Sie sorgen für den Richtspruch: Juniorchef Benjamin Kienzler zusammen mit den Zimmermännern Benedikt Schlegel und Markus Schwer. Fotos: Kouba Foto: Schwarzwälder-Bote

Richtfest für 100 Meter hohe Holzkonstruktion, die Daten für geplante Windkraftanlagen liefern soll

Von Siegfried Kouba

Furtwangen-Linach. Er steht: Der bislang einzige, europaweit erste 100 Meter hohe Windmessmast. 3,5 Kilometer Stahlseile sorgen für Stabilität durch feste Verstrebung mit Betonfundamenten. Nur rund zehn Kubikmeter Weißtannenholz waren für die "schlanke Bauweise" nötig.

In rund 970 Metern Meereshöhe ist die von Benjamin Kienzler konzipierte und von Statiker Peter Bläsi berechnete Konstruktion weithin zu sehen. Am Freitag wurde zünftig Richtfest gefeiert. Ulrich Bremauer begrüßte die zahlreichen Gäste auf der Linacher Höhe, darunter den CDU-Landtagsabgeordneten Karl Rombach.

Nach dem Sektempfang zu Klängen der Bläsergruppe des Hegerings folgte der Richtspruch durch die Zimmerleute Benedikt Schlegel und Markus Schwer: "Wer einen solchen Holzturm baut, der muss haben viel Vertraun." Nach dreimaligem "Hoch" und Zerschmettern der geleerten Gläser war die Taufe beendet.

Im Namen der Zimmerei Kienzler dankte Manfred Kienzler allen Beteiligten für ihren Einsatz, die Gestaltung des Turms und das hervorragend organisierte Fest. Zweifel an der von vielen belächelten und vielen Fragen begleiteten Konstruktion habe es nicht gegeben.

Wert legte der Seniorchef darauf, dass "saubere Energie für die Zukunft" produziert werde. Die jetzige Generation habe die Verpflichtung, sich positiv für Windenergie stark zu machen, garantiert durch die Firma Siventis, die ohne Fördermittel und auf eigenes Risiko dahinter stehe.

Mittlerweile haben sich mehrere Interessenten in Windenergie Linach (WiLi), Rappeneck (WiRa) und Meisterberg (WiM) zusammen getan, um möglicherweise insgesamt zwölf Windkraftanlagen zu verwirklichen. Alle ließen keinen Zweifel: "Es soll ein Bürgerprojekt bleiben", auch wenn es sich um ein professionelles, aufwendiges Projekt mit vielen Prüfungsauflagen handelt.

Um genaue Daten über die Windhöffigkeit- und Geschwindigkeit zu bekommen, dient der Messturm mit seinen Auslegern, der in zwei Arbeitsschritten erstellt wurde. Ungefähr zwei Jahre soll die Untersuchungsphase dauern. Man erhofft zuverlässige Ergebnisse aus einem Umkreis bis zu acht Kilometern. Schallwellen durch Sodar-System sollen mithelfen und beispielsweise auch für den Furtwanger Meisterberg Daten liefern, erklärte Felix Duffner.

Die bisherigen Unterlagen gehen auf den baden-württembergischen Windatlas zurück, der durch Wetterstationen rechnerisch ermittelt wurde. Geld, Know How, Arbeitsleistungen und Ideen werden durch sämtliche Mitwirkende eingebracht.

Alles habe Spaß gemacht, sagte Duffner. Mit hineingenommen werden sollen Vertreter aus Politik, Verwaltung und die "Fernglasmenschen", sprich Ornithologen, die untersuchen, welche Vögel in welcher Anzahl auftreten.

Mit deftigem Vesper, Kaffee und Kuchen wurden die den Saal des Linacher Gemeindehauses füllenden Gäste versorgt.

Ihnen boten Ulrich Bernauer und Benjamin Kienzler mit einer Beamer-Produktion ausführliche Informationen über das Windkraftprojekt.

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