Freudenstadt (vr). Nasenstüber für Klaus Mack (Foto), Vorsitzender des Regionalverbands Nordschwarzwald: In der Verbandversammlung am Mittwoch im Freudenstädter Kurhaus musste er Kritik für die Pressemitteilung des Verbands in Sachen Kommando Spezialkräfte KSK der Bundeswehr in Calw anhören. Dabei ging es offenbar weniger um den Inhalt, sondern mehr um das Vorgehen. In der Pressemitteilung, ein offener Brief an Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), reagiert der Verband auf "Gerüchte über eine Auflösung des KSK" oder dessen Verlegung an einen anderen Standort. Wie berichtet, will das Verteidigungsministerium nach rechten Umtrieben die betreffende Kompanie in Calw auflösen und andernorts neu aufbauen. Mack betont in seiner Mitteilung, dass er "die rückhaltlose Aufklärung durch die Ministerin sehr begrüße", weil "Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft keinen Platz hat". Allerdings würde eine Auflösung oder komplette Verlegung keine Probleme lösen. Deshalb solle das KSK in Calw bleiben, da es "hohe wirtschaftsstrukturpolitische Wirkung für Calw und die gesamte Region" habe. Mehrere Regionalräte kritisierten, Mack hätte den offiziellen Standpunkt des Verbands nicht ohne Rücksprache mit der Versammlung als Hauptgremium veröffentlichen dürfen. Zwar wurde die politische Aussage als "ausgewogen" bezeichnet, sie hätte jedoch der internen Abstimmung bedurft. Martina Sillman (Freudenstadt) sah das Versprechen der neuen Verbandsspitze gebrochen, solche Alleingänge zu unterlassen. Reiner Prewo (Nagold) sprach von einer Kompetenzüberschreitung, mit den paar Tagen bis zur Verbandsversammlung hätte sich Mack nichts vergeben. Peter Boch (Pforzheim) und der Calwer Landrat Helmut Riegger hingegen fanden die schnelle Reaktion des Verbands gut. Mack, sichtlich pikiert, sagte, die Mitteilung sei zeitgleich an die Öffentlichkeit und an die Räte versendet worden. Es sei Eile geboten gewesen. Außerdem sei dies keine politische Aussage; er sehe die Interessen der Region tangiert.