Jonathan Tommasi und die SF Gechingen hätten gewinnen können. Foto: Kraushaar

Wer bis in die Nachspielzeit hinein dem Landesligaspiel zwischen den SF Gechingen und dem SC 04 Tuttlingen beiwohnte, der musste zumindest sein Eintrittsgeld nicht bereuen.

Landesliga

 

Die letzte halbe Stunde, vor allem jedoch die Nachspielzeit, entschädigte für den langen Leerlauf bis zum Gechinger Führungstreffer.

Fußball-Arbeit angesagt

Die Partie zwischen dem Schlusslicht und dem 13., SC 04 Tuttlingen, war lange Zeit nichts für Fußball Feinschmecker. Die Gäste waren präsenter, hatten mehr Ballbesitz und Spielanteile, zeigten von der ersten Minute an, dass sie den Kunstrasen als Sieger verlassen wollte. Gechingen („Wir wollten Fehler vermeiden und kein schnelle Gegentor bekommen“, so Balazs Venter) wirkten gehemmt und mussten einige Kilometer abspulen, um die zu schnell verlorenen Bälle zurückzuholen.

Zumindest die Position „Fehler vermeiden“ wurden über eine Stunde lang auf der To-Do-Liste konzentriert abgearbeitet. Das war zwar nicht schön anzusehen, aber erfolgreich. Beide Teams gingen ohne nennenswerte Torchance in die Kabine. „Wir haben es zwar mehrfach versucht, aber unsere Schüsse kamen alle zu zentral“, räumte SC-Trainer Andreas Probst ein. „Gebrannt“ hat es nur kurz in der Nachspielzeit, als der stark in der Innenverteidigung spielende Calvin Redzepagic gegen Alexander Török (47.) und Tim Schuldt gegen Robin Petrowski (48.) rettete.

Salvatore Tommasi tankt sich durch

Nach einem Pressschlag zwischen dem SC-Torhüter und Edison Behramaj (51.) nahm das Spiel Fahrt auf. Das Leder trudelte zum Pech für das Schlusslicht am leeren Tor vorbei. Kurze Zeit später: Balleroberung Pascal Buyer, Pass auf Salvatore Tommasi, der setzte sich alleine gegen Robin Petrowski und dann noch gegen Burdun zum 1:0 durch. „Super, ein absoluter Kraftakt“, lobte Balazs Venter, nur um einige Minuten später fast zu verzweifeln. „Das muss das 2:0 sein“, bewertete er die Chance von Edison Behramaj, „dann passiert hier nichts mehr.“

So musste er mit ansehen, wie Robin Petrowski einen Freistoß an die Querlatte setzte (70.) und Marcel Misic den Rückpraller per Kopf ins Netz wuchtete. Keine Frage: Der Ausgleich war verdient und das Signal zu einer turbulenten Schlussphase. Plötzlich wollten beide den Dreier. Nach einem missglückten Abschlag von Tim Schuldt wurde es vor dem SFG-Tor brenzlig (79.), dann traf Tuttlingen nur das Außennetz (82.). In der 88. Minute scheiterte Marvin Schuh mit einem satten Schuss. Der unter Beobachtung stehende Unparteiische David Schmid zeigte drei Minuten Nachspielzeit an, und die hatten es in. Pascal Buyer (91.) Andreas Kiwranoglou (92.) und Robin Petrowski (93.) hatten den Siegtreffer auf dem Fuß.

Das sagt Balazs Venter

Balazs Venter (SF Gechingen): „Das ist einfach nur bitter! Wir müssen das 2:0 machen, dann passiert hier nichts mehr, und am Schluss geht bei den Chancen der Ball nicht rein. Vorneraus haben wir unsere Fehler minimiert, hintenraus haben wir das dann richtig gut gemacht, aber wir haben einfach kein Glück.“

Das sagt Andreas Probst

Andreas Probst (SC 04 Tuttlingen): „Schade, wir waren lange Zeit die spielbestimmende Mannschaft, haben dann natürlich Glück, dass wir das zweite Tor nicht bekommen. Aber wir können dann mehr als nur den Ausgleich erzielen, da standen wir uns selbst im Weg. Insgesamt bin ich mit dem einen Punkt hier aber sehr zufrieden.“

SF Gechingen – SC 04 Tuttlingen 1:1 (0:0)

SF Gechingen: Tim Schuldt (Tor) – Maximilian Kern, Dennis Carl, Marius Bürkle, Pascal Buyer, Salvatore Tommasi, Jonathan Tommasi, Mensur Mahmoud (80. Marvin Schuh), Calvin Redzepagic, Edison Behramaj.

SV 04 Tuttlingen: Andrei A. Burdun (Tor) – Patrick Renner, Aaron B. Schwarz, Robin Petrowski, Buba Camara (73. Lukas P. Stengelin), Alexander-Claudiu Török (78. Esad Kadric), Mario Giesler, Moritz Walz, Nico Wienneke, Marcel Misic (88. Stefan Oprea), Emir Cemeciler.

Tore: 1:0 Salvatore Tommasi (55.), 1:1 Marcel Misic (71.).

Schiedsrichter: David Schmid (Neuenstadt); Johannes Renner, Andreas Schwarz.

Zuschauer: 170.