Bildung: Die Kreisvolkshochschule Freudenstadt macht zu Coronazeiten verstärkt Angebote im Netz

Auch wenn derzeit der Bildungsbetrieb mit Präsenzunterricht und Publikumsverkehr der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen ist, ruhen die Aktivitäten der Kreisvolkshochschule keineswegs.

Kreis Freudenstadt. Die Verwaltung der Kreis-VHS arbeitet regulär. Allerdings bleiben die Geschäftsstellen geschlossen, und persönliche Beratung vor Ort findet nicht statt. Kontakte sind möglich mit E-Mail oder telefonisch zu den üblichen Öffnungszeiten. Über das Internet sind außerdem zahlreiche Kursangebote abrufbar.

Lernen ohne "physische Begegnung" geht nicht

Kreisvolkshochschul-Direktor Sascha Falk äußert sich zur Situation verhalten optimistisch: "Derzeit ist der Präsenzunterricht in den Volkshochschulen aufgrund des Erlasses der Landesregierung vom 16. März noch bis zum 15. Juni untersagt. Im Zuge der aktuellen Beschränkungslockerungen hoffen wir natürlich auf eine zeitnahe Wiederaufnahme des Unterrichtsbetriebs für bestimmte Kurse unter den erforderlichen Schutzauflagen."

Deshalb habe die VHS ein Hygienekonzept erstellt, um bei "grünem Licht" so rasch wie möglich starten zu können. Das elfköpfige Team in Horb und Freudenstadt in Voll- und Teilzeit unter der Leitung von Sascha Falk hat sich mit gesonderten Büroarbeitsplätzen eingerichtet. Sie garantieren die Einhaltung der Hygienevorschriften und des Abstandsgebots. Teilweise werde auch von der Möglichkeit, im Heimbüro zu arbeiten, Gebrauch gemacht. Von Kurzarbeit ist die Kreisvolkshochschule nicht betroffen. Neben ihrer Planungsarbeit sind vier Mitarbeiterinnen in die telefonische Corona-Hotline des Landratsamts eingebunden.

Im Zuge der von Corona unabhängigen Beschleunigung der Digitalisierung steht auch die Volkshochschule unter Dampf. Die Lernangebote über das Internet kämen den Bedürfnissen zahlreicher Interessenten entgegen. Sie seien aber nur ein Teil der rund 1000 Kurse, Seminare und Vorträge, die in normalen Zeiten pro Semester bereitgehalten werden. Allerdings sei es so, dass nicht alle Interessenten zum Zug kommen. Manche verfügten nicht über die technischen Möglichkeiten, bei anderen reiche die Medienkompetenz nicht aus. Dozenten, die ihre Angebote als Online-Veranstaltung veranstalten möchten, werden von der Volkshochschule beraten und in die vhs.cloud eingeführt. Bildung über das Internet ist für Sascha Falk ein zweites Standbein, denn die VHS als "Ort physischer Begegnung und sozialen Lernens" sei unverzichtbar.

"Krisenzeiten sind Bildungszeiten", sagt Hermann Huba, Direktor des Volkshochschulverbands Baden-Württemberg, und bekräftigt damit die Digitalisierungsoffensive, die unter dem Motto segelt: "Lieber digital als infiziert!" Ihren öffentlichen Bildungsauftrag könnten die Volkshochschulen nur erfüllen, "wenn sie die aktuellen Einschränkungen ihres Betriebs zunächst überstehen".

Pro Woche verbuchten derzeit die 168 Volkshochschulen im Land Einnahmeverluste von 1,9 Millionen Euro. Nicht nur für die Einrichtungen sei dies fatal, sondern auch für die zahlreichen freien Mitarbeiter, die wegen der Kursausfälle auf Hilfen von Bund und Land angewiesen seien. Obwohl alle Planungen in Coronazeiten unter Vorbehalt stünden, seien sie für das Herbstsemester in Freudenstadt angelaufen. Schließlich wolle man, so Falk, wenn’s drauf ankommt, "nicht mit leeren Händen dastehen". Einen Trumpf habe der VHS-Leiter noch im Ärmel: Sollten die Reisebeschränkungen anhalten, könnte seine Einrichtung in der üblicherweise ruhigen Sommerzeit Ersatzangebote machen.  Kontakt: Zu erreichen sind die Geschäftsstellen Freudenstadt unter der Telefonnummer 07441/9 20 14 44 und E-Mail fds@vhs-kreisfds.de sowie Horb mit E-Mail horb@vhs-kreisfds.de.

Weitere Informationen: www.vhs-kreisfds.de.

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