Der Augsburger Daniel Baier kämpft mit dem am Boden liegenden Mattia Maggio vom HSV um den Ball. Foto: Bongarts

Nürnberg und Braunschweig geraten immer mehr in den Abstiegsstrudel der Fußball-Bundesliga. Die Franken verloren in Mainz, Braunschweig unterlag Hertha. Treffen kann es auch den HSV: Bei 1:3 beim Augsburg spielte er wie ein Absteiger.

Nürnberg und Braunschweig geraten immer mehr in den Abstiegsstrudel der Fußball-Bundesliga. Die Franken verloren in Mainz, Braunschweig unterlag Hertha. Treffen kann es auch den HSV: Bei 1:3 beim Augsburg spielte er wie ein Absteiger.

Düsseldorf - Diese Niederlagen schmerzen heftig. Und sie lassen Schlimmes befürchten: Eintracht Braunschweig und der 1. FC Nürnberg müssen sich intensiver denn je mit der Zweitklassigkeit beschäftigen. Dem „Club“ half selbst die Hauruck-Aktion mit Interimstrainer Roger Prinzen nichts - das 0:2 in Mainz lässt den Fußball-Franken auf Platz 17 nur eine Hoffnung: die Relegation. Für den Tabellenletzten Braunschweig gilt das Gleiche: Das 0:2 bei Hertha BSC war die 19. Saisonpleite und kommt schon fast dem Aus gleich.

Auch der Hamburger SV ist nach dem 1:3 beim FC Augsburg weiter in höchst akuter Abstiegsgefahr. Nach der Niederlage des HSV, der mit 27 Punkten sogar von Braunschweig (25) und Nürnberg (26) noch überholt werden kann, können dagegen vier Clubs aufatmen: Freiburg, Frankfurt, Bremen und Hannover haben dadurch den Klassenverbleib sicher. Die Hanseaten können aus eigener Kraft noch den Relegationsplatz verteidigen, müssen aber nächste Woche zum FC Bayern - danach kommt der Tabellensechste Mainz 05.

„Wir resignieren nicht“, sagte Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht allen Unbilden zum Trotz. Nürnbergs Top-Angreifer Josip Drmic versucht unterdessen, sich und seinen Mitspielern Mut zu machen, um dem Sturz in Liga zwei entgehen zu können: „Ich habe nach wie vor den Glauben, dass wir Spiele gewinnen können und glaube auch noch immer an den Klassenerhalt.“ Lieberknecht und Drmic haben dabei wohl das Positivbeispiel Hoffenheim im Hinterkopf. Vor einem Jahr waren die Kraichgauer nach 32 Spieltagen vor Absteiger Fürth Vorletzter und retteten sich über die Playoffs gegen Kaiserslautern vor dem Gang in die Zweitklassigkeit. Stattdessen erwischte es Fortuna Düsseldorf. „Wenn ich nicht mehr an den Klassenerhalt glauben würde, könnten wir den Laden zusperren“, argumentierte Nürnbergs defensiver Mittelfeldmann Mike Frantz. Sein Braunschweiger Kollege Mirko Boland gab sich ähnlich kämpferisch und will überhaupt nicht ans Aufgeben denken, „solange es rechnerisch möglich ist“.

Braunschweig kann den VfB Stuttgart nicht mehr einholen

Nürnberg setzt alles auf das Heimspiel gegen Hannover und den Auftritt am 34. Spieltag auf Schalke; Braunschweigs letzte Chancen (Augsburg/heim und Hoffenheim/auswärts) sind noch vager. Klar ist: Braunschweig kann den Tabellen-15. VfB Stuttgart (32) nach dessen 0:0 bei Hannover 96 nicht mehr einholen, Nürnberg nur noch in der Theorie. „Was der Punkt in Hannover wert ist, werden wir erst am Ende sehen“, sagte VfB-Sportvorstand Fredi Bobic zurückhaltend.

Heftiges Rechnen herrscht auch, wenngleich mit völlig konträren Prämissen, in Leverkusen, Wolfsburg und Mainz. Bayer (55) trennte sich nach der Neuverpflichtung von Roger Schmidt zur neuen Saison von Champions-League-Starter Borussia Dortmund 2:2 und hat als Vierter einen Punkt Vorsprung auf Wolfsburg (2:2 gegen Freiburg). In Mainz (50) bereiten sich Thomas Tuchel („Ich bin wahnsinnig glücklich mit der Energie und Präsenz meiner Mannschaft“) und sein Team auf künftige internationale Auftritte vor.

Der FC Schalke 04 muss nach der 0:1-Heimpleite gegen Borussia Mönchengladbach wieder um den direkten Einzug in die Champions League bangen. Leverkusen liegt nur noch drei Punkten entfernt. Die Gladbacher - sie siegten erstmals seit 21 Jahren wieder auf Schalke - kletterten an Mainz vorbei auf Rang sechs und haben praktisch das Europa-League-Ticket so gut wie sicher in der Tasche.

Dagegen muss Bayern München am Dienstag noch Schwerstarbeit leisten, um nach dem 0:1 im Halbfinal-Hinspiel die „Königlichen“ aus Madrid noch in die Knie zu zwingen und ins Finale der Champions League einzuziehen. Die Generalprobe für das Kräftemessen mit Cristiano Ronaldo und den anderen Real-Stars von Carlo Ancelotti war torreich und vielversprechend: Fünfmal trafen die Bayern beim 5:2 gegen Werder Bremen. Defensiv indes zeigte sich der deutsche Rekordmeister gegen Werder jedoch - wie schon gegen die Madrilenen - anfällig.

Bayern-Coach Pep Guardiola entschuldigte sich danach bei den Anhängern der Roten: „Das ist das erste Mal, dass ich ein bisschen enttäuscht und traurig bin. Die erste Halbzeit - das hatten unsere Fans nicht verdient.“ Der Fußball aber war in diesem Moment für den Startrainer nicht erstrangig: Guardiola dachte voller Anteilnahme an die Familie seines langjährigen Wegbegleiters beim FC Barcelona, Tito Vilanova (45). „Diese Traurigkeit wird mich für immer begleiten“, sagte der 43-Jährige nach dem Tod Vilanovas, der am Tag vor dem Bayern-Spiel gegen Bremen seinem Krebsleiden erlegen war.

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