Stark, stärker, Benedikt Haibt. Foto: Marc Eich

Oberliga: 3:0-Sieg im ersten Heimspiel 2019 gegen FV Ravensburg. Nico Tadic schwer verletzt. Mit Video

FC 08 Villingen – FV Ravensburg 3:0 (1:0). Der FC Villingen hat im ersten Oberliga-Heimspiel nach der Winterpause erneut eine überzeugende Vorstellung geboten. Die Nullachter schlugen den FV Ravensburg absolut verdient mit 3:0.

Die Nullachter knüpften dabei nahtlos an den sehr guten Auftritt vom Freiberg-Spiel (2:2) an. Wären die Torchancen besser genutzt worden, hätte es auf dem Kunstrasen im Friedengrund zu einem noch höheren Erfolg reichen können. Einziger Wermutstropfen bei den Gastgebern war eine schwere Verletzung von Nico Tadic.

Im Vergleich mit dem vergangenen Wochenende durfte Tevfik Ceylan gleich von Beginn an ran. Dafür musste Sanoussy Baldé zunächst auf die Bank. Doch bereits nach elf Minuten verdrehte sich Tadic ohne gegnerische Einwirkung das Knie. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert. "Ich hoffe, dass Nico nicht schwer verletzt ist. Er ist ein toller Junge", betonte 08-Coach Jago Maric nach dem Spiel. Für Tadic schickte er Baldé aufs Feld.

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Der Neuzugang fügte sich gleich gut ein. Baldé legte in der 16. Minute für Benedikt Haibt vor. Der 08-Kapitän fackelte im Strafraum nicht lange und setzte den Ball per Traumtor zum 1:0 ins Netz. Und dies mit seinem rechten Fuß! "Keine Ahnung, wie Bene das gemacht hat", lachte Mittelfeldspieler Tobias Weißhaar später. Die Villinger machten weiter viel Druck. Deshalb waren die oftmals robust zur Sache gehenden Ravensburger in den ersten 35 Minuten fast nur mit Abwehraufgaben beschäftigt. Die phasenweise groß aufspielenden Gastgeber verpassten es allerdings, die Führung auszubauen. Ein Haibt-Schuss wurde in der 25. Minute im letzten Moment abgeblockt. Eine Minute später ging ein Chiurazzi-Kopfball knapp über die Latte. Anschließend hatte Umut Sönmez mehrfach Pech. Erst traf er nur das Außennetz (31.). Dann wurde er in aussichtsreicher Position gerade noch gestört (34.). Schließlich hätte er es nach einem Solo selbst probieren können. Doch er legte quer (45.+3). Bei der einzigen nennenswerten Chance der Gäste von Daniel Hörtkorn hatte zwischendurch 08-Keeper Christian Mendes ohne Probleme geklärt.

Im zweiten Durchgang legten die Villinger gleich schnell nach. Zunächst vollendete Damian Kaminski nach einer schönen Kombination über Sönmez und Haibt in der 49. Minute unhaltbar zum 2:0. Hätte eine Minute danach Jona Boneberger auf der anderen Seite freistehend besser gezielt, wäre es eventuell noch einmal spannend geworden. Doch der aufgerückte Dragan Ovuka drückte dann in der 56. Minute aus dem Gewühl heraus den Ball zum vorentscheidenden 3:0 über die Linie. Die Villinger schalteten jetzt einen Gang zurück. Deshalb kamen die Oberschwaben einen Tick besser ins Spiel. Burhan Soyudogru (65./81) setzte den Ball am Tor vorbei. Weiter fischte Mendes einen Kopfball von Rahman Soyudogru (81.) reaktionsschnell aus der Ecke. Kurz davor hatte Mesic gegen Sönmez (74.) per Fußabwehr gerettet.

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Als in der 88. Minute Gästeakteur Jascha Fiesel wegen wiederholtem Foulspiel die Ampelkarte sah, hätten die Villinger dies fast noch zu weiteren Treffern genutzt. Nach einem tollen Ceylan-Solo fehlten lediglich Millimeter zum 4:0. Dann verhinderte Mesic jeweils gegen Kaminski (89.) und Sönmez (90.) eine noch deutlichere Niederlage.

