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Freudenstadt Nicht alle Gäste halten sich an Corona-Regeln

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In der Bar "Abnoba" serviert Alexander Möbius auch mal Eigenkreationen, wie diesen "Monkey Surprise". Foto: Sannert

Freudenstadt - Seit Juni dürfen Bars und Kneipen nach monatelanger Corona-Pause ihre Gäste wieder bewirten und sie mit einem frisch gezapften Bier oder einem erfrischenden Cocktail verwöhnen. In manchen Lokalen blieb der Ansturm allerdings aus, und nicht alle Gäste wollen sich an die Auflagen halten. Mehr lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Besonders hart hat der Lockdown das "Bauwerk" am Stadtbahnhof und "Dein Feierabend" in der Straßburger Straße getroffen. Denn beide Lokale mussten bereits kurz nach ihrer Neueröffnung wieder schließen. Mustafa Dogan hatte das "Bauwerk" erst zur Jahreswende übernommen. "Wir hatten noch keine Stammgäste", denkt Mustafa Dogan, der auch noch die Sisha-Bar wenige Häuser weiter betreibt, an die letzten Monate zurück, in denen die Lokale geschlossen waren. Während in der Sisha-Bar wegen der Abstandsregeln nur wenige Besucher eingelassen werden dürfen, können im "Bauwerk" zahlreiche Gäste drinnen und draußen Platz nehmen. "Wir haben eine große Terrasse – das ist unser Glück", sagt Mustafa Dogan, der mit der Zahl der Gäste – Jüngere wie Ältere – zufrieden ist und sich freut, "ganz viele neue Gesichter" in seinem Lokal zu sehen. Allerdings habe er festgestellt, dass sich nicht alle an die Abstandsregeln und Hygienevorschriften halten wollen. "Ab und zu will mal jemand die Daten nicht angeben, der muss dann gehen", betont er, ergänzt aber, dass die meisten sich sehr vernünftig verhalten.

"Dein Feierabend" hatte im November vergangenen Jahres Eröffnung gefeiert. Zum Zeitpunkt der coronabedingten Schließung hatte Viktoria Mölmann schon einige Stammgäste, die die Treue gehalten haben. Um im Gespräch zu bleiben, und um neue Gäste zu generieren, waren sie und ihre Freundin und Mitarbeiterin Maria Scherowa innovativ und kreativ. Neben einer Gutscheinaktion haben beide an Wochenenden im Straßenverkauf Gegrilltes, Fleisch- und Gemüsemaultaschen sowie Pfannkuchen samt Getränken angeboten. Die Resonanz gab den beiden recht. "Es lief super gut, wir wurden von unseren Stammgästen super unterstützt", freut sich Viktoria Mölmann, die mit "Dein Feierabend" auch in den sozialen Medien ununterbrochen präsent war. Nebenbei haben die zwei Frauen das Lokal optimiert und die Vesperkarte erweitert. Und auch für die Zukunft hat Viktoria Mölmann schon viele neue Ideen. "Wir kämpfen für unser Lokal und möchten es nicht aufgeben", betont sie, froh darüber, dass alle Stammgäste wiedergekommen sind. Und es seien viele neue dazu gekommen. Darüber freut sich auch Maria Scherowa.

