An der geplanten Funkübertragungsstelle auf der Mühlhalde in Lackendorf scheiden sich die Geister. Heftige Kritik an der Informationspolitik der Gemeinde gab es am Montag im Ortschaftsrat. Foto: © bluedesign – stock.adobe.com

Anwohner funken dazwischen. Antrag: erst umfassende Information, dann Entscheidung. 

Erst einmal vertagt hat der Ortschaftsrat Lackendorf seine Entscheidung, einen Mietvertrag mit der Telekom abzuschließen, die auf der Mühlhalde eine Funkübertragungsstelle errichten will. Die Bürger sollen zuerst umfassend informiert werden.

Dunningen-Lackendorf - In der Sitzung des Ortschaftsrates am Montagabend schlug den Räten eine geballte Ladung Unmut entgegen. Etliche Bürger hatten sich eingefunden, um ihre Bedenken gegen einnen solchen Funkmast zu äußern. Zudem fühlten sie sich gar nicht bis wenig über das Vorhaben informiert.

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"Kein guter Stil", fand eine Bürgerin und erntete Zustimmung. Und dies bei diesem "hochsensiblen Thema", insistierte ein anderer. Für ihn habe das Ganze "ein Geschmäckle".

Ortsvorsteher unterschätzt Widerstand

Ortsvorsteher Hermann Hirt hatte den möglichen Widerstand gegen einen Funkturm offensichtlich unterschätzt und nannte noch einmal die Argumente für einen Funkturm auf der Mühlhalde. So habe die Gemeinde einen Standort der Übertragungsstelle im Ort kategorisch abgelehnt. Von der Telekom angedacht war die technische Einrichtung auf dem Alten Schulhaus, dem Alten Rathaus oder bei der "Krone". Angeboten habe man der Telekom die Mühlhalde, gerade weil dieser Standort von der Wohnbebauung entfernt liegt, warb Hermann Hirt. Und die Leiterin des Dunninger Bauamts, Karola Heinz, betonte, dass die Telekom bei Bau und Betrieb des Funkturms selbstverständlich alle emissionsrechtlichen Vorgaben erfüllen müsse.

Im Eschachtal gebe es teilweise keinen Empfang, Feuerwehr und Polizei seien für den Digitalfunk auf eine solche Anlage angewiesen, so Hermann Hirt weiter. Und überhaupt, jeder wolle guten Handy-Empfang und schnelles Internet, dann müsse er auch die notwendige Infrastruktur hinnehmen. Zudem benutze jedermann jeden Tag ein Handy. Dieses Argument ließen die Gegner allerdings so nicht gelten: Am Handy sei man nur kurze Zeit, ein Funkmast dagegen strahle unaufhörlich. Seit 2018 werde das Thema offensichtlich in der Verwaltung diskutiert, das Einzige, was man davon mitbekommen habe, sei ein Zeitungsartikel gewesen, monierte ein anderer.

Entscheidung verschoben

Hirt dagegen beteuerte, dass die Bürger sehr wohl in die Entscheidungen eingebunden würden. Aber eben gerade nicht beim Funkturm, kritisierten allerdings die Zuhörer.

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Auch die Räte, unter anderem Andreas Kramer und Christian Stemplinger, fanden die gewählte Reihenfolge jetzt doch falsch. In ihren Augen sollte es zunächst eine umfassende Bürgerinformation geben, bevor das Gremium über einen Mietvertrag mit der Telekom entscheide. Wobei Stemplinger die Errichtung einer solchen Übertragungsanlage ausdrücklich "okay" fand.

Angesichts der geäußerten Kritik versuchte Ortsvorsteher Hirt, die Kuh vom Eis zu holen. Er jedenfalls habe kein Problem damit, die Entscheidung zu verschieben. Kramer und Stemplinger stellten also einen entsprechenden Antrag, den der Ortschaftsrat einstimmig annahm.

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