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Freudenstadt Technik für Energiewende längst da

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Michael Faller, Kurt Schmalz und Moderator Frank Farenski (von links) im Gespräch. Fotos: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

"Die Welt steht in Flammen, und durch Menschen geschaffene Probleme sind auch von Menschen lösbar" – das war die Kernaussage des Vortrags von Franz Alt im Freudenstädter Kurhaustheater.

Freudenstadt. Voll Euphorie referierte der Journalist, Fernsehmoderator und Buchautor darüber, dass aktuell die falschen Energien genutzt werden. Zur Semestereröffnung der Kreisvolkshochschule Freudenstadt im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Schwarzwald Akut Klimaforum" trat Franz Alt, Experte für den Klimawandel, ans Mikrofon. Auf leidenschaftliche Weise vertrat der 82-Jährige seine Standpunkte zum Umstieg auf erneuerbare Energien.

Der Vortragsabend in Kooperation mit "Architects for future" und "Parents for future" Freudenstadt startete mit halbstündiger Verspätung aufgrund der zeitraubenden Einlasskontrollen im Kurhaus, die lange Warteschlangen entstehen ließen. Die gebührenfreie Veranstaltung hätte mehr Besucher verdient gehabt, im Theater blieben mehr Plätze leer, als die Corona-Regeln verlangt hätten.

Moderator Frank Farenski interviewte vor Beginn des Vortrags mit der Überschrift "Auf die Zukunft bauen – Planen, sanieren, wohnen im 21. Jahrhundert" Architekt Stefan Niesner von "Arché techné neos". Dass eine Energiewende auch am Bau erfolgen muss, bestätigte Niesner, nicht zuletzt aufgrund der Verteuerung beim Ausstoß von CO2. Er plädierte gleichzeitig für selbst produzierte Energie im Wohnbereich.

Als weitere Gäste begrüßte Moderator Farenski Firmenchef Kurt Schmalz vom gleichnamigen Unternehmen in Glatten sowie den Präsidenten von Faller-Packaging in Waldkirch, Michael Faller. Seitens des Vakuumtechnik-Unternehmens Schmalz thematisierte der Geschäftsführer in der dritten Generation sowohl die Nachhaltigkeit im Unternehmen als auch die Verankerung des ökologischen Aspektes. "Neun Prozent des Umsatzes steckt das Unternehmen Schmalz in die Forschung und Entwicklung, wie in Brennstoffzellen", sagte Schmalz. Michael Faller sprach über die gesellschaftliche Verantwortung seines Unternehmens und den Nachhaltigkeitsberichten, die Faller seit 17 Jahren herausgibt. Beispielhaft berichtete er über ein neues Industriegebäude, bei dem die Abwärme von Druckmaschinen für die Beheizung des Gebäudes genutzt werden soll. In dem sich anschließenden rund einstündigen Vortrag sagte Franz Alt, dass die Welt in Flammen stehe und stellte die Frage, was noch passieren müsse, damit der falsche Umgang mit Ressourcen gestoppt werde. Das Zeitalter von Kohle, Gas und Benzin gehe seinem Ende zu. Es gelte, umzudenken und mit Rohstoffen schonender umzugehen.

Er plädierte für die Nutzung von Energiequellen, die sich nicht verbrauchen, wie Sonnenenergie und Windkraft. "Die Sonne und der Wind verschicken keine Rechnungen", so seine These. Die Kernbotschaft dazu lautete: "Menschlich geschaffene Probleme sind auch von Menschen lösbar".

Für den früheren Redakteur und Rundfunkmoderator stellt dies eine Aufgabe der heutigen Generation dar. Sonnenenergie sei auch eine Chance – etwa für arme Länder wie in Afrika. Die heutige Generation verbrauche mehr Energie als die vorangegangene. Der Klimawandel sei für ihn die Überlebensfrage der Menschheit. "Erwärmt sich die Erde um vier bis fünf Grad und schmilzt dadurch das Eis weiter, wird es Kriege um Wasser geben", prognostizierte er. Wurden im Jahr 1990 gerade mal drei Prozent erneuerbarer Energien genutzt, änderte sich dies durch das vom Bundestag verabschiedete Erneuerbare Energiegesetz. Aktuell gebe es bei der Nutzung einen signifikanten Anstieg. "Die Technik für einen 100-prozentigen Umstieg bis 2050 ist vorhanden", sagte Alt, "allerdings müsse es aufgrund der dramatischen Situation außerhalb von Europa bis 2035 geschafft sein, dass Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren wegfallen."

Amüsiert habe sich Franz Alt über die Aussage von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, wonach es in Deutschland Probleme mit Steckdosen für Elektroautos gäbe. "Die Deutschen reden nur über Probleme statt über Lösungen. Die Chinesen sind uns mit ihrer Umstellung auf E-Autos weit voraus". Deutschland sei im Rückstand, trotz vorhandener, hervorragender Technik. Im Laufe seines leidenschaftlichen Plädoyers für Solaranlagen und Windkraftanlagen zeigte er viele Bildbeispiele von Einsatzmöglichkeiten auf Gebäuden, Autobahnen, aber auch auf Feldern als doppelte Landwirtschaft, also unten Lebensmittelanbau und darüber Solaranlagen. "Anpacken ist hilfreicher, denn Jammern ändert nichts. Die Zeit ist reif für Veränderung, und Probleme sind lösbar durch unsere Technologie", so die Schlussworte seines mit viel Applaus quittierten Vortrags.

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