Ältere Stammgäste trauen sich noch nicht

Nicht ganz so gut angelaufen ist das Geschäft bei Alexander Möbius, Inhaber der Bar "Abnoba" in der Loßburger Straße. Seine Stammgäste seien überwiegend älter und noch recht verhalten. Nur wenige trauten sich, ein Lokal aufzusuchen. Zu groß sei die Angst, sich doch noch mit dem Coronavirus anzustecken. Die Cocktails im Straßenverkauf anzubieten kam für ihn nicht in Frage – zu groß wäre der Aufwand gewesen, alles umzubauen und umzustellen. Alexander Möbius ließ sein Lokal deshalb geschlossen und hat es gleich am 5. Juni wieder aufgemacht. Um die Abstandsregeln zu erfüllen, musste er Tische entfernen, und hat, damit Gäste am Tresen Platz nehmen können, Schutzschilde angebracht. "Sonst wäre gar nichts gegangen", sagt Alexander Möbius, der das Lokal alleine betreibt. Die Öffnungszeiten hat er reduziert. Statt bis 2 Uhr ist "Abnoba" werktags nur noch bis 22.30 Uhr und an den Wochenenden bis 24 Uhr geöffnet. Auch gebuchte Junggesellenabende und Cocktailkurse hat Alexander Möbius abgesagt. Auch wenn derzeit nicht ganz so viele Gäste kommen – diejenigen, die kommen, hielten sich allesamt an die Regeln, freut er sich. Geselligkeit wie vor "Corona" sei aber nicht wirklich gegeben.

Achim Brenner hat mit der Wiedereröffnung der Bar und Brasserie "Leon’s" am Stadtbahnhof lieber noch eine Woche gewartet, um die Situation abzuwägen. Weil er zudem den Kiosk im Naturerlebnisbad Glatten betreut, ist er in seinem Freudenstädter Lokal auf personelle Unterstützung angewiesen.

Achim Brenner ist sich sicher, dass er die Personalkosten unter der Woche mit einem verminderten Platzangebot – auch er musste, um die Abstandsregeln einzuhalten, die Hocker an der Theke entfernen – und einem eher verhaltenen Besuch seiner Stammkunden, nicht reinholen kann. Zumal viele Gäste erst einmal ihre Gutscheine einlösen, die sie während der Corona-Zwangspause erstanden haben, um ihn und sein Lokal zu unterstützen. Das "Leon’s" ist deshalb vorerst nur an Wochenenden, freitags erst ab 16 Uhr sowie samstags und sonntags ab 14 Uhr, geöffnet. Die aktuellen Lockerungen sieht Achim Brenner eher kritisch. Er rechnet mit einer zweiten Corona-Welle, denn auch er hat in seinem Lokal die Erfahrung gemacht, dass sich manche Gäste schwer tun, sich an die Abstandsregeln zu halten. "Die Leute sind sich nicht bewusst, dass es noch nicht ausgestanden ist", ist Achim Brenner überzeugt.

Mehr Transparenz von Regierung ist erwünscht

Auch im "Sa Clau" in der Straßburger Straße ist der Besuch noch verhalten, weiß Geschäftsführer Dennis Radelja. Kein Wunder, denn Darts oder Billard spielen ist derzeit nicht erlaubt, und auch die DJ-Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Viele kämen jedoch, um sich Fußballspiele anzuschauen, freut sich der Geschäftsführer. Die Corona-Zwangspause haben er und sein Team mit Straßenverkauf und Lieferservice überbrückt. Dennis Radelja achtet streng darauf, dass alle Abstandsregeln und Hygienevorschriften im "Sa Clau" eingehalten werden, denn der Schutz des Personals habe oberste Priorität, macht er deutlich. Deshalb zeigt Dennis Radelja keinerlei Verständnis für Gäste, die sich weigern, ihre Kontaktdaten anzugeben. Sie müssen das Lokal verlassen.

Was ihm, wie auch vielen anderen Gastwirten zu schaffen mache, seien die ständig neuen Verordnungen, die zeitverzögert bei ihnen ankämen und deren sofortige Umsetzung deshalb nicht einfach sei. Genau genommen müsse er "jemanden einstellen, der nichts anderes macht, als die Gäste an ihren Tisch zu bringen, die Dokumentationen ausfüllen lässt und alles desinfiziert". Momentan bestehe seine Hauptaufgabe darin zu kontrollieren und zu dokumentieren, macht Dennis Radelja deutlich, der sich von den Gesetzgebern mehr Transparenz und von den Gästen mehr Verständnis wünscht.

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