Am Sonntag gab es in Sachen Nico Tadic noch keine genaue Diagnose. "Im Krankenhaus wurde festgestellt, dass er sich nichts gebrochen hat. Nico hatte aber in der Nacht große Schmerzen. Ich vermute, dass er sich doch schwerer am Knie verletzt hat. Aber mehr wissen wir erst nach der MRT-Untersuchung am Montag", stellt Arash Yahyaijan, der Sportvorstand der Nullachter, die Bedeutung des früheren Bad Dürrheimers heraus. "Er hat sich toll entwickelt", verweist Yahyaijan auch auf die Flexibilität des 24-Jährigen, der in dieser Saison schon als Außenverteidiger, Mittelfeldspieler und Stürmer agierte.

Der FC 08 Villingen bleibt vorerst auf dem siebten Tabellenplatz, jedoch nur drei Punkte hinter dem Tabellenführer Stuttgarter Kickers.

Trainerstimmen

Jago Maric, FC 08 Villingen:

"Ich bin sehr zufrieden. Die Jungs haben genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Sie haben dort weiter gemacht, wo wir in Freiberg aufgehört haben. Die erste Halbzeit war sehr gut. Wir haben auch bis zur 70. Minute sehr wenig zugelassen. Danach hatte Ravensburg ein, zwei gute Möglichkeiten. Wir haben es aber bis zur 90. Minute sehr gut gemacht. Nach vorne hatten wir sehr gute Aktionen. Wir können uns von Woche zu Woche steigern. Wir arbeiten daran, dass wir weniger Gegentore bekommen. Wenn wir die nächsten beiden Spiele gewinnen, sind wir oben mit dabei."

Steffen Wohlfarth, FV Ravensburg:

"Ich bin brutal frustriert und sehr enttäuscht. Es war bei uns nichts mit Wille, Ehrgeiz und Leidenschaft. Vor dem Spiel habe ich beide Mannschaften auf Augenhöhe gesehen. Nach dem Spiel ist es für mich eine komplette Liga Unterschied. Nicht Villingen war so gut, sondern wir waren so katastrophal. Allerdings ist es auch die Stimmung gegen uns, die mich ärgert. Natürlich sind Fouls dabei. Ich denke auch, dass die Ampelkarte gegen uns durchaus gerecht war. Wir sind aber keine unfaire Mannschaft. Ich gratuliere Villingen auf jeden Fall zu dem Sieg gegen einen schlechten Gegner."

Nullachter-Topspieler

Tevfik Ceylan

Fast genau sechs Monate nach seinem letzten Oberliga-Einsatz für den FC Villingen gegen den SGV Freiberg (0:3) stand Tevfik Ceylan beim 3:0 gegen den FV Ravensburg erstmals wieder über volle 90 Minuten für die Nullachter in einem Punktspiel auf dem Platz. Mit einer sehr guten Vorstellung nach seiner Einwechslung bei der Jahresauftaktpartie in Freiberg (2:2) hatte sich der 25-Jährige seine Nominierung für die Startelf am Samstag verdient. Ceylan bestätigte als linker Außenverteidiger, der sehr viel für die Offensive tat und nur knapp einen Torerfolg verpasste, das Vertrauen von Trainer Jago Maric. "Er hat es sehr gut gemacht und besitzt auch viel Qualität. Vielleicht haben ihm die paar Monate Pause auch gut getan" mutmaßte dieser.

Tevfik Ceylan selbst zeigte sich eher bescheiden. "Für mich wäre es auch kein Problem gewesen, wenn ich nicht gespielt hätte", meinte er. Es habe ihn dann aber natürlich gefreut, berücksichtigt worden zu sein. "Es fühlt sich gut an, nach dem Spiel platt zu sein und zu wissen, dass man für das Team und sich selbst Gas gegeben hat." Was die beiden kommenden zwei Auswärtsspiele hintereinander bei den abstiegsgefährdeten Oberliga-Mannschaften aus Friedrichstal (2. März, 14 Uhr) und Spielberg (9. März, 15 Uhr) betrifft, rechnet Tevfik Ceylan mit zwei überaus motivierten Gegnern. "Man darf nicht auf den Tabellenplatz schauen. Beide Gegner werden Gas geben", ist ihm bewusst.

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