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Freudenstadt Vom begeisterten Caddy zum Kosmopoliten

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Zwei Alphatiere: Schultz mit einem Gemälde der koreanischen Künstlerin Seo Foto: Simon Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Stefan Simon

Hongkong, Singapur, Miami, New York, Madrid, Venedig, Wien – den Galeristen Michael Schultz kann man aufgrund seiner weltweiten Aktivitäten im besten Sinne des Wortes als einen Kosmopoliten bezeichnen.

Freudenstadt/Berlin. Fragt man den weltoffenen, erfolgreichen Galeristen, der neben seinen beiden Galerien in Berlin Niederlassungen in Seoul und Peking betreibt und seinen Stammsitz im noblen Berliner Stadtteil Charlottenburg hat, was für ihn Heimat bedeutet, dann kommt recht schnell und doch einigermaßen unerwartet die Antwort: Freudenstadt. Er sei zwar ganz selten in Freudenstadt, wo in der Nähe noch seine Geschwister wohnen, aber die emotionale Bindung sei sehr hoch, so der Galerist.

Michael Schultz wurde 1951 als Sohn von DDR-Flüchtlingen in Freudenstadt geboren, seine ersten Lebensjahre verbrachte er im ehemaligen Schwarzwaldhotel. 20 Jahre hat er in der Schwarzwaldstadt gelebt, bis es ihm schließlich dort zu eng wurde und er die beschauliche Heimatstadt mit dem pulsierenden Leben der Metropole Berlin in Zeiten der für ihn faszinierenden Studentenrevolten tauschte.

Zeit im Schwarzwald prägend für die weitere Karriere

Michael Schultz geht es in Berlin offensichtlich sehr gut und dennoch möchte er die Zeit in seiner Geburtsstadt nicht missen. Die Winter verbrachte er am Stokinger Skihang in Lauterbad, und im Sommer traf man ihn als begeisterten Caddy auf dem Golfplatz. Und er habe, das ist ihm sehr wichtig zu erwähnen, als Jugendlicher einige Jahre frühmorgens den Schwarzwälder Boten ausgetragen. Nicht weil er es musste, sondern weil er es so wollte. So gesehen, war die Zeit im Schwarzwald prägend für die weitere Karriere von Michael Schultz. Frühaufsteher ist er noch immer. Sonst würde er das gewaltige tägliche Arbeitspensum nicht bewältigen. Golf spielt der Ehrenpräsident des Golfclubs Kallin mit dem respektablen Handicap 6,3 gelegentlich auch, und schließlich gibt es für den Sohn eines Musikers, der selbst Trompete und Kontrabass spielt, die inspirierende Welt der Musik.

"Um erfolgreicher Galerist zu werden, muss man eben nur das Leben kennen", so die Devise von Schultz. Will heißen: Man muss nicht von Beginn an mit der Materie verbunden sein, in der man später Erfolge feiert.

Nach dem Studium der Musik- und Theaterwissenschaften an der Freien Universität Berlin war Schultz Chefredakteur des Berliner Kunst-Magazins und anschließend Geschäftsführer der Berliner Wewerka-Galerie. 1986 gründete er die eigene Galerie Michael Schultz. In den Anfangsjahren vertrat die Galerie hauptsächlich damals schon etablierte Künstler wie Georg Baselitz, Markus Lüpertz und A. R. Penck sowie Jean-Michel Basquiat, Keith Haring, Robert Indiana, Robert Rauschenberg, James Rosenquist und Andy Warhol.

Mit der 2005 eröffneten Galerie "schultz contemporary" im Nachbargebäude in der Mommsenstraße erweiterte sich die Galeriearbeit auf das Entdecken und den Aufbau internationaler Positionen junger Kunst. Dies waren beispielsweise Cornelia Schleime, Helge Leiberg, Norbert Bisky und Seo. Aktuell sind dies Römer + Römer, Maik Wolf, Bernd Kirschner, Feng Lu, Andy Denzler, Sonja Alhäuser und Sabina Sakoh. 2006 eröffnete Michael Schultz seine Dependance in Seoul, und im Jahr 2007 kam Peking als weiterer Standort hinzu. Ein Programm, mit dem die Galerie im internationalen Kunstzirkus gut aufgestellt ist, im Berliner allemal. Den Erfolg muss man sich aber auch erarbeiten. Ein interessanter Künstlerstamm, zu dem nun auch der albanische Ministerpräsident und Künstler Edi Rama gehört, ist die notwendige Basis. Ein eingespieltes Mitarbeiterteam, das auf einer flachen Hierarchieebene selbstständig arbeitet, sorgt dafür, dass die monatlich wechselnden Doppel-Ausstellungen in Berlin, die Auftritte in China und in Korea und die über 20 externen Ausstellungen laufen. Beteiligungen wie an der Art Cologne, der Arco Madrid, der Art Miami oder der Art Karlsruhe sind selbstverständlicher Teil des Galeriealltags.

Gerhard Schröder und Guido Westerwelle unter den Besuchern

Und dann gibt es noch das Schultz’sche Rahmenprogramm, das das gut funktionierende Netzwerk am Laufen hält. Artist Talks, Reisen mit Sammlern und Künstlern zu Kunstveranstaltungen und Golfturniere gehören ebenso dazu wie die Abendessen mit Wirtschaftsführern oder wie gerade eben das vorweihnachtliche Essen mit internationalen Sammlern.

Dass man bei diesen ganzen Aktivitäten den einen oder anderen Prominenten in der Galerie antrifft, ist zu erwarten. Gerhard Schröder, Joschka Fischer und Guido Westerwelle sind dort ebenso zu sehen wie jüngst das schillernde Paar Robert und Carmen Geiss. Bei aller flachen Hierarchie –­ die Betreuung dieses Klientels ist dann wiederum Chefsache.

Weitere Informationen: www.schultzberlin.com

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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