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Freudenstadt Stadt baut Sozialwohnungen selbst

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An der Stelle des städtischen Wohnhauses am Notzeitweg, das abgerissen wurde, entsteht ein neues Gebäude mit zehn Wohnungen zu günstigen Mietpreisen. Foto: Breitenreuter Foto: Schwarzwälder Bote

Neue Wege geht die Stadt Freudenstadt bei der Schaffung von günstigem Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen. Am Notzeitweg will sie ein Gebäude mit zehn Mietwohnungen bauen – und zwar in Eigenregie und auf eigene Rechnung.

Fre udenstadt. Im vergangenen Jahr wurde an der Gottlieb-Daimler-Straße auf städtischem Grund ein Gebäude mit 16 Wohnungen fertiggestellt. Dabei handelte es sich um ein Kooperationsmodell der Stadt mit einem privaten Investor, das sogar überregional als Modellprojekt bekannt wurde. Bereits im Oktober 2018 hat der Gemeinderat dann beschlossen, auf dem Nachbargrundstück nach dem gleichen Modell ebenfalls ein Mietwohngebäude zu bauen.

Doch inzwischen habe sich die Meinung der Stadtverwaltung geändert, erläuterte Rudolf Müller, Leiter des Amts für Stadtentwicklung, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Man wolle das Projekt in Eigenregie umsetzen, um die Wohnungen langfristig anbieten zu können.

Wie Müller erklärte, besteht das geplante Gebäude aus zehn Wohnungen mit zwei Vierzimmer-, vier Dreizimmer- und vier Einzimmerwohnungen und hat insgesamt 511 Quadratmeter Wohnfläche. Die Miete soll 6,50 bis 6,80 Euro pro Quadratmeter zuzüglich Nebenkosten betragen. Die Stellplätze sollen bei dem Haus und an der Herzog-Eugen-Straße ausgewiesen werden. Eine Tiefgarage sei für die anvisierte Miete nicht realisierbar, so Müller. Die Energieversorgung des neuen Gebäudes ist über das Blockheizkraftwerk der Stadtwerke vorgesehen, das sich im Haus an der Gottlieb-Daimler-Straße befindet. 1,9 Millionen Euro soll das Projekt kosten. Im Haushalt 2020 ist eine erste Tranche von 900 000 Euro eingeplant.

Am Vorhaben der Stadt hatte der Gemeinderat grundsätzlich nichts auszusetzen, allerdings gab es eine Diskussion um die Ausführung des Baus. Stadträtin Elisabeth Gebele von der Bürgeraktion (BA) sah die Stadt auch beim Klimaschutz in der Pflicht und stellte den Antrag, das Wohngebäude in Holzbauweise zu erstellen. Dann könnte dieses Haus ein "Leuchtturmprojekt" werden. Man werde deswegen nicht mehr Geld ausgeben müssen, vermutete sie.

Rudolf Müller hatte gegen einen Holzbau nichts einzuwenden, meinte aber, dass das Gebäude dann sehr wohl teurer wird. Er versprach, sich des Themas anzunehmen. Denkbar sei aber auch eine Hybridkonstruktion, beispielsweise Holzbauweise mit massiven Betondecken.

Stadtrat Eberhard Haug (SPD) sah die eigene Finanzierung der Stadt als "wichtigen Fortschritt" und erinnerte an einen Antrag seiner Fraktion auch im neuen Wohngebiet Sonnenhalde sozialen Wohnungsbau unter der Regie der Stadt anzustreben. Stadtrat Albrecht Ortmann (BA) wies darauf hin, dass die Stadt in dem neuen Haus mehr Miete einnehme als bisher in dem alten Gebäude, deshalb müsse auch ein Mehrpreis für Holz drin sein.

Detlef Brückner (FWV/FDP) betonte, dass eine Holzbauweise rund 30 Prozent teurer werde, aber grundsätzlich denkbar sei. Nach den Fördermöglichkeiten fragte seine Fraktionskollegin Beate Gernsheimer. Bürgermeisterin Stephanie Hentschel antwortete, dass es wohl bis zu 45 Prozent sein könnten. Es gebe aber noch keine Förderrichtlinie. Rudolf Müller bestätigte dies. Landes-Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut habe aber ein Programm angekündigt. "Wir bleiben am Ball", versprach er.

Stadtrat Wolfgang Tzschupke (FWV/FDP) war es wichtig, dass es im Notzeitweg eine Durchmischung von Mietern verschiedener Einkommensgruppen gibt. Rudolf Müller bemerkte, dass man bereits bei der Vergabe der Wohnungen an der Gottlieb-Daimler-Straße auf eine Durchmischung des Mietklientels geachtet habe. Gleichzeitig kündigte er an, frei werdende Wohnungen in den noch bestehenden städtischen Gebäuden in diesem Gebiet zu sanieren. "Denn auch in Freudenstadt brauchen wir Wohnungen für unter vier Euro pro Quadratmeter".

Stadtrat Andreas Bombel (CDU) meinte, dass das Wohnprojekt gerade noch zur rechten Zeit komme und schlug vor, der Realisierung grundsätzlich zuzustimmen und über die Holzbauweise später zu entscheiden. Dem stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.

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