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Freudenstadt Orgelmusik auf die englische Art

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Die Akteure Werner Schröder, Claudia Echle, Christel Ganz und Karl Echle gaben sich ganz britisch. Foto: Lorek Foto: Schwarzwälder Bote

"Very british – mit Pomp in den Brexit" lautete der Titel des Orgelkonzerts zur Fasnet in der Freudenstädter Taborkirche. Dabei begeisterten die vier Akteure.

Freudenstadt. Kirchenmusikdirektor Karl Echle und Werner Schröder aus Marl an der Orgel sowie Sopranistin Claudia Echle und Christel Ganz als Moderatorin und Putzfrau hatten sich stilecht zu diesem besonderen Anlass britische Symbole an die Kleidung geheftet. Mit dem Marsch "Pomp and Circumstance" von Edward Elgar, der vierhändig auf der Orgel von Karl Echle und Werner Schröder gespielt wurde, wurde den Zuhörern in der gut besuchten Taborkirche wahrlich ein pompöser musikalischer Auftakt geboten, der von Moderatorin Christel Ganz in ihrer Rolle als Putzfrau treffend als "Heiteres Requiem" für den Abschied von Großbritannien aus der EU bezeichnet wurde.

Per Videoübertragung, die von Michel Vieth arrangiert worden war, konnten die Besucher das vierhändige Orgelspiel verfolgen. Mit der Ouvertüre zur "Wassermusik" von Georg Friedrich Händel, glänzten die beiden Orgelkünstler Echle und Schröder nicht minder. Mit vier Händen, die mal nebeneinander, dann übereinander auf den drei Manualen der Orgel dahinflogen, reisten die Zuhörer durch die unterschiedlichen Tempi und Dynamiken bis hin zum großen Schlussakkord.

Eine Meisterleistung, für die Karl Echle viel Applaus erntete, waren die Orgelvariationen von "God save the Queen" von Christian Heinrich Rinck. Die berühmte Hymne spielte Echle zunächst legato, danach in zahlreichen Variationen von leise-lustig bis eigenwillig und fast frech sowie am Ende mächtig laut.

Claudia Echle singt mit großer Inbrunst

Beeindruckend war auch der Blick auf die Füße, die die Pedale mal parallel drückten, dann wiederum tänzerisch schnell. Die bekannte Melodie sei früher in Deutschland unter "Heil Dir im Siegerkranz" bekannt gewesen und habe im Kaiserreich Russland, im Königreich Bayern und in der Schweiz als Nationalhymne gedient. Heuer sei sie noch als Fangesang von Bayern München bekannt, erläuterte die Putzfrau.

Überhaupt schien sich die "gute Seele" einige Gedanken zum Thema Brexit zu machen, die sie gewitzt und auch schon mal mit dem einen oder anderen Seitenhieb zum Besten gab. Den bekannten Westminster-Glockenschlag machte Werner Schröder mit einer eindrucksvollen "Toccata Big Ben" von P. Marie-Jean Plum, in Variationen auf allen drei Manualen spielend, hörbar.

Zum Dahinschmelzen schön brachte er die "Romanze" von Christopher Tambling auf der Orgel zum Klingen. Mit großer englischer Musik, voller Inbrunst gesungen, beeindruckte Sopranistin Claudia Echle mit "Jerusalem" von Charles Hubert Parry, dessen Melodie zum jährlichen Repertoire beim Musikfestival "Night oft the Proms" gehöre, erläuterte die gut informierte Putzfrau. Zum träumen schön trug Claudia Echle die getragene und zu Herzen gehende Melodie von "Land of hope and glory" des Komponisten Edward Elgar vor. Wieder in die Realität zurückgeholt, wurden die Zuhörer mit einem weiteren musikalischen Einblick in die britische Seele. Mit zwei Stücken aus der "Sherlock Holmes Suite" von Andreas Willscher, begab sich Karl Echle auf die musikalische Spurensuche mit Sherlock Holmes und Dr. Watson. Das Publikum spendete immer Zwischenapplaus.

Mit dem weiteren vierhändig und sehr schnell gespielten Orgelmarsch "Pomp and Circumstance" in D-Dur, bei dem jede Hand ein Eigenleben zu führen schien, ging ein grandioses Konzert zu Ende, das mit Standing Ovations belohnt wurde. Doch erst nach der Zugabe "Auld lang Syne", einem schottischen Volkslied, hieß es dann endgültig "bye-bye".

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