Vermummung ist ein Problem. Die KSC-Ultras sorgten im Zug und im Stadion für Unmut. Foto: dpa

Fußball: Verein ergreift Maßnahmen nach Eskalation im Fanblock im Derby beim VfB. Mit Umfrage

Der Karlsruher Sport-Club hat als Reaktion auf die Vorkommnisse im KSC-Fanblock beim baden-württembergischen Derby erste Maßnahmen ergriffen, erklärt der Verein in einer Pressemeldung.

Die Maßnahmen stellt der KSC wie folgt vor: Der Verein stellt für den Rest der Saison 2016/2017 den Service beim Kauf von Auswärtstickets ein und wird den Supporters kein Ticketpaket zur internen freien Veräußerung bereitstellen.

Der KSC wird seine Ticket-AGBs dahingehend verschärfen, dass auch das Vermummen und das Mit-sich-führen von Gegenständen, die sich für eine Vermummung eignen, als Verbotstatbestände aufgenommen werden. Dies ermöglicht dem Verein im Falle eines Verstoßes gegen diese Regelung, die jeweilige Person von der jeweiligen Veranstaltung im Stadion auszuschließen und gegebenenfalls ein Stadionverbot zu erteilen.

Der KSC untersagt für die letzten drei Heimspieltage der Saison 2016/2017 den Ultras die Nutzung des auf dem Gelände des KSC abgestellten Containers. Bei Zuwiderhandlung kündigt der KSC mit sofortiger Wirkung die Stellerlaubnis für den gesamten Container.

Vom DFB-Sportgericht erwartet den KSC indes noch eine Strafe für die Vorkommnisse beim Derby.

Landtag legt Fokus auf Randale

Die Ausschreitungen beim schwäbisch-badischen Fußballderby am Wochenende haben ein politisches Nachspiel: Der SPD-Fraktionsvizechef Sascha Binder will die Krawalle der KSC-Fans zum Thema im Innenausschuss des Landtages machen. Am 26. April sollen an der Sitzung auch Verantwortliche der Vereine sowie Vertreter der Polizei und der Staatsanwaltschaft teilnehmen. Die Szenen, die sich im Stadion abgespielt hätten, seien »nicht hinnehmbar«, so der SPD-Abgeordnete. Der Innen- und Polizeiexperte der Sozialdemokraten hat hierzu ein Schreiben an den Ausschussvorsitzenden sowie an die Präsidenten von Karlsruher SC und VfB Stuttgart verschickt. »Es stellt sich die Frage, ob die Profifußballvereine tatsächlich alles tun, um ihren präventiven Aufgaben zur Aufrechterhaltung der Sicherheit von Fußballspielen gerecht zu werden«, so Binder. Dabei steht vor allem die Frage im Brennpunkt, wie ein gewaltbereiter Kern in den Reihen der KSC-Fans eine Vielzahl von Feuerwerkskörpern in den Block in der Untertürkheimer Kurve schmuggeln konnte. Hierzu soll es in der nächsten Woche auch Gespräche von Polizei, Stadt, VfB-Vertretern und Ordnungsdienst geben. Allerdings ist unklar, wann es je wieder ein derartiges Hochrisikospiel geben wird. Derweil werden immer weitere Details bekannt, die darauf hindeuten, dass es für die Zündler trotz des Einsatzes von 900 Ordnern durchaus reichlich Lücken gab. Ein Familienvater aus dem Kraichgau, der seit mehr als 40 Jahren Fußballspiele in Sinsheim, Frankfurt, Karlsruhe und Sandhausen besucht und das Derby mit zwei Töchtern im KSC-Fanblock erlebte, zeigte sich von offenkundig lockeren Kontrollen in der Untertürkheimer Kurve »völlig überrascht«. Man sei relativ leicht durchgekommen. Die Handtasche einer Tochter, die wegen einer Erkrankung darin immer ein Notfallset aufbewahrt, blieb ungeprüft. »Es ist noch in keinem Stadion vorgekommen, dass sie nicht die Tasche öffnen und die ärztliche Bescheinigung vorlegen musste, außer in Stuttgart«, sagt der Besucher. Die Vereinsführung des Karlsruher SC hat sich mit deutlichen Worten vom Verhalten der eigenen Fans distanziert und Sanktionen angekündigt. »Wir sprechen hier über Straftäter, die Menschen mit ihrem Verhalten bewusst und mit voller Absicht in Gefahr gebracht haben«, sagte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther. Der Verein wolle auch gegen die rechtswidrige Verwendung des KSC-Logos vorgehen – das prangte auf den blau-weißen Sturmhauben der Täter.

Die Ausschreitungen beim schwäbisch-badischen Fußballderby am Wochenende haben ein politisches Nachspiel: Der SPD-Fraktionsvizechef Sascha Binder will die Krawalle der KSC-Fans zum Thema im Innenausschuss des Landtages machen. Am 26. April sollen an der Sitzung auch Verantwortliche der Vereine sowie Vertreter der Polizei und der Staatsanwaltschaft teilnehmen.

Die Szenen, die sich im Stadion abgespielt hätten, seien "nicht hinnehmbar", so der SPD-Abgeordnete. Der Innen- und Polizeiexperte der Sozialdemokraten hat hierzu ein Schreiben an den Ausschussvorsitzenden sowie an die Präsidenten von Karlsruher SC und VfB Stuttgart verschickt. "Es stellt sich die Frage, ob die Profifußballvereine tatsächlich alles tun, um ihren präventiven Aufgaben zur Aufrechterhaltung der Sicherheit von Fußballspielen gerecht zu werden", so Binder. Dabei steht vor allem die Frage im Brennpunkt, wie ein gewaltbereiter Kern in den Reihen der KSC-Fans eine Vielzahl von Feuerwerkskörpern in den Block in der Untertürkheimer Kurve schmuggeln konnte.

Hierzu soll es in der nächsten Woche auch Gespräche von Polizei, Stadt, VfB-Vertretern und Ordnungsdienst geben. Allerdings ist unklar, wann es je wieder ein derartiges Hochrisikospiel geben wird. Derweil werden immer weitere Details bekannt, die darauf hindeuten, dass es für die Zündler trotz des Einsatzes von 900 Ordnern durchaus reichlich Lücken gab. Ein Familienvater aus dem Kraichgau, der seit mehr als 40 Jahren Fußballspiele in Sinsheim, Frankfurt, Karlsruhe und Sandhausen besucht und das Derby mit zwei Töchtern im KSC-Fanblock erlebte, zeigte sich von offenkundig lockeren Kontrollen in der Untertürkheimer Kurve "völlig überrascht". Man sei relativ leicht durchgekommen.

Die Handtasche einer Tochter, die wegen einer Erkrankung darin immer ein Notfallset aufbewahrt, blieb ungeprüft. "Es ist noch in keinem Stadion vorgekommen, dass sie nicht die Tasche öffnen und die ärztliche Bescheinigung vorlegen musste, außer in Stuttgart", sagt der Besucher. Die Vereinsführung des Karlsruher SC hat sich mit deutlichen Worten vom Verhalten der eigenen Fans distanziert und Sanktionen angekündigt. "Wir sprechen hier über Straftäter, die Menschen mit ihrem Verhalten bewusst und mit voller Absicht in Gefahr gebracht haben", sagte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther. Der Verein wolle auch gegen die rechtswidrige Verwendung des KSC-Logos vorgehen – das prangte auf den blau-weißen Sturmhauben der Täter.

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