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Freudenstadt Notfallseelsorger ziehen sich nicht zurück

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Sie sind auch in Corona-Zeiten Immer einsatzbereit: die Notfallseelsorger im Kreis Freudenstadt bei der Übergabe ihres Fahrzeugs.Foto: DRK Foto: Schwarzwälder Bote

Auch in diesen schwierigen Zeiten stehen die Notfallseelsorger im Kreis Freudenstadt den Menschen zur Verfügung, die ein schlimmes Ereignis verarbeiten müssen – unabhängig von Corona.

Kreis Freudenstadt. Notfallseelsorge steht Menschen in Krisensituationen sofort und unmittelbar zur Seite. Im Kreis Freudenstadt hat sich dafür ein Netz ehrenamtlicher Einsatzkräfte gebildet. Wie Pfarrer Timo Stahl, im Kreis Freudenstadt für die psychosoziale Notfallversorgung zuständig, berichtet, sind die rund 20 Ehrenamtlichen landkreisweit im Einsatz, wenn Angehörigen die Mitteilung überbracht werden muss, dass Familienangehörige Opfer eines Unfalls wurden. Die Ehrenamtlichen sind unter anderem für Menschen da, die einen Unfall mit Todesfolge miterleben mussten oder für Hinterbliebene, die nach einem Suizid Beistand und Hilfe brauchen. Sie betreuen aber auch Unfallverursacher, die die Schuld an einem Unfall mit Todesfolge tragen müssen, oder Zeugen und Ersthelfer, die teilweise schreckliche Bilder verarbeiten müssen. Wie Timo Stahl – er war als Notfallseelsorger auch in Winnenden im Einsatz – erläutert, arbeitet sein Team jenseits von Religionszugehörigkeit, Nationalität und Weltanschauung. Das Angebot der psychosozialen Notfallversorgung besteht zunächst einmal darin, einfach da zu sein, zuzuhören und Fragen zu beantworten. Wenn gewünscht, kommt praktische Unterstützung und seelsorgerliche Betreuung hinzu. Dabei hat Stahl beobachtet, dass es für Betroffene hilfreich ist, wenn ihnen nochmals das Geschehen, die Abläufe und die Rechtslage erläutert werden. Häufig ist auch hilfreich, wenn der Notfallseelsorger zwischen Angehörigen, Polizei, Bestatter und Gemeindepfarrer vermittelt und – sofern gewünscht – notwendige Informationen an weitere Angehörige, Schulen oder Arbeitgeber weitergibt.

Wichtig bei allem sind Fragen wie: "Was würde Ihnen jetzt helfen?" oder "Was kann ich für Sie tun und übernehmen?" Wichtig deshalb, so die Erfahrung Stahls, weil grundsätzlich jedes plötzliche Ereignis, das Menschen mit dem Tod konfrontiert, zu einem psychischen Ausnahmezustand führen kann. "Erlernte Schutzmechanismen wie Sicherheit und Vertrauen sind dann durchbrochen, bisher erfolgreiche Bewältigungsstrategien stehen nicht mehr zur Verfügung, neue müssen erst erlernt werden."

Notfallseelsorge biete dabei, so Stahl, den Raum, "das Unglaubliche zu sehen und das Unsagbare zu sagen". Notfallseelsorger-Einsätze nach Verkehrsunfällen finden in der Regel vor Ort statt. Um für diese Gespräche einen geschützten Rahmen zu garantieren, gibt es im Kreis Freudenstadt seit einigen Wochen für die Notfallseelsorge ein von der evangelischen Kirche und dem Landkreis gemeinsam finanziertes Betreuungsfahrzeug.

Mitarbeiter sind in Rufbereitschaft

Auch weiterhin wird die psychosoziale Notfallversorgung von den ehrenamtlichen Mitarbeitern der Kirchen, des Deutschen Roten Kreuzes und der Johanniter-Unfallhilfe angeboten, denn auch in Corona-Zeiten sind die Mitarbeiter in Rufbereitschaft. Allerdings finden Gespräche nach den Maßgaben des Eigen- und Fremdschutzes, das bedeutet mit mehr Abstand zwischen den Personen, statt. So wird derzeit auf eine Betreuung im räumlich begrenzten Fahrzeug verzichtet, wenn möglich finden Gespräche im Freien statt. Trotzdem gilt weiter, wie Stahl versichert, für die Notfallseelsorge der Grundsatz: "Die Seelsorger der Kirchen gehören zum ›therapeutischen Team‹ und ziehen sich nicht zurück".

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