Bauamtsleiterin Karola Heinz (rechts) informiert über die aktuelle Planungen.Foto: Schönfelder Foto: Schwarzwälder Bote

Bestattungen: Formen haben sich gewandelt / Urnengräber, -stelen und -wände gewinnen an Bedeutung

Sargbestattungen – das war früher. Heute werden andere Bestattungsformen bevorzugt: Urnengräber oder auch Stelen gewinnen an Bedeutung. Auch in Dunningen.

Dunningen. Der Zug der Zeit geht auch an den Friedhöfen nicht spurlos vorbei. In einigen Jahren werden diese mutmaßlich anders aussehen als heute. Neue Bestattungsformen werden immer beliebter und werden auch inzwischen von den Kommunen verlangt.

Die Gemeinde Dunningen reagiert darauf mit einer Überplanung ihrer Friedhöfe. Die Kommunen haben in den vergangenen Jahren in der Regel zu großzügig geplant. Aber die Zahl Sargbestattungen nimmt stetig ab. Inzwischen werden von den Hinterbliebenen andere Bestattungsformen bevorzugt. Urnengräber, Urnenstelen und Urnenwände haben beispielsweise an Bedeutung gewonnen.

Kürzlich ließen sich der technische Ausschuss des Gemeinderats und der Ortschaftsrat Lackendorf über den Stand der Planungen von Bauamtsleiterin Karola Heinz und dem Landschaftsarchitekten Harald Klein informieren. Wobei "Stand der Planungen" durchaus etwas hoch gegriffen ist, denn die Umsetzung wird viele Jahre in Anspruch nehmen.

Zunächst ging es noch um Grundsätzliches und die allgemeine Richtung der geplanten Veränderungen. Wie sollen und müssen die Friedhöfe an eine moderne Entwässerung angepasst werden, wie sollen die verschiedenen Bestattungsformen auf der vorhandenen Fläche verteilt werden und wie sollen den schwierigen Bodenverhältnissen Rechnung getragen werden?

Die Böden sind für eine Verwesung kaum geeignet. Heinz und Klein schlagen deshalb die Anlage von Grabkammern vor, um das Problem zu lösen. Zudem sollen die Friedhöfe zu Stätten der Begegnung werden. Dazu sollten sie umgestaltet werde.

Was kann und soll erhalten bleiben? Unter anderem historische Grabsteine prägen die Atmosphäre eines Friedhofs. Die zentrale Rolle der Gedenkstätten soll berücksichtigt werden. Damit spielen denkmalschutzrechtliche Aspekte eine nicht unbeträchtliche Rolle.

Chancen für das Ökokonto

Ohne Zweifel werden die "neuen" Friedhöfe grüner und offener werden. Damit eröffnen sich die Chancen für das Ökokonto der Gemeinde. Auch alter Baumbestand soll nach Möglichkeit in die Planungen einbezogen werden. Allerdings wird einer solchen Umgestaltung auch der Aufwand für die Pflege für den Bauhof größer, der für die Angehörigen geringer.

Die Planungen sind so angelegt, dass alle Bestattungsformen mittelfristig auf allen drei Friedhöfen umgesetzt werden können. Bei der Umsetzung sind allerdings die jeweiligen Ruhezeiten zu berücksichtigen, so dass sie nur Schritt für Schritt erfolgen können.

Bürgermeister Peter Schumacher verdeutlichte noch einmal, dass die Planung bislang nur die Richtung, in die man sich bewegen wolle, vorgebe. In welcher Form und in welchem Zeitraum die einzelnen Gestaltungsvorschläge Realität werden, werde sich im langen Umsetzungsprozess herausstellen.

Bis auf wenige Detailfragen nahm der Ausschuss die umfangreichen Überlegungen von Karola Heinz und Harald Klein zustimmend zur Kenntnis.

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