Die Schwarzwald-Familie »Die Fallers« läuft seit 20 Jahren im SWR-Fernsehen. Foto: SWR

TV-Serie wird 20 Jahre alt. Doku erzählt Anekdoten zur Erfolgsgeschichte. Hof-Bewohner in Furwangen waren anfangs dagegen.

Furtwangen/Freiburg - Am liebsten sieht Armin Schilling die Kräuterhexe Lioba im Fernsehen. "Und die Leni", sagt der Freiburger und "Fallers"-Fan, der als einer der ersten die Dokumentation  "Das ABC der Fallers" sehen durfte.

Am kommenden Samstag, 6. September, widmet der SWR der erfolgreichsten Fernsehserie im dritten Programm der ARD den ganzen Abend. Der Anlass: "Die Fallers" werden 20 Jahre alt.

"Das ABC der Fallers" läuft am 6. September

Wie sich aus bescheidenen Anfängen eine Erfolgsgeschichte entwickelt hat, das dokumentiert die SWR-Produktion "Das ABC der Fallers" von Christian Stöffler, die das gesamte Fallers-Universum alphabetisch gegliedert in 26 Kapitel zeigt.

70 Zuschauer durften den Film jetzt im SWR-Studio Freiburg als "Preview" sehen, unter ihnen Armin Schilling und seine Frau Silvia, die ein Rätsel gelöst und die Eintrittskarten gewonnen hatten. Bei der Vorstellung des Filmes, die von Klaus Gülker moderiert wurde, plauderten die Schauspieler aus dem Nähkästchen. So kann Kati (Christiane Bachschmidt) zum Beispiel, die in der erfolgreichsten Fernseh-Dauerserie des Dritten Programms immer viel Pech hat, inzwischen spontan weinen und es macht ihr sogar Spaß.

Schauspielerin Lisbeth Felder  verkörpert die Kräuterhexe Lioba mit Begeisterung, weil sie so eine authentische, selbstbewusste Frau ist  und Birgit Bücker, die als Margarete Markhardt-Siegel die Frauenemanzipation in den Schwarzwald gebracht hat, gesteht im Film, dass sie viel Spaß bei der Szene hatte, bei der sie sich mit Sekt betrinken musste.

Wie Johanna (Ursula Cantieni) sich in 20 Jahren als Bäuerin auf dem Hof zu einer eigenständigen Person entwickelt hat, indem sie zum Beispiel einen Feriengast vom Hof schickte, das zeigt der Film. Die beliebte Schauspielerin erzählte im Studio lachend die Szene, bei der sie mit ihrer Freundin Leni (Heidi Vogel-Reinsch) im Stroh übernachten musste und fünf Hühner sich auf ihren Brustkorb setzten, während gedreht wurde.

Zu Wort kommen im Film aber auch die echten Bewohner des Fallerhofes, Agnes und Felix Löffler in Furtwangen, die zuerst nicht wollten, dass ihr Hof Filmkulisse wird. Fallers-Erfinder Heinz Recht schildert im Film, wie der SWR sich den Hof, der seit 19 Generationen von der gleichen Familie bewirtschaftet wird, ausgesucht hatte und hartnäckig blieb, bis die Löfflers zustimmten.

Die beiden finden ihr eigenes Leben unterdessen weitaus spannender als es bei den Fallers gezeigt wird. "Dieses Jahr war es ziemlich anstrengend, die  Ernte einzubringen", erzählte Felix Löffler beim Preview.

Eigentlich sollte die Serie "Himmelreich und Höllental", heißen, schildert Heinz Recht im Film. Weil der Name zu lang erschien wurden daraus "Die Fallers".

Schwarzwald spielt heimliche Hauptrolle

Das "ABC der Fallers" ist ein unterhaltsames Zeitdokument. Zu sehen ist unter anderem, wie am Anfang bei 30 Grad im Sommer mit Kunstschnee Winterszenen gedreht werden mussten, während die  Folgen heute ein Jahr im Voraus produziert werden können.

Franz Faller (Edgar M. Marcus), der Bösewicht der Familie, erzählt im Film, dass er seinen Bruder Hermann Faller (Wolfgang Hepp) für mindestens ebenso bösartig hält wie sich selbst. Es ist ein kurzweiliger, mit Anekdoten gespickter Film über eine Fernsehserie, die, wie Zuschauer Armin Schilling findet, so richtig gemütlich ist: "Das ist eine Sendung, wo man sich nicht aufregen muss und keinen Herzinfarkt kriegt."

Kein Wunder, denn die heimliche Hauptrolle bei den Fallers spielt der Schwarzwald, dem die Schauspieler im Film mystische Qualität und Schönheit bescheinigen.

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