Die Verantwortlichen des Nachtwandererprojekts (von links): Wolfgang Günther, Renate Braun-Schmid, Hans-Jürgen Großwendt, Hans-Martin Haist und Julian Osswald Foto: Kirschmann Foto: Schwarzwälder-Bote

Ehrenamtliches Projekt startet wieder im April / Volkshochschul-Veranstaltung am 11. März

Von Jan Kirschmann

Freudenstadt. Ab April mischen sie sich wieder unter die Jugendlichen: Rentner, Eltern und Personen des öffentlichen Lebens. Die ehrenamtlichen Nachtwanderer nehmen ihren wöchentlichen Dienst wieder auf und suchen für die neue Saison Verstärkung.Immer freitags, und in jeder zweiten Woche auch samstags von 22 bis 1 Uhr sind sie unterwegs. An den Orten in Freudenstadt, die bei Jugendlichen beliebt und stark frequentiert sind, zeigen die Nachtwanderer in kleinen Gruppen ihre Präsenz und bieten gegebenenfalls ihre Hilfe an.

"Uns geht es nicht darum, Polizei oder Aufpasser zu spielen. Vielmehr wollen wir zeigen, dass wir für die Jugendlichen da sind und in jeglicher Situation helfen", erläutert der Leiter der Kinder- und Jugendwerkstatt Eigen-Sinn, Hans-Martin Haist.

Interessierte sind zu einem unverbindlichen Schnupperwandern stets willkommen. "Viele Zweifel relativieren sich in der Praxis. Bei einer Probewanderung werden viele Fragen beantwortet", ergänzt Wolfgang Günther, Leiter der Erlacher Höhe in Freudenstadt. Auch der Schirmherr des Projekts, Oberbürgermeister Julian Osswald, der schon selbst mitwanderte, bestätigt dies: "Auch ich hatte zu Beginn meine Bedenken, aber während den Stunden in der Freudenstädter Innenstadt habe ich keine einzige brenzlige Situation erlebt. Vielmehr lernt man die Stadt von einer anderen Seite kennen und bekommt ein realistisches Bild von der Situation." Allerdings sind die Nachtwanderer bei den 36 Terminen in einer Saison, die von April bis Oktober dauert, stets personell unterbesetzt. Die Nachtwanderer sind doppelt so oft im Einsatz, wie eigentlich vorgesehen. "So ein Projekt lebt eben davon, dass es von mehreren Schultern getragen wir.", stellt Haist fest. Deshalb sucht man nach neuen Mitgliedern.

Das Anforderungsprofil für potenzielle Nachtwanderer ist recht simpel. "Man sollte mindestens 25 Jahre alt und gewillt sein, an einem Deeskalations- und Erste-Hilfe-Kurs teilzunehmen", erklärt Renate Braun-Schmid, Geschäftsführerin der diakonischen Bezirksstelle Freudenstadt, und wie Haist, Günther und Osswald auch selbst Nachtwanderer. Außerdem werde erwartet, dass die Nachtwanderer zu den frei wählbaren Terminen "trocken" erscheinen und während der Wanderung keine Suchtmittel zu sich nehmen. Um auch in der Bevölkerung besser wahrgenommen zu werden und auf das Projekt aufmerksam zu machen, werden vier Schaufensterpuppen, gekleidet im Outfit der Nachtwanderer, in öffentlichen Gebäuden aufgestellt. "Denn wenn niemand weiß, dass es uns gibt, bekommen wir auch keine Verstärkung", sind sich die Initiatoren einig.

Für Neueinsteiger findet am Montag, 11. März, von 19 bis 20.30 Uhr eine Veranstaltung der Volkshochschule im Kreishaus statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Weitere Informationen: Telefon 07441/88 4 0 12.

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