Lehrwart Reiner Bergmann referierte am Freitag über die Unterschiede zwischen Futsal- und "normalen" Hallenfußball-Regeln. Foto: Klemenz Foto: Schwarzwälder Bote

Fußball: Gut 50 Unparteiische besuchen die Schulung für Jungschiedsrichter in Glatten

Vor der Schulung für Jungschiedsrichter am Freitag in Glatten stand die Nachprüfung des Neulingskurses für die Kandidaten an, die die Prüfung nicht auf Anhieb geschafft hatten. Wie Lehrwart Reiner Bergmann danach mitteilte, haben alle die Nachprüfung bestanden.

(jak). Anschließend standen die Hallenregeln im Mittelpunkt. Erfreulich aus Sicht der Schiedsrichter und Spieler: In dieser Saison gibt es keine Regeländerungen. Die Schulung am Freitag war zwar für Jungschiedsrichter ausgeschrieben, da es jedoch auch um die Hallenregeln für die angelaufene Hallensaison im Jugendbereich ging und demnächst wieder die Privatturniere der Aktiven beginnen, konnten auch ältere Schiedsrichter teilnehmen. So war die Schulung mit gut 50 Unparteiischen auch recht gut besucht.

Gravierende Unterschiede

Lehrwart Reiner Bergmann aus Baiersbronn wies zunächst darauf hin, dass es auch weiterhin zwei verschiedene Arten Hallenfußball gibt. Bei allen Jugendturnieren wird nach den Futsal-Regeln gespielt, die sich zum Teil gravierend unterschieden vom "normalen" Hallenfußball, wie er meist bei den Privatturnieren, zum Beispiel beim Horber Stadtteilpokalturnier oder beim Empfinger Hallenturnier, gespielt wird. Bei beiden Arten wird nach WFV-Regeln gespielt. Futsal wird von zwei Schiedsrichtern geleitet, der normale Hallenfußball nur von einem.

Gleich ist bei beiden Arten, dass ein Strafstoßschießen grundsätzlich nur noch mit drei (statt früher fünf) Spielern ausgetragen wird. Die Entfernung zum Tor beträgt dabei bei zwei auf drei Meter kleinen Toren sechs Meter, bei zwei auf fünf Meter großen Toren zehn Meter. Den Sieben- oder Neunmeter-Strafstoß gibt es nicht mehr.

Unterschiede gibt es bei der Strafgewalt: Bei Futsal gibt es die Verwarnung mit Gelber Karte, es gibt Gelb-Rot und Rot. Bei den normalen Hallenturnieren gibt es dazwischen noch die Zeitstrafe, aber nie Gelb-Rot. Bei Roten Karten müssen die Spieler den Innenraum verlassen. Dies gilt auch für Trainer. Ausnahme: bei Jugendspielen. Ist da nur ein Trainer anwesend, darf er wegen der Aufsichtspflicht bleiben, der Schiedsrichter muss ihn aber melden.

Vier-Sekunden-Regel greift

Sowohl beim Futsal als auch beim Hallenfußball gilt die Vier-Sekunden-Regel. Das bedeutet, dass der Ball, wenn er spielbereit ist, innerhalb von vier Sekunden gespielt werden muss. Das betrifft Ecken, Freistöße und Einkicks, aber auch den Torwart bei Abstoß oder Abwurf. Wichtig ist auch der Abstand: Beim Anstoß im Mittelkreis muss der Gegner drei Meter entfernt sein, bei allen anderen Spielfortsetzungen fünf Meter. Vom Anstoß weg ist kein direkter Torerfolg möglich. Trifft ein Spieler vom Anstoß direkt, geht es mit Abstoß weiter. Beim Futsal muss der Ball nach vorne gespielt werden, beim Hallenfußball kann er in alle Richtungen gespielt werden.

Besonderheiten für Keeper

Für den Torwart gelten einige Besonderheiten: Grundsätzlich kann aus einem Abstoß oder Abwurf kein Tor erzielt werden. Ein Abwurf oder Abstoß über die Mittellinie ist erlaubt. Schießt der Gegner den Ball ins Toraus, kann der Torwart den Ball entweder mit dem Fuß (Abstoß) oder der Hand (Abwurf) ins Spiel bringen. Der Ball ist beim Hallenfußball – im Gegensatz zur neuen Regel auf dem Feld­ –­ erst im Spiel, wenn er den Strafraum verlassen hat. Hält sich der Torwart nicht an die Vier-Sekunden-Regel, gibt es indirekten Freistoß für den Gegner an der Strafraumlinie.

Etwas paradox ist die Regelung beim Grätschen. Während dies beim Futsal erlaubt ist, ist Grätschen am Mann beim Hallenfußball verboten. Das wird mit einem Freistoß, im Strafraum mit einem Strafstoß geahndet. Auch dann, wenn der Grätschende den Gegner gar nicht berührt. Grätschen zum Abblocken eines Schusses ist nur erlaubt, wenn der Abstand zum schießenden Spieler mindestens einen Meter beträgt.