Nils Petersen muss hart um seinen Platz in der Freiburger Mannschaft kämpfen. Foto: Weller Foto: Schwarzwälder Bote

Fußball: Nils Petersen würde gegen Schalke nur zu gerne helfen –­ doch Christian Streich lässt Einsatz offen

Nils Petersen führt noch immer die Torschützenliste beim SC Freiburg an. Zuletzt trat der Routinier aber nur noch als glückloser Einwechselspieler in Erscheinung. Dabei ist er noch lange nicht fertig.

Es läuft im Moment nicht rund für Petersen. Neun Mal haben die Breisgauer in der Rückrunde der Fußball-Bundesliga erst getroffen. Trotzdem bekam ihr Rekordtorjäger zuletzt nur wenige Einsatzminuten von Trainer Christian Streich, Ende März wurde der Ex-Nationalspieler auch noch von einer Corona-Infektion ausgebremst. Vor dem Heimspiel gegen den FC Schalke 04 an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) sucht darum auch der 32-Jährige nach seiner Torgefahr.

"Wir sind nicht torgefährlich genug, das müssen wir verbessern", sagte Trainer Christian Streich vor der Partie gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten. Petersen würde dabei gerne helfen und hofft erneut, dass es vielleicht mal wieder reicht für einen Startelfeinsatz oder zumindest für ein Jokertor. Bei der 0:1-Heimniederlage gegen Union Berlin Ende Februar gehörte er zum letzten und einzigen Mal in der Rückrunde zur Anfangsformation. Trotzdem führt Petersen mit Vincenzo Grifo und Roland Sallai (alle sieben Tore) weiter die Torschützenliste beim Sport-Club an. Seine Treffer hat er allerdings alle in der Hinrunde erzielt.

In dieser hatte er auch noch mehr Einsatzzeit bekommen. In Bielefeld wurde er vergangenes Wochenende nur eingewechselt, obwohl die zuletzt gesetzten Stürmer Ermedin Demirovic und Lucas Höler gesperrt fehlten. Streich begründete das vor allem mit der gerade erst überstandenen Coronainfektion von Petersen: "Es war mit ihm besprochen, dass er rein kommt, und in kürzerer Zeit seine Kräfte bündeln und uns helfen kann als Mannschaft." Geklappt hat das nicht, der Sport-Club verlor mit 0:1 beim Abstiegskandidaten. Dass der 32-Jährige "selbstreflektiert" ist, hebt sein Trainer immer wieder hervor.

Streich hat kürzlich aber auch gefordert, dass der Stürmer "hart arbeiten" und "viel investieren" müsse, um mit den jüngeren Gegenspielern noch mithalten und sich "mit enormer Athletik behaupten" zu können. "Wenn er weiter so darum kämpft wie jetzt, werden noch ein paar Tore dazu kommen in den Bundesliga", sagte Streich nun. Zudem hob er den Wert des Routiniers außerhalb des Platzes hervor: "Er ist ein sehr toller Spieler und auch wichtig in der Kabine."

In den etwas mehr als sechs Jahren, die Petersen jetzt beim Sport-Club ist, hatte er immer wieder Phasen, in denen er vor allem als Einwechselspieler wichtig war. Nicht umsonst ist er seit 2019 der beste Joker der Bundesligageschichte. Normalerweise braucht er nur wenige Ballkontakte und Chancen, um seine Treffer zu erzielen.

Grifo wieder im Mannschaftstraining

Zuletzt konnte er diese Qualitäten aber nicht mehr so zeigen. Dennoch bleibt er ehrgeizig. Für die kommende Saison hat er noch einen Vertrag beim SC. Und wenn er danach sportlich zu wenig Chancen sehen würde, könnte er sich auch vorstellen, noch mal woanders zu spielen. Nach dem Karriereende wird er sich aber in Freiburg niederlassen, denn derzeit baut er nur wenige Kilometer vom Schwarzwald-Stadion entfernt ein Haus mit seiner zukünftigen Frau.

Zwei Wochen nach seiner Corona-Infektion ist Grifo am Donnerstag ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Ob der italienische Nationalspieler schon am Samstag zum Einsatz kommt, ließ Streich aber offen: "Das ist eine Gefühlssache, der Spieler will immer."

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