau, legte eine hohe Intensität im Anlaufen an den Tag, was beim Gastgeber eine gewisse Nervosität in die Zuspiele brachte.

Das Spiel tobt hin und her

Nach wenigen Minuten war Gechingen gleichwertig, das Spiel tobte in hohem Tempo hin und her, die Innenverteidigung mit Kevin Hörner und Marvin Schuh sowie Dominik Pellino und Maximilian Kern auf den Außenpositionen arbeitete auf Hochtouren. Vorne bereiteten Jonathan Tommasi, Pascal Buyer und Edison Behramaj Felix Flaig, Christopher Halder und Noah Kimmich massive Probleme, das VfB Spiel zu öffnen.

Dominik Gräber nimmt Maß

Das permanente Stören sowie Nachsetzen um den zweiten Ball hatte Erfolg. Nach einer abgewehrten Ecke nahm Dominik Gräber Maß und wuchtete das Spielgerät aus über 20 Metern in den Winkel. Ein Traumtor, das dem Schlusslicht Mut machte – auch zu spielerischen Aktionen.

Ausgleich – na und?

Und die SFG steckten den Ausgleich durch Torsten Müller (31.) auf Flanke des extrem starken Julian Schneider einfach weg. Marius Bürkle setzte das Leder aus 30 Metern auf das Tornetz, und in der 43. Minute schloss Edison Behramaj eine tolle Kombination, eingeleitet von Domenico Pellino über Andreas Kiwiranoglou und Jonathan Tommasi, zum 2:1 ab. Ein Treffer zum Zungeschnalzen, und es sollte noch besser kommen.

Bösingen schlampig

Im zweiten Abschnitt versuchte es der VfB mit Gewalt, leistete sich einige schlampige Zuspiele und brachte damit die eigene Abwehr in Bedrängnis. So konnte Ron Armbruster einen Kiwranoglou-Schuss zur Ecke abwehren, die versenkte Innenverteidiger Marvin Schuh per Kopf zum 3:1 (54.).

Traumtor des entfesselten Edison Berhmaj

Dann zielte Buyer (56.) knapp vorbei, doch die nächste Aktion landete nach einer Direktabnahme von Edison Berhamaj nach weitem Diagonalschlag direkt im Netz (57.) – ein Versuch, der bei 100 Versuchen 99-mal in die Prärie fliegt.

Bösingen von der Rolle

Bösingen war kurz völlig von der Rolle und wurde vom wie entfesselt aufspielenden Schlusslicht regelrecht vorgeführt. Beleg: In der 59. Minute verfehlte Dominik Gräber nach Balleroberung – allerdings aus großer Entfernung – das leere Tor.

Gechinger reiben sich auf

Nach gut einer Stunde fing sich der VfB, Torsten Müller konnte, abseitsverdächtig, auf 2:4 verkürzen (67.), bei einigen SFG-Spielern wurden die Schritte kürzer. Lucas Schweitzer, Jan Gröne, Sven Sensenbrenner kamen in die Partie. SFG-Coach Venter: „Wir hatten zum Schluss fünf Zweite-Mannschaft-Spieler auf dem Platz.“

Dennoch hielt das Schlusslicht dagegen, bekam die Partie nach 75 Minuten wieder in den Griff und machte in der 78. Minute durch Jonathan Tommasi – der Torjäger spritzte gedankenschnell in einen Fehlpass – per Alleingang nervenstark vor Armbruster den Sack zu. 5:2 – ein geradezu historisches Ergebnis, gegen das die Bösinger trotz intensiven Bemühungen bis in die Nachspielzeit hinein vergeblich anrannten.

Das sagt Trainer Balasz Venter

Balazs Venter (SF Gechingen): „Bösingen gehört für mich zu den kampfstärksten Mannschaften der Liga ,und wir haben bewiesen, dass wir die auf ihrem eigenen Platz schlagen können, wenn alle wollen. Unsere Taktik war, die Mitte zu verdichten und nach Ballgewinn schnell in die Tiefe zu spiele. Das hat heute sehr gut geklappt. Ich sage nur eins: Wir sind noch am Leben!“

VfB Bösingen – SF Gechingen 2:5 (1:2)

SF Gechingen: Tim Schuldt (Tor) – Marvin Schuh (77. Jan Gröne), Domenico Pellino (69. Lucas Schweitzer), Kevin Hörner, Maximilian Kern, Dominik Gräber, Andreas Kiwranoglou, Marius Bürkle, Pascal Buyer (87. Dennis Carl), Edison Behramaj (84. Jose Falcon Lores), Jonathan Tommasi (83. Sven Sensenbrenner).

Tore: 0:1 Dominik Gräber (17.), 1:1 Torsten Müller (31.), 1:2 Edison Behramaj (43.), 1:3 Marvin Schuh (54.), 1:4 Edison Behramaj (57.), 2:4 Torsten Müller (67.), 2:5 Jonathan Tommasi (78.).

Schiedsrichter: Robin Stauß (Unter-/Oberschmeien) – Jonas Wolfgang Binder, Bastian Schmid.

Zuschauer: 180.