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Furtwangen Mit 13 Ausstellern fing alles an

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Als Dankeschön für seine Arbeit legten die Händler damals zusammen, und Wilfried Dold durfte sich zum Abschied als Macher der ersten Uhrenmessen dieses Bahnwärterhäusle aussuchen. Foto: Kienzler Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Michael Kienzler

Furtwangen. Die Antik-Uhrenbörse ist mittlerweile nicht nur die größte und erfolgreichste ihrer Art in Europa, an diesem Wochenende feiert sie auch ihr 30-jähriges Bestehen. Es war die Idee von Wilfried Dold aus Vöhrenbach damals, eine solche Uhrenmesse ins Leben zu rufen.

Inmitten moderner Büroräume in seinem Verlag im Ortskern von Vöhrenbach sitzt Wilfried Dold und blättert in den Zeitungen von damals und lächelt. Er weiß noch genau, wie alles anfing. "Anfang der 80er-Jahre hatte der Trödlermarkt einen Einbruch, Gerhard Stoll, Jacques Barthillat und ich erkannten, dass etwas geschehen muss und wir beschlossen, aus dem Trödlermarkt etwas Größeres zu machen". So wurde die "AG Furtwangen Trödlermarkt" ins Leben gerufen.

"Ich überlegte, wie so eine Vergrößerung aussehen könnte und da kam mir die Idee mit der Uhrenbörse", erinnert sich Dold, damals Redaktionsleiter einer Zeitung und selbst Sammler. Für ihn war klar, warum so etwas nur in Furtwangen stattfinden konnte: Die Uhrenträger trugen damals die Zeitmesser in die Welt hinaus, und jetzt sollten diese wieder zurück in die Region kommen.

Mit seinem Commodore-64-Computer habe er dann die ersten Faltblätter entworfen. "Mit diesen bin ich zwei bis drei Monate lang auf etwa 20 Flohmärkte in Freiburg, Lahr, Konstanz, Villingen oder Schwenningen und habe Werbung gemacht", erinnert er sich.

Wilfried Dold musste dicke Bretter bohren und viel Überzeugungsarbeit leisten. "Es war unerwartet schwer, Händler dazu zu bewegen, nach Furtwangen zu kommen."

Schließlich bekam er von 13 Ausstellern die Zusage. "Erste Messe für antike Uhren", hieß die Veranstaltung. Sie sollte wie heute in der Hochschule stattfinden, einen Tag dauern und der Schwerpunkt bei Schwarzwalduhren liegen. "Meines Wissens war es die erste Messe dieser Art in Deutschland."

Jetzt hieß es die Ärmel hochkrempeln, denn Wilfried Dold kümmerte sich nicht nur um die Werbung, sondern baute auch die Stände auf. Aus Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart, aber auch Villingen reisten die ersten Aussteller an.

Natürlich habe es auch Skeptiker in Furtwangen gegeben, aber die überwiegende Mehrheit war der Ansicht: Furtwangen und Uhrenmesse passen zusammen.

Gerne erinnert sich Wilfried Dold an das, was nach wenigen Stunden geschah: "Vier Stunden nach Öffnung der Messe kam ein Händler zu mir und erzählte ganz aufgelöst, dass er schon Uhren im Wert von 120 000 Mark verkauft hat." Aber auch die anderen Aussteller seien ganz verzückt gewesen, weil sie nach kurzer Zeit fast alles weg hatten. Einige Händler, die abgesagt hatten, seien zum "Wunderfitzen" gekommen. "Die haben den Mund nicht mehr zubekommen", blickt Dold schmunzelnd zurück. Den großen Erfolg kann sich der Macher nur so erklären: "In Furtwangen und der Region gibt es sehr viele Leute, die einen Bezug zu Uhren haben und sich dafür interessieren, da war einfach ein Bedarf da." Sogar der damalige Stadtpfarrer Josef Beha und der Leiter des Uhrenmuseums gönnten sich einen antiken Zeitmesser.

"Natürlich hatte ich niemals mit so einem großen Erfolg gerechnet." Nach der grandiosen Premiere war es keine Frage, dass die Messe wiederholt wird. Ein Jahr darauf, so Dold, seien es bereits 22 Händler gewesen, und die Veranstaltung wurde auf zwei Tage ausgedehnt. "Ich musste da schon aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse zwölf Händlern absagen".

Vier Messen hat Wilfried Dold organisiert, bevor er das Zepter an Falk Völker weitergab. "Es hing schon viel Herzblut an der Messe, aber ich wollte mich damals mit meiner Medien-Agentur selbstständig machen, das erforderte meine volle Konzentration", nennt er den Grund für den Abschied.

Er zollt Falk Völker und Jacques Barthillat höchsten Respekt, wie sie die Messe zu dem gemacht haben, was sie heute ist. "Ich bin auch sicher, die Antik-Uhrenbörse kann nur in Furtwangen funktionieren," sagt der 57-jährige Fotograf, der schon immer sehr mit Furtwangen verbunden war und sich selbst als "Furtbacher" bezeichnet. Er ist heimatverbunden und als Inhaber des "doldverlag" hat er mittlerweile 50 Bücher und Kunstkataloge über die Region publiziert.

 
 

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Jürgen Liebau

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