Im Inneren der Freudenstädter Stadtkirche beginnen bald umfangreiche Renovierungsarbeiten. Foto: Archiv

Rund zwei Millionen Euro für Innen-Erneuerung. Gotteshaus eineinhalb Jahre geschlossen.

Freudenstadt - Die Stadtkirche, das Wahrzeichen Freudenstadts, wird ab Mai zu einer Großbaustelle. Die Innensanierung wird rund eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen. So lange wird die Kirche geschlossen.

Es sind umfangreiche Maßnahmen, die im Gotteshaus anstehen. Dekan Werner Trick und der geschäftsführende Pfarrer der Stadtkirche, Hans-Jürgen Schlue, informierten in einer Gemeindeversammlung über die Innensanierung. Auch im jüngsten Gemeindebrief der evangelischen Gesamtkirchengemeinde wurde bereits darauf hingewiesen.

Der letzte Gottesdienst in der Stadtkirche ist am Sonntag, 12. Mai. Danach werden bis auf wenige Ausnahmen die Gottesdienste im Gemeindehaus Ringhof stattfinden. Die Wochenschlussgottesdienste werden im Gemeinderaum des Pfarrhauses West am Marktplatz und die Liturgische Vesper in der Taborkirche gefeiert.

Land ist für die Arbeiten zuständig

Zuständig für die Arbeiten ist nicht die evangelische Kirchengemeinde. Bauleitung und die Entscheidungskompetenz liegen beim Amt Vermögen und Bau Baden-Württemberg, denn die Stadtkirche gehört dem Land, das auch einen erklecklichen Anteil der Finanzierung übernimmt.

Wie Dekan Werner Trick im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte, werden die Kosten für die Renovierung des Gotteshauses auf rund zwei Millionen Euro geschätzt. Im vergangenen Jahr wurden die Arbeiten in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt, der Kirchgemeinde und des Amts Vermögen und Bau vom Architekturbüro Jarcke aus Freudenstadt und weiteren Fachplanern geplant.

Laut Werner Trick wird alles, was in der Kirche ist, runderneuert. Nach dem 12. Mai werden zunächst alle Bänke ausgebaut und überarbeitet. Das Lesepult und das Kruzifix, die wertvollsten Gegenstände der Stadtkirche, werden an einen sicheren Ort gebracht. Taufstein und Orgeln werden luftdicht und sicher verpackt, damit sie keinen Schaden nehmen.

Parkett- und Steinboden der Stadtkirche werden vollständig erneuert. Alle Wände und Decken werden gereinigt und neu gestrichen. Die Heizung wird erneuert und auf Gas umgestellt. Die gesamte Elektrik, die laut Dekan Trick noch aus den 50er-Jahren stammt, wird auf Vordermann gebracht. Die Beleuchtung wird im Altarbereich und in den Kirchenschiffen verstärkt. Zur Verbesserung der Akustik in der Kirche werden neue Lautsprecher installiert. Im vergangenen Jahr habe es dazu bereits einen Test gegeben, erläuterte Werner Trick.

Eingebaut werden auch Induktionsschleifen, die es Trägern von Hörgeräten ermöglichen, die Gottesdienste besser zu verfolgen. Dennoch bleiben die Infrarotkopfhörer erhalten. Ganz neu gebaut wird ein Eltern-Kind-Raum mit einer Glaswand vor der Sakristei auf der Seite der Schulstraße. Daduch soll es Eltern ermöglicht werden, mit ihren Kindern die Gottesdienste zu besuchen. Ein Zugang zur Kirche wird behindertengerecht umgebaut. Auf die Leinwand wird künftig verzichtet. Projektionen erfolgen auf die Kirchenwände.

Die Kosten von rund zwei Millionen Euro teilen sich laut Dekan Trick das Land und die Kirchengemeinde je etwa zur Hälfte. Nach Abzug von Zuschüssen rechnet die evangelische Gesamtkirchengemeinde mit einem Kostenanteil von rund 670.000 Euro. Deshalb sei die Kirchengemeinde auch für Spenden dankbar, betonte der Dekan.

Fingerspitzengefühl ist erforderlich

Die letzte Innensanierung sei 1980 erfolgt, etwas später sei der Altarraum saniert worden. Von den Handwerkern, die in der Kirche arbeiten werden, sei viel Fingerspitzengefühl gefordert, so Werner Trick. Die Sanierung solle behutsam vorgenommen werden, die Kirchenräume würden nicht umgestaltet. Es solle durch die umfangreichen Arbeiten ein zukunftsfähiges Gotteshaus in Freudenstadt entstehen.

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