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Freudenstadt Passanten ignorieren regungslosen Minderjährigen

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Die Polizei wurde schlussendlich gerufen und kümmerte sich um den Minderjährigen. (Symbolfoto) Foto: Jaromir Chalabala/ Shutterstock

Freudenstadt - Ein Minderjähriger liegt am Freudenstädter Bahnhof regungslos am Boden. Mehrere Menschen ignorieren ihn, lassen ihn liegen. Niemand ruft die Polizei oder den Rettungsdienst.

So schildert Fabian Schänzle die für ihn unverständliche Situation. Seinen Unmut äußert er anonym über die Facebookseite "Blaulicht.info Kreis Freudenstadt" und erntet für seine Kritik viel Zustimmung.

Bewusst ignoriert?

Im Gespräch erklärt der 20-Jährige, was an dem Abend des 16. August vorgefallen ist:

"Gegen 21.45 Uhr wollte ich von Gleis 2 auf Gleis 1. Als ich ankam und auf den Zug um 21.53 Uhr Richtung Karlsruhe wartete, bemerkte ich den am Boden liegenden Mann. Vier Passanten schenkten ihm keine Aufmerksamkeit. Sie ignorierten ihn eher bewusst", schildert Schänzle. Eine Frau sei knapp an dem jungen Mann vorbeigelaufen, um etwas in den Mülleimer zu werfen. Ein anderer Passant habe auf sein Handy gestarrt und den Mann im vorbeigehen zwar kurz angeschaut, aber nichts unternommen. Mit großem Abstand sei dann noch ein Jugendlicher am Mann vorbeigelaufen.

Minderjähriger stark alkoholisiert

Schänzle rief schließlich die Polizei. Die Beamten trafen noch ein, bevor Schänzle in den Zug steigen musste.

Wie die Polizei mitteilt, wurde der Minderjährige in Absprache mit einem Elternteil mit einem Taxi nach Hause gebracht. Er war stark alkoholisiert.

Auch wenn diese Situation für den Mann nicht lebensbedrohlich war, wünscht sich Schänzle mehr Engagement von seinen Mitbürgern. Schließlich könne eine solche Situation auch ganz anders ausgehen. Er appelliert, selbst "Hand anzulegen und wenigstens nachzufragen", ob alles in Ordnung ist. Und nicht wegzuschauen.

Polizei lobt Verhalten

Er ist wütend und enttäuscht darüber, dass nicht bereits vor ihm jemand reagiert habe. Dass er auf Facebook so viel Zustimmung erfahren hat, gibt ihm Hoffnung, dass es da draußen noch mehr Leute gibt, die in einer solchen Situation ähnlich handeln würden.

Gegen die Passanten hat er nach eigener Aussage vor, Anzeige zu erstatten. Laut Polizei ist das bisher nicht geschehen. Für die Beamten selbst habe sich jedenfalls bislang kein Anfangsverdacht für eine unterlassene Hilfeleistung ergeben.

Trotzdem habe der 20-Jährige natürlich richtig gehandelt und die Einsatzkräfte informiert, wie ein Polizeisprecher lobend erwähnt.